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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Krieg - ist nie unblutig, 14. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Blut und Silber: Roman (Gebundene Ausgabe)
Habe schon viele geschichtliche Romane gelesen, mal gute, mal weniger gute. Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen, die Vorgänger - die berühmten Hebammenromane - kenne ich nicht. Bevor ich dieses Buch las, habe ich verschiedene Rezensionen gelesen. Kann die Meinung von einigen Lesern darüber nicht teilen, dass das Buch zu "blutig" sein soll. Das Leben war früher hart und ein Menschenleben nicht viel wert. Folter gehörte zum Alltag. In diesem Buch wird die Geschichte lebendig und man wird in seinen Bann gezogen. Gewaltige Machtkämpfe, tapfere Ritter, schöne Frauen, Liebe und Tod, alles kommt in diesem Buch vor. Krieg war früher und ist auch heute nicht unblutig und sehr grausam. Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die sich für das Mittelalter interessieren, auch wenn es so dargestellt wird, wie es war - hart und grausam .
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannend erzählt und meisterhaft recherchiert!, 5. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Blut und Silber: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine Nachfahrin von Marthe, (die Protagonistin der Hebammenreihe) Änne, wohnt in der Stadt Freiberg, ehemals Christiansdorf genannt, deren Bewohner bis zu dem Zeitpunkt als sie vom König von Nassau bedroht werden, sehr gut und in relativem Wohlstand leben. Doch König Adolf strebt neben der Entmachtung des Hauses Wettin, auch den Silbervorrat der Stadt an, den er sich unbedingt einverleiben möchte. Die riesige Streitmacht, die er gegen Freiberg aufmarschieren lässt, sorgt für einigen Tumult unter den Freibergern. Die einen wollen gleich kapitulieren, weil sie den König fürchten, die anderen sind dafür Wiederstand zu leisten. Verwickelt in die historischen Ereignisse wird auch die Gauklerin Sybilla, deren "Kumpane" von König Adolfs Truppen ermordet werden. Sie selbst überlebt zwar, doch muss entgeht sie dem Schrecken nicht unversehrt- sie wird vergewaltigt! Es gelingt ihr jedoch zu fliehen und die Freiberger Bürger vor den heranmarschierenden Truppen zu warnen. Ulrich von Maltritz, Hauptmann Markus und Änne unterstützen beherzt die Wiederständler, doch ihr Mut zahlt sich nicht aus- die Stadt wird trotz aller Bemühungen eingenommen und Markgraf Friedrich von Wettin muss fliehen. Aber noch ist nicht alles verloren- es kommt schließlich doch noch zu einer alles entscheidenden Schlacht... "Blut und Silber" ist zunächst einmal keine direkte Fortsetzung der Hebammenreihe. Zwar ist eine der agierenden Romanfiguren in diesem Buch eine Nachfahrin von Marthe, doch behandelt "Blut und Silber" eine für sich abgeschlossene Szenerie. Sabine Ebert erzählt wieder einmal eine interessantes Episode deutscher Geschichte und man kann sich sehr gut vorstellen, welch intensive Recherche sie betrieben haben muss, denn gerade der historische Hintergrund ist wie gewohnt sehr detailgetreu geschildert, so dass man als Leser fast das Gefühl bekommt, man wäre mitten im Geschehen dabei. Die Romanfigur Änne ist allerdings nur eine der Hauptpersonen dieses Romans. Eine große Rolle in "Blut und Silber" spielen u.a. Ulrich von Maltitz, Sibylla und der Hauptmann Markus. Zwar ist das Buch in erster Linie ein historischer Roman, doch auch für Liebesromanfans bahnen sich gleich zwei "Romanzen" jenseits der Kitschgrenze an, die für romantische Momente innerhalb der Story sorgen. Freiberg als Kulisse für einen historischen Roman zu erwählen war sicherlich eine sehr gute Idee, denn die Geschichte dieser Stadt ist sehr interessant und wurde von der Autorin spannend in Szene gesetzt, wobei sie wahre historische Begebenheiten geschickt mit ihren fiktionalen Romanfiguren und deren Abenteuern verwoben hat. Zwar war ich im Großen und Ganzen sehr begeistert von dem aktuellen Roman der Autorin, doch leider gab es für mich doch einen kleinen Wermutstropfen. Die weiblichen Akteurinnen wirkten ein wenig blass und zu stereotyp im Gegensatz zu ihren männlichen "Mitstreitern". Sieht man einmal davon ab, bekommt man, wenn man sich für Sabine Eberts "Blut und Silber" entscheidet, einen kurzweiligen, unterhaltsamen historischen Roman der ein Stück mittelalterlicher deutscher Geschichte zum Leben erweckt und den Leser fesseln wird. Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die guten alten Zeiten, die gab es nicht, 8. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Blut und Silber: Roman (Gebundene Ausgabe)
... und Sabine Ebert versucht zum Glück auch nicht, sie heraufzubeschwören. "Blut und Silber" zeigt das Leben, wie es war, nicht romantisiert und idyllisch, sondern hart, blutig und zumeist traurig. Mittelalterlich verträumtes Flair wird man vergeblich suchen, und nach dem Lesen kommt gewiss nicht das Gefühl auf, wie schön es wäre, in eine andere Epoche zu reisen. Und das ist gut so. Es gibt genug Romane, die vor allem dem weiblichen Leser schöne Träume verschaffen, anstatt zu zeigen, was vor allem die einfachen Menschen damals alles aushalten mussten. Sogar mich, die ich sonst nicht zart besaitet bin, hat es oftmals erschüttert, wie wenig Rechte damals galten und wie willkürlich gefoltert, geschändet und abgeschlachtet werden durfte. Und Ebert benutzt diese Momente nicht, um den Unerhaltungswert zu steigern, sondern um den Leser gefühlsmäßig aufzurütteln und Mitgefühl in ihm zu wecken. Dabei kann man jedoch nicht sagen, der Roman wäre nicht spannend, im Gegenteil. Ebert versteht es so meisterhaft, mit schlichten Mitteln lebendige Szenerien zum Leben zu erwecken, dass man fast meint, den Schnee im eigenen Gesicht, die Turmmauern unter den eigenen Füßen dröhnen und die Erde vom Donnern der Hufe beben zu spüren. Die lebensechten Charaktere wachsen einem so eng ans Herz, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, weil man einfach wissen muss, was ihnen das Schicksal bringt. Zugegeben, manchmal geht es eng an der Grenze zum Klischee vorbei. Die eine oder andere Rettungsmission oder strategische Finte ist dann doch ein wenig unglaubwürdig, und manchmal sind die Helden ein wenig zu unverwundbar. Aber wie gesagt, das liegt an der Grenze und lässt sich im Rahmen der Unterhaltsamkeit verschmerzen. Das einzige, was mich persönlich etwas störte, ist, das es keine echte Hauptperson gibt. Zuerst steht Ulrich von Maltitz im Mittelpunkt, der das Kommando über die Verteidigung Freibergs hat, dann rückt der junge Hauptmann Markus stärker in den Vordergrund. Die beiden Frauen an ihrer Seite, Sybilla und Änne, sind eher Nebenfiguren - was mich persönlich nicht angefochten hat, weil ich gerne über Männer lese, die nun einmal in Krieg und Freiheitskampf die Hauptakteure waren. Lästig fand ich jedoch, dass sowohl Ulrich als auch Markus im letzten Drittel ihre Hauptrollen an Friedrich, den Markgraf von Meißen, abgeben mussten, zu dem ich einfach keine Beziehung aufbauen konnte, weil er meiner Meinung nach eine zu unharmonische Mischung aus historischer Autenzität und Fiktion darstellt. Das ist jedoch natürlich reine Geschmackssache und stellt keinen Qualitätsverlust dar, denn Ebert verwebt die Charaktere gekonnt zum Ganzen einer großartigen, fesselnden, ergreifenden Geschichte, deren Bann man sich kaum entziehen kann. Umso traurigere ist es dann, dass nur eine der beiden Liebesgeschichten ein glückliches Ende findet, obwohl dadurch natürlich noch besser deutlich wird, wie wenig Glück den Menschen damals beschieden war. Die Romanzen spielen ohnedies eine eher untergeordnete Rolle, was natürlich gut ist, weil so gewährleistet ist, dass die Geschichte sich aus kitschigen Gewässern heraushält. Auch das Sexualtreiben, das in der Hebammentrilogie nicht zu kurz kam, ist hier sehr sparsam. Ganz ehrlich gestanden, hätte der Roman von mir aus in dieser Hinsicht jedoch ruhig etwas "schlechter" sein können. Ein wenig Dahinschmelzen dürfte bei so viel Leid und Elend ruhig erlaubt sein. Dann hätte der Roman jedoch von mir auch wahrscheinlich nur vier Sterne bekommen, denn den fünften gibt es hier ganz eindeutig für die ungezuckerte Wirklichkeitstreue! Fest steht, dass Sabine Ebert nicht nur eine großartige Erzählerin ist, sondern auch begriffen hat, wie die Welt einst aussah und was in den (teils nicht vorhandenen) Seelen der Menschen vorging.
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