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Produktinformation
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Ellroys Ansatz ist der eines Verschwörungstheoretikers: Dass es in Politik und Wirtschaft unsauber zugehe, dass die großen Entscheidungen in Wirklichkeit in Hinterzimmern von Drahtziehern getroffen würden, dass alle Mächtigen gehörig Dreck am Stecken hätten – das glaube doch in Wahrheit jeder, so seine Grundannahme. Und so nimmt er sich die Freiheit und konstruiert innerhalb der historischen Eckdaten die denkbar finsterste Alternativversion der Geschichte, die natürlich fiktiv ist, aber immerhin so stattgefunden haben könnte. Nicht von ungefähr beschäftigt Ellroy Rechercheure, die sicherstellen, dass alles, was er schreibt, zumindest keinen historischen Fakten widerspricht.
Ist dies noch ein Krimi oder schon ein historischer Roman? Spannend wie ein Krimi ist das Buch allemal, schon allein aufgrund der schier unglaublichen Verstrickungen, die Ellroy den Mächtigen und den an die Macht Wollenden, den Strippenziehern und ihren Marionetten, den Schlägern und den Geschlagenen andichtet. Aber, das muss auch gesagt werden: Das Buch ist keine einfache Lektüre, es liest sich alles andere als leicht; das Attribut „sperrig“ ist noch schmeichelhaft. Dies liegt zum einen an Ellroys charakteristischem Stil, der in extremer Dichte stakkatohaft mit Fakten vollgestopfte Hauptsätze aneinanderreiht und die Handlung in nicht nachlassendem Tempo vorantreibt, zum anderen an der kaum zu überblickenden Vielzahl an Figuren – so ist nun mal die Wirklichkeit, scheint Ellroy einem auf jeder Seite zuzurufen, die Dinge sind kompliziert und verwickelt, und es sind immer mehr Leute in die dunklen Machenschaften verstrickt, als einem ein „gewöhnlicher“ Thriller an Figuren zumuten würde. Die Welt ist schlecht, und das Leben ist kein Roman. -- Christoph Nettersheim
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nix für einsteiger....,
Von
Rezension bezieht sich auf: Blut will fließen (Gebundene Ausgabe)
ich möchte nur kurz was zu den negativen rezensionen hier loswerden: da stammen einige von menschen, die noch nie in ihrem leben vorher einen ellroy gelesen haben. klar, wenn man mit dieser harten, knochentrockenen schwarte in den ellroy-kosmos einsteigt, kann man ganz sicher nix damit anfangen - es ist aber eine ungerechtigkeit, einen autor mit einem so hochkomplexen werk dann auf dieser grundlage so dermassen abzuqualifizieren. ich empfehle jedem, der noch keine ellroy-erfahrung hat, mal mit einem früheren werk zu beginnen - der "schwarzen dahlie" etwa, mindestens aber die zwei vorherigen teile der "underworld usa" - trilogie, "ein amerikanischer thriller" und "ein amerikanischer alptraum" zu lesen, dann versteht man auch die politischen zusammenhänge leichter und kann den stil von ellroy eher nachvollziehen. erweist diesem grossen mann der amerikanischen literatur ein wenig respekt!
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Amerikanische Geschichte,
Von
Rezension bezieht sich auf: Blut will fließen (Gebundene Ausgabe)
Wie ich feststellte, handelt es sich um den 3. Band einer Trilogie - die beiden Vorgänger kenne ich nicht -, die von den 60er Jahren in den USA handelt.Es wird zu Beginn kurz von einem Raubüberfall 1964 auf einen Geldtransporter erzählt. Dann folgt eine Aneinanderreihung von vielen Namen und deren Geschichte, so dass man sich etwas schwer in das Buch hineinfindet. Nachdem die Personen beschrieben wurden, geht es normal" weiter. Dem Leser fällt es schwer, den Überblick zu behalten durch die Verbindungen der Einzelschicksale mit den politischen Veränderungen bzw. die Morde an John F. Kennedy, Robert Kennedy und Martin Luther King sowie die politischen Intrigen um Edgar Hoover und Howard Hughes. Er wird durch die Geschehnisse wie im Eiltempo mitgerissen und kann das Buch nicht aus der Hand legen, obwohl es mit über 780 Seiten sehr schwer ist. Das Buch beschreibt einen Teil der dunklen amerikanischen Geschichte. Der Schreibstil ist etwas eigenwillig, immer kurz und knapp - man muss sich erst daran gewöhnen. Auch die Sprache ist sehr derb, was aber um die Zeit in Amerika normal war. Zwischendurch wird immer wieder Akteneinsicht in FBI-Unterlagen oder Tagebucheintragungen gewährt. Obwohl man die vorherigen Bücher nicht kennt, gelingt es dem Autor, die Leser mit den Geschehnissen vertraut zu machen und die Verbindungen erkennen zu lassen. Dieses Buch ist nicht nur ein Krimi, sondern auch eine geschichtliche Reise durch ein für viele unbekanntes Amerika - wer sich für Geschichte interessiert, ist hier gut bedient. Die Geschichte zweier Liebender, die sich bei politischen Untergrundaktionen finden und verlieren, gibt diesem Teil des Buches etwas Gefühlvolles. Ich hatte nicht das Gefühl, dass diesem Buch die Spannung fehlt - siehe Rückseite: ein gnadenlos spannender Thriller und ein literarisches Ereignis. Dem kann ich nur zustimmen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hinter der Maske der Freiheit,
Rezension bezieht sich auf: Blut will fließen (Gebundene Ausgabe)
James Ellroy schreibt mit Vorliebe über die düsteren und blutigen Seiten der amerikanischen Geschichte. "Blut will fließen" ist der Abschluss einer Trilogie über das düstere Amerika der sechziger Jahre.Der Autor behält über den ganzen Roman einen Erzählstil bei, der stark an einen Bericht erinnert. Abgehackte Sätze und Einwürfe dominieren das Geschehen. Darüber hinaus bekommt man oft Tagebucheinträge, Nachrichten oder alte Akten vorgesetzt, die einem die nötigen Hintergrundinformationen zu den Geschehnissen zukommen lassen. Um seinem Krimi noch mehr Realität einzuhauchen, wird die fiktive Geschichte mit vielen realen Ereignissen verwoben, die wahrscheinlich jedem Leser ein Begriff sind und ihn vor Neugierde die Seiten verschlingen lassen. Um auch die Leser mit zu nehmen, die die ersten beiden Teile nicht in die Hand bekommen haben, gibt es etliche Rückblenden und Erklärungen der Protagonisten. Auch wirft der Autor oft Zwischenbemerkungen ein, die auf bestimmte Passagen aufmerksam machen und wiederkehren. Durch die vielen Protagonisten braucht man leider einige Zeit um in die Geschichte einzusteigen und die Zusammenhänge zu verstehen. Alles wird um einen Raubmord herum aufgebaut und von Anfang bis Ende erlebt man die ganzen Feindbilder und den nicht immer unterschwelligen Rassismus der 60er Jahre. Die derbe Sprache und Umgangsart der Personen unterstreichen das Ganze nochmals. Dabei driftet das Buch aber nie in einen schlechten Stil ab oder verliert den roten Faden der Geschichte aus den Augen! Einzig und allein die für mein Verständnis oberflächliche Darstellung der Charakter störte mich ein wenig an der Lektüre. Für alle die einen Blick in das dunkele und dreckige Amerika werfen wollen, ist das ein Klasse Buch nach dessen Verlauf man nicht mehr sicher ist was wahr oder falsch ist und wer Gut oder Böse ist und war. Ein spannendes Werk rund um die 60er Jahre! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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