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Bluthunde
 
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Bluthunde [Gebundene Ausgabe]

Don DeLillo , Don de Lillo
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (Februar 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462028243
  • ISBN-13: 978-3462028249
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 79.749 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Gerade wird Don DeLillos neuestes Buch Unterwelt von Lesern und Kritikern gefeiert, da erscheint auch endlich sein Frühwerk Bluthunde in deutscher Sprache. Dabei könnten die Bücher gegensätzlicher kaum sein. Während das eine –- unter anderem als neuer Ulysses gepriesen –- in epischer Länge mit vielen ausgefeilten Wendungen und Winkeln ausgestattet ist, kommt das andere ganz anders daher: schnell, ungehobelt, kraftvoll, geradlinig.

Auf den ersten Blick ist Bluthunde ein Thriller. Ein Erotika-Händler sucht Käufer für einen anno 1945 im Führerbunker mit berühmten Laiendarstellern gedrehten pornographischen Film. Einen der interessierten Mittelsmänner führt seine Option auf das heiße Produkt in einen bedrohlichen Strudel seines eigenen, aus Geheimdienstlern und Politikern gefärbten Backgrounds. Schließlich wird er ausgestoßen und zum Running Dog (Originaltitel) -- die Meute der anderen ist dicht hinter ihm.

Bluthunde ist ruppig. Die Sprache ist hart, die Dialoge sind abgehackt. So spürt man manchmal förmlich, wie die Akteure mit Blicken mehr kommunizieren als mit Worten. Das Lesen macht das manchmal schwierig, das Kreieren der Bilder in der Vorstellung intensiver.

Bluthunde erschien in den USA in der Erstauflage 1978. Auch wenn der Plot zuerst für die Zeit sehr typisch wirkt, war DeLillo schon damals ein Fuchs und Querdenker: Es taucht bei ihm alles auf, was Ende der Siebziger en vogue war -- Verschwörungen, Sex, investigativer Journalismus, ein Antonioni-ähnliches Endzeitszenario -- und doch zeichnet er eigentlich eine feine Karikatur davon. Niemand erreicht sein Ziel, nach ein paar Überraschungen und Opfern ist am Ende wieder alles so wie am Anfang. Die Welt hat nichts bewegt, der Autor seinen Spaß gehabt. Und fein raus ist auch der Leser, denn Bluthunde ist ein spannender, ein intensiver und ein, in den heutigen Zeiten der komplex-durchdachten Politszenarien der Grishams und Clancys, richtig erfrischender Thriller. --Thorsten Mücke

Kurzbeschreibung

In einem verlassenen Stadtteil Manhattens wird die Leiche eines Mannes in Frauenkleidern gefunden. Das Opfer hatte versucht, die einzige noch existierende Kopie eines pornographischen Films aus dem Führerbunker zu verkaufen, der während der letzten Tage des Dritten Reiches gedreht wurde. Die Suche nach dem verschwundenen Film, an der sich unter anderem eine Journalistin beteiligt, die für das radikale Blatt "Bluthunde" arbeitet, ist Ausgangspunkt des frühen Romans von Don DeLillo, der nun erstmals in deutscher Sprache vorliegt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der zu den Postmodernisten zählende amerikanische Autor Don DeLillo wird heute assoziiert mit Werken wie Unterwelt, Sieben Sekunden oder Mao II. Sein jüngstes Werk, Falling Man (2007) war einer der weiniger geglückten Versuche, das Trauma des 11. September in New York zu verarbeiten. Der Durchbruch als amerikanischer Schriftsteller von internationalem Rang gelang DeLillo bereits vor drei Jahrzehnten: Mit dem Roman Bluthunde (1978).

Die Handlung spielt in den siebziger Jahren, reale Aktionsfelder sind New York City, Washington D.C., Dallas, die Wüste von Nevada. Die handelnden Personen sind ein abgetakelter Händler erotischer Skulpturen, zwei Journalistinnen einer ehemaligen Aktivistenzeitung namens Bluthunde, ein ehemaliger US-amerikanischer Militär und Geheimagent aus Vietnam, der nun einen militärisch-industriellen Komplex anführt, ein etwas dekadenter US-Senator, der sich für erotische Kunstgegenstände interessiert und einige Mittelsmänner, Agenten und Killer.

Die Handlung besteht darin, dass der abgetakelte Kunsthändler einen echten Film pornographischen Inhalts aus dem Berliner Führerbunker kurz vor dem Sturm durch die Russen angeblich auftreiben kann. Akteure: Der Führer persönlich nebst Eva Braun und allerlei anderen netten Gretelchen. Der dekadente Senator lässt durch Mittelsmänner vorfühlen, die Bluthunde wittern Morgenluft und der Boss des militärisch-industriellen Komplexes will die einmalige Chance nutzen, den Senator, der ihm ständig mit Untersuchungsausschüssen das Leben schwer macht, die Lampe auszuknipsen. Eh man sich versieht, hat ein Agent eine heiße Affäre mit einer der beiden Redakteurinnen der Bluthunde, der Senator ist harmloser als gedacht und liegt besoffen auf dem Teppich in seinem eigenen Haus und der Boss des Konzerns will aussteigen und zusammen mit seiner jungen vietnamesischen Frau auf dem Land leben und selber handwerklich arbeiten. Doch irgendwie haben sie alle vorher einen Job zu machen, hier und da gibt es Leichen, die Frau des längst umgebrachten Filmanbieters taucht wieder auf und offeriert die heiße Rolle dem abgetakelten Händler, der Industrielle will jetzt auch mit der Bluthundredakteurin ins Bett, was diese verweigert, dafür wird der Agent und ehemalige Liebhaber der Schönen von vietnamesischen Schergen des Industriellen gemeuchelt und der Senator spielt gar keine Rolle mehr. Nachdem so einige dirty Jobs erledigt sind, wabert die Handlung zurück in den Verkaufsraum des schmierigen Erotikhändlers, wo ein Gehilfe mit zitternden Fingern den Film einlegt. Einzige Zuschauerin ist die amouröse Bluthundredakteurin. Der Film, der sich als die heißeste Ware der Branche angekündigt hatte, ist zwar echt, doch er zeigt den ganz trivialen Familienalltag in diesem sagenumwobenen Führerbunker.

Das Buch endet mit diesem lauen Plot um einen Hitlerporno, den es nie gab, dessen Idee jedoch ausreichte, um viele Menschen umzubringen und Strategien zu erarbeiten, wie kriminelle Energien effizienter erzeugt werden können. DeLillo ist mit diesem Buch eine Dramaturgie gelungen, die ihre Höhepunkte in der Erzähltechnik findet, aber auch gotterbärmlich abstürzt, wenn es um eine gewisse Handlungslogik geht. Es findet sich in dem Text nichts Zwingendes, was letztlich Erotik pur ist ' im literarischen Prozess.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein enttäuschender DeLillo 3. September 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich würde ich mich als Don DeLillo-Fan bezeichen. Ich habe AMERICANA, MAO II, DIE NAMEN, WEISSES RAUSCHEN und UNTERWELT gelesen, und ich war von jedem dieser Bücher mehr oder weniger begeistert (von WEISSES RAUSCHEN vielleicht am meisten). Deswegen war ich auch sehr froh, als ich erfuhr, daß BLUTHUNDE (im Original : Running Dog), ein früher Roman DeLillos, auf den deutschen Markt kommen sollte. Ich kaufte mir das Buch sofort, doch schon nach ein paar Seiten wurde mir klar, daß dies nicht der ganz große Wurf des Meisters war. Eine zunehmend kryptischer und dabei langweiliger werdende Thrillerhandlung kennzeichnet den Roman, in dem alle eigentlich nur das eine in die Hände kriegen wollen: eine Porno-Film mit Hitler als Hauptdarsteller, aufgenommen im Führerbunker kurz vor dem Zusammenbruch des Dritten Reiches (am Ende stellt sich der Film dann als herbe Enttäuschung heraus: Auf der Leinwand ist Hitler zu sehen, der ein paar Kindern Charlie Chaplin -- einen anderen Prominenten mit Schnauzer -- vorspielt). Die (viel zu vielen) Charktere bleiben alle erschreckend blaß, eine Identifikation seitens des Lesers will sich nicht einstellen, und es scheint fast so, als sei DeLillo an einer solchen gar nicht interessiert gewesen. Doch nicht nur das: Auch die brilliant witzigen Einfälle, die man aus den anderen Büchern kennt -- ich erinnere etwa nur an die 'meistfotografierte Scheune' aus WEISSES RAUSCHEN -- sucht man hier vergebens. Im Klappentext wird der Roman als Don DeLillos "frühes Kultbuch" angepriesen, doch weiß ich mir keinen Reim darauf zu machen, was an diesem Text die Bezeichnung "Kult" verdiente. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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