Dies ist kein politisches Buch, auch kein Geschichtsbuch und es erzählt uns auch nichts über die eigentlichen Hintergründe, warum es in Algerien so ist, wie es ist. Dies ist die Lebensgeschichte einer jungen Frau, die sich einen Mann erwählt und damit den berühmten Griff ins Klo tätigt. Aus der Sicht einer Frau, die im Dorf aufgewachsen ist wird hier geschildert, was genau es bedeutet, in einem Land zu leben, in dem Terrorgruppen gegen die auch nicht bessere, korrupte Regierung kämpfen. Für die arme Frau bedeutet das Unterordnung unter die Wünsche ihres später verlausten Gatten, ja sogar sie als Muslimin ist befremdet über die strengen Sitten ihres Ehemannes, der ihr mehr abverlangt, als seine terrostischen Brüder bereit sind, zu tun. Die Geschichte ist interessant und zutiefst traurig. Manchmal plätschert sie sehr seicht dahin und Greueltaten werden in Nebensätzen erwähnt. Hat sich die Bevölkerung an Mord und Vergewaltigung gewöhnt? Später als Witwe jedoch wird sie aus Angst und aufgrund von Vorurteilen oftmals verjagt und findet keiner Ruhe mehr. Die Auswegslosigkeit ihrer Situation ist erschreckend, für uns Frauen im Westen ist es doch so einfach, einen anderen Weg zu gehen, den Mann zu verlassen. Ich finde es immer wieder auf's Neue erschreckend, wenn ich erkennen muß, daß Frauen in islamischen Ländern auf Gedeih und Verderb zunächst ihren Vätern und später ihren Ehemännern ausgeliefert sind. Danke an die Autorin, daß sie uns einen Einblick in das alltägliche Leben verschafft, dem wir so fern sind.