Paul Hardings Mittelalterkrimis sind immer etwas ganz besonderes. Wie kaum ein anderer versteht er es, das Mittelalter unterhaltsam lebendig werden zu lassen, ohne dabei die Schattenseiten außer Acht zu lassen. Seine Protagonisten, der Priester Aethelstan und der Lord Coroner Cranston, könnten unterschiedlicher nicht sein und geben doch ein höchst erfolgreiches Gespann ab.
Im vorliegenden Fall haben die beiden es gleich mit zwei Fällen zu tun. In Aethelstans Gemeinde wurden drei Leichen aufgefunden und Cranston versucht, die Frau eines Freundes vor dem Henker zu bewahren. Dazu gibt es wieder Neues von den Mitgliedern in der Gemeinde und viel Interessantes über das London des 14. Jahrhunderts. Cranstons Familie, auch ein Highlight der Serie, kommt diesmal allerdings nicht vor.
Generell ist es zu begrüßen, dass "Blutacker" nach längerer Durststrecke neu aufgelegt wurde, doch schon nach wenigen Seiten lässt sich der Verdacht nicht verleugnen, dass es sich hierbei um einen etwas schwächeren Band in der sonst so unterhaltsamen Serie handelt. Aethelstan und Cranston, wie auch Autor und Leser, müssen ihre Aufmerksamkeit zwischen beiden Fällen aufteilen und dabei scheint das Buch einen großen Teil der sonstigen Spritzigkeit der Serie eingebüßt zu haben. Zwar werden am Ende beide Fälle in gewohnter Manier aufgeklärt, doch irgendwie erscheint das Ende dennoch unbefriedigend.
Für Fans von Aethelstan und Cranston ist auch dieser Band sicherlich ein Muss, anderen seien jedoch die besseren und spannenderen Bände der Serie, wie "Die Sakristei des Todes" und "Der Zorn Gottes", ans Herz gelegt.