Zunächst einmal allgemein formuliert, ersteht man mit "Blut der Abtrünnigen" ein sehr unterhaltsames Werk mit 7 mehr oder weniger guten Kurzgeschichten, welche allesamt vor dem großen Bruderkrieg spielen. Im Vordergrund der meisten Geschichten steht die Vorhergehensweise der Expeditionsflotten und deren Entscheidungsmacht über die Zukunft der anderen Menschen im Universum.
Anzumerken ist die (erneute) gigantische Ansammlung von Schreibfehlern, welche sich im hinteren Teil des Buches ins unfassbare steigert. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass in der letzten Geschichte ein Schreibfehler pro Seite zu finden ist. Man gelangt bei den deutschen Heyne Fassungen mal wieder an den Punkt, wo man sich fragt: "Liest das Buch kein Mensch, bevor es auf den Markt kommt?". An der Übersetzung stören mich diesmal sehr wenige Sachen, die Schreibfehler sind jedoch nicht mehr im tolerierbaren Rahmen und fließen in meine Gesamtwertung mit einem Stern weniger ein.
Nun zu den einzelgeschichten:
Dan Abnett: "Blutspiele" 4/5
Hierbei geht es um die Adeptus Custodes und deren Trainingsarten auf Terra. Die Geschichte fängt mit wenig Informationen an, sodass man nicht recht weiß, was gerade warum überhaupt passiert und offenbart sich dann gegen Ende hin mit einem spannenden Abgang.
Mike Lee: "Wolf vor der Tür" 2/5
Diese Kurzgeschichte dreht sich um die Space Wolves und deren Landung auf einem unerkundeten Planeten. Meiner Meinung nach gibt die Geschichte wenig her, da die Handlung wenig reizvoll ist und die Charaktere überaus blass bleiben.
A. Reynolds: "Söhne des Sturms" 4/5
Anthony Reynolds erzählt hier von den Word Bearers, deren Verhandlung und Landung auf einem Planeten. Ausserdem spielt Primarch Lorgar am Ende eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Dieser Teil des Buchs beginnt erst ein wenig unspannend, rettet sich dann jedoch mit dem etwas unerwarteten Ende.
J. Swallow: "Die Stimme" 3/5
Hier werden die Sororita Silentum und deren Gepflogenheiten und Denkweisen näher beleuchtet. Im Zentrum steht die junge Novizin Leilani Mollitas, welche noch nicht das "Schweigegelübte" abgelegt hat und nun auf eine gefährliche Mission in den Warpraum zusammen mit ihrer Meisterin Amendera Kendel muss. Ich persönlich fand die Idee zur Geschichte schon gut, jedoch konnte ich mich mit der Umsetzung nicht wirklich anfreunden.
Gav Thorpe: "Der Ruf des Löwen" 4/5
Wie man sich unschwer denken kann, geht es hier um die Legion der Dark Angels. Genauer geht es um den Zwist zwischen den terranischen und den calibanischen Anführern der Legion und deren Auswirkung auf die Expedition durchs All. Die Geschichte basiert hauptsächlich auf Dialogen, wobei ausgedehnte Schlachtszenen hier keineswegs fehlen und der Spannung keinen Abbruch tun.
G. McNeill: "Die letzte Kirche" 5/5
Zum Inhalt kann man nicht mehr sagen, als dass es um die letzte Kirche auf Terra und dessen Hüter geht. Die komplette Erzählung kommt ohne große Action aus und basiert fast ausschließlich auf einem Dialog, welche jedoch 1:1 auf heutige Situationen übertragen werden kann. Für mich persönlich ist diese mit Abstand die beste Geschichte in dieser Sammlung.
M. Farrer: "Nach Desh'Ea" 4/5
Im letzten Teil von "Blut der Abtrünnigen" geht es um die War Hounds (später World Eaters) und deren Entdeckung ihres Primarchen Angron, sowie der harten Probe welche dieser seinen Männern auferlegt. Auch diese Geschichte fängt etwas verwirrend und nichtssagend an, steigert sich jedoch stark nach dem ersten Drittel und bleibt dann durchweg spannend.