Malin Fors muss sich dieses Mal mit brachialen Gewalttaten an Mädchen befassen. Nackt und mit Schnittwunden übersät wurde zunächst ein vergewaltigtes Mädchen in einem Park gerade noch lebend aufgefunden. Das jugendliche Mädchen Josefin kann sich allerdings an nichts mehr erinnern. Bald darauf und während der Ermittlungen zu diesem Fall verschwindet eine andere 14-Jährige und wird kurz darauf ermordet aufgefunden.
Detailreich und atmosphärisch dicht lässt einen der Autor Anteil haben am Geschehen, zieht einen von Anfang an in den Bann. Auch die tödliche Gefahr für Frau Fors eigene Tochter baut sich perfide über die Geschichte hinweg auf. Die Beschreibung und die Einblicke in die so ganz private, persönliche Situation der Kommissarin im Hinblick auf ihre Beziehung zu ihrem Ex-Ehemann und zur Tochter Tove machen die Figur emotional wahrnehmbar und den Plot glaubhaft.
Die Anspannung von Malin Fors und den weiteren Ermittelnden, die fiktiven und das Handeln der Kommissarin zu beeinflussen trachtenden Gedankenfetzen der schon Ermordeten und nicht zuletzt die geradezu körperlich spürbar beschriebene schwül-drückende sommerlichen Hitze in Linköping sorgen knisternde Authentizität.
Der zweite Thriller von Mons Kallentoft zeigt, dass er trotz der Fülle an vergleichbaren Romanen eine ganz eigene Richtung entwickelt hat und im Feld der Top-Autoren sicher seinen Platz dort halten kann. © 9/2009, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.