Der Polizist Ivar Killi wird vor einer Kneipe erschossen. Teamchef Gunnarstranda hat wenige Wochen zuvor dafür gesorgt, dass Killi aufgrund massiven Fehlverhaltens im Dienst suspendiert wurde. Nun wenden sich die Kollegen gegen den Kommissar: Beweismaterial verschwindet vom Tatort und sogar aus Gunnarstrandas Schreibtischschublade.
Gunnarstranda wird auf einen scheinbar uninteressanten Vermisstenfall angesetzt, ermittelt aber heimlich im Mordfall weiter. Rasch erkennt er, dass zwischen beiden ein Zusammenhang besteht. Es ist nicht leicht, die vielen losen Fäden in diesem Fall zu verknüpfen, auch wenn eine rätselhafte schöne Frau, bei der all diese Fäden zusammenzulaufen scheinen, immer wieder neue Überraschungen bereithält.
Kjell Ola Dahl ist mit "Blutfeinde" ein meisterlicher Kriminalroman gelungen. Nicht nur die spannende, vielschichtige Handlung fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite, sondern auch die komplexen sozialen Interaktionen innerhalb der ermittelnden Polizeiabteilungen sowie zwischen Polizisten und einigen Zeugen; der Autor versteht es, ein schwieriges Beziehungsgeflecht authentisch und nachvollziehbar darzustellen.
Zudem weiß der Autor Stimmungen und Atmosphärisches gekonnt einzusetzen, um Spannung zu erzeugen; auch ein Schuss Erotik würzt den Roman. Immer neue Indizien und raffinierte Verknüpfungen tauchen auf. Erstaunlicherweise kommt es trotzdem nicht zu Widersprüchen - der Roman endet stimmig.
Ein spannendes Konzept, fesselnde Szenen und psychologische Tiefgründigkeit lassen den Leser der Aufklärung der beiden Fälle regelrecht entgegenfiebern.