Nach seiner gelungenen Mixtape-Serie veröffentlicht der Nordweststädter Jeyz mit "Blut, Schweiß und Tränen" nun sein erstes Album. Lange genug hat es gedauert, denn Jeyz ist wahrlich kein Unbekannter im Game. Schon auf ersten Azad Album "Leben" ist zusammen mit Jonesmann und Chan als "Chabs" zuhören. Kurzer Zeit später wurde er Mitglied von Azads "WARheit" Projekt. Nach der Gründung von BOZZ Music war Jeyz einer der ersten der unter Vertrag genommen wurde.
Jeyz hat Sizilianische Wurzeln und wuchs in der legendären Frankfurter Nordweststadt auf. Seine Herkunft hört man an seinem leichten Akzent und dem sehr charakteristischen rollendem R. Wer seine Mixtapes kennt, weiß das Jeyz vor allem bei deepen Texten und Storytelling richtig "aufblüht". Zwar sind auch seine Battletexte gelungen, doch die düsteren und oft fast depressiven Stücke liegen ihm besser. Dieser Eindruck verfestigt sich auf "Blut, Schweiß und Tränen" noch.
Produziert wurde das Album von der üblichen BOZZ Brigade aus Martelli, Sti, Benny Blanco und Brisk Fingaz; dazu kommen noch Shuko, ILK, Gunna und Flashgordon. Hierbei sind besonders das fantastische Intro von Marteilli & Sti und das "Blut, Schweiß und Tränen Theme" von Martelli positiv hervorzuheben. Bei den Beats ist also alles im grünen Bereich. Im folgenden werde ich nun die Songs des Albums kurz einzeln besprechen. Nicht besprochen werden das Intro, das Theme und die von Jeyz Nichte Laura eingesprochenen Skits.
Intro: -
Mein Leben: Fantastischer Einstieg. Düsterer Text und sehr gute Hook 5/5
Heute wird zurückgeschossen: Battletrack. Gut, aber im Vergleich zum Rest des Albums nichts besonderes. 3/5
Kämpfertränen (feat. Azad & Manuellsen): Toller Azad Part, tolle Hook, tolles Lied 5/5
Laura Skit 1: -
Dieser Brief (feat. Claudia): Brief an den verstorbenen Vater. Sehr ergreifend! 5/5
Könnt ihr das hier fühlen (feat. 439): Hm, toller Part von Jeyz, sehr gute Hook, guter Part von Solo, aber mit dem Part von Hanybal kann ich gar nichts anfangen 3/5
Ich will nicht mehr: Mein Liedlingstrack. Ein etwas anderes Liebeslied. 5/5
Blut, Schweiß und Tränen (feat. CJ Taylor): Gute Geschichte + Gänsehaut Gesang von Taylor! Top! 5/5
Kannst du die Sterne sehen: Ein weiter eher düsterer Track, der etwas in die Länge gezogen wirkt 4/5
Laura Skit 2: -
Nordweststädter RMX (feat. D-Flame): Absolut gelungene Hymne an die Nordi 5/5
Wie Feuer (feat. Savant des Rhimes & Freeman): Ich versteh kein Wort was die beiden französischen Jungs da rappen. Aber es klingt sehr fett. Guter Jeyz Part 5/5
Mama: Eigentlicher ein toller Song, aber mal ehrlich: Noch ein Mama Song? Seit 2Pac ist doch alles gesagt! 3/5
Zeit (feat. Marq F.): Toller Song über die Zeit, allerdings passt die Hook nicht ganz zum Rest des Songs 4/5
Mein Stolz: Sehr cooler "Einer gegen alle" Song. Sehr gut! 5/5
Laura Skit 3: -
Ganz egal (feat. Marq F.): Was ist denn da passiert? Ein unausgegorener Song mit einer viel zu kitschigen Hook als erste Single? Ne, damit hat sich Jeyz keinen Gefallen getan. Der mit Abstand schlechteste Song des Albums! 1/5
Tagtraum: Eine Liebeserklärung. Gut gelungenen, aber nicht besonders herausragend. 4/5
Aiutame tu: Jeyz rappt auf Italienisch (?). Leider verstehe ich den Text nicht, aber es hört sich zumindest sehr gut an! 4/5
Alles zu spät: Hammer Track! An der Seite von Tone dreht Jeyz richtig auf. Die beiden sollten ein Kollabo-Album aufnehmen. Super Battletrack 5/5
Martellis Blut, Schweiß und Tränen Theme: -
Fazit. Ein super Einstand! Bis auf "Ganz egal" ist kein Ausfall auf der Platte. Hoffentlich lässt sich Jeyz für sein zweites Album nicht wieder so viel Zeit. Ganz klare Kaufempfehlung. Eines der Highlights im Deutschrap dieses Jahr.