In den bisherigen Werken von MacBride kam des Öfteren so etwas wie gepflegte Langeweile auf, wobei ich nicht genau sagen kann, ob es an der Langatmigkeit seines Schreibstils oder der extremen Duldsamkeit des Hauptprotagonisten McRae lag.
In dieser Hinsicht unterscheidet sich "Blut und Knochen" von den Vorgängerromanen deutlich. Das Erzähltempo ist viel schneller, es gibt wesentlich mehr Morde und dementsprechend auch mehr Blut. Einige Szenen sind so blutrünstig, dass sie sicher nicht jedermanns Geschmack entsprechen, immerhin geht es um das Schlachten von Menschen im wortwörtlichen Sinne.
Die Charaktere sind m. E. deutlich überzeichnet. McRae ist ein dermaßen unterwürfiger Gutmensch, dass man mit den Zähnen knirschen möchte. Und dass irgendein Mensch ständig so auf 180 ist, wie sein Vorgesetzter McInsch, wage ich genauso zu bezweifeln, wie die Glaubwürdigkeit von DI Steel, die als Kampflesbe mit einer Gossensprache, bei der selbst ein Hafenarbeiter rot werden würde, immerhin für einige amüsante Momente sorgt.
Insgesamt werden hier so manche Klischees bedient. Nichts desto trotz hat mich dieser Roman so gefesselt, dass ich ihn nicht mehr aus der Hand legen konnte (ich war in zwei Tagen durch).
Fazit: Schnell, spannend, blutig und ein kurzweiliges Lesevergnügen!