Wie ich feststellte, handelt es sich um den 3. Band einer Trilogie - die beiden Vorgänger kenne ich nicht -, die von den 60er Jahren in den USA handelt.
Es wird zu Beginn kurz von einem Raubüberfall 1964 auf einen Geldtransporter erzählt. Dann folgt eine Aneinanderreihung von vielen Namen und deren Geschichte, so dass man sich etwas schwer in das Buch hineinfindet. Nachdem die Personen beschrieben wurden, geht es normal" weiter. Dem Leser fällt es schwer, den Überblick zu behalten durch die Verbindungen der Einzelschicksale mit den politischen Veränderungen bzw. die Morde an John F. Kennedy, Robert Kennedy und Martin Luther King sowie die politischen Intrigen um Edgar Hoover und Howard Hughes. Er wird durch die Geschehnisse wie im Eiltempo mitgerissen und kann das Buch nicht aus der Hand legen, obwohl es mit über 780 Seiten sehr schwer ist.
Das Buch beschreibt einen Teil der dunklen amerikanischen Geschichte. Der Schreibstil ist etwas eigenwillig, immer kurz und knapp - man muss sich erst daran gewöhnen. Auch die Sprache ist sehr derb, was aber um die Zeit in Amerika normal war.
Zwischendurch wird immer wieder Akteneinsicht in FBI-Unterlagen oder Tagebucheintragungen gewährt. Obwohl man die vorherigen Bücher nicht kennt, gelingt es dem Autor, die Leser mit den Geschehnissen vertraut zu machen und die Verbindungen erkennen zu lassen. Dieses Buch ist nicht nur ein Krimi, sondern auch eine geschichtliche Reise durch ein für viele unbekanntes Amerika - wer sich für Geschichte interessiert, ist hier gut bedient. Die Geschichte zweier Liebender, die sich bei politischen Untergrundaktionen finden und verlieren, gibt diesem Teil des Buches etwas Gefühlvolles.
Ich hatte nicht das Gefühl, dass diesem Buch die Spannung fehlt - siehe Rückseite: ein gnadenlos spannender Thriller und ein literarisches Ereignis. Dem kann ich nur zustimmen.