Rachel muss wieder einiges wegstecken - sie unternimmt gezwungenermaßen einen Roadtrip mit Trent Kalamack, den sie eigentlich hasst aber eigentlich auch wieder nicht. Das Ziel: Sie will zum Treffen des Hexenzirkels nach San Francisco, dort soll ihre Bannung aufgehoben werden.
Kim Harrison lässt in Blutdämon weder ihre Figuren, noch ihre Leser zum Verschnaufen kommen. Kaum Losgefahren, muss sich Rachel mit Problemen herumschlagen, denn sie und Trent sind das Ziel von Anschlägen. Die Handlung spielt sich nur zu Beginn und am Ende in der liebgewonnenen Kirche ab, dennoch sind so ziemlich alle Figuren vertreten. Lediglich Ceri nicht, ich nehme an, sie wird im nächsten Band wieder mehr Raum bekommen.
Der Roadtrip ist nichts für schwache Nerven. Obwohl das Buch mehr als 700 Seiten hat, hatte ich es schnell durch. Rachel muss eine Krise nach der anderen bewältigen. Dabei erkennt sie nach und nach, welche Macht sie hat. Sie ist nicht mehr so zerrissen in der Frage, wo sie auf einer Skala zwischen Gut und Böse eigentlich steht, was mir gut gefallen hat. Sie macht ihr Ding, auch wenn es sie fast umbringt. Trent Kalamack zeigt vielleicht zum ersten Mal seine wahren Gefühle, was wirklich sehr interessant ist. Und Al wird fast schon zum freundlichen Verbündeten. Die Welt des Jenseits wird dem Leser mit mehr Facetten gezeigt, was mir richtig viel Spaß machte.
Natürlich könnte man die Geschichte auch auf weniger Seiten erzählen. Wer aber wie ich die Inderlander-Gesellschaft liebgewonnen hat, freut sich natürlich, dass die Autorin sich Zeit lässt beim Erzählen und die Handlung wunderbar ausschmückt. Wer hätte gedacht, dass die Farbe Rot bei Pixies in anderen Bundesstaaten kein Zeichen von friedlichem Entgegenkommen ist, sondern Paarungsbereitschaft signalisiert? Aber zum Glück hat Jenks in Ivy und Rachel zwei wunderbare Freundinnen, die ihm aus jeder misslichen Lage wieder heraushelfen.
Die Figuren haben sich weiterentwickelt, ohne dabei ihren Charme zu verlieren. Im Gegenteil. Ich hatte beim Lesen stets das Gefühl, dass die Autorin ihre Geschichte sehr gut im Griff hat. Und das will bei neun erschienenen Bänden einiges bedeuten. Es kristalliert sich immer mehr heraus, dass Rachel vor Abschluss der Serie (keine Ahnung wann) auf jeden Fall wohl noch eine Frage klären muss: Ist es möglich, dass Ivy, die ein lebender Vampir ist, auch nach ihrem Tod ihre Seele behalten kann?
Rachels Status verändert sich in diesem Band, mehr will ich hier dazu nicht sagen. Auch wenn das auf den ersten Blick als Lösung all ihrer Probleme wirkt, so zieht es auch andere nach sich. Noch ein paar Worte über die Konstellation Rachel und Trent. Es gibt ein paar sehr intensive Momente. :)
Das Ende kam wieder - trotz der vielen Seiten - viel zu früh. Es lässt aber Vermutungen zu, wie es weitergeht. Ich warte also mit großer Ungeduld auf einen weiteren Band und kann nur sagen: Die Spannung ist auch im neunten Band wieder auf einem sehr hohen Niveau.