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Blumenberg: Roman [Gebundene Ausgabe]

Sibylle Lewitscharoff
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

12. September 2011
Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raubkatzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle – für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht? Das Auftauchen des Tieres wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenbergs. Ohne es zu merken, gerät auch eine Handvoll Studenten in seinen Bann, unter ihnen der fadendünne Gerhard Optatus Baur, ein glühender Blumenbergianer, und die zarte, hochfahrende Isa, die sich mit vollen Segeln in den Falschen verliebt. »Blumenberg« ist nur nebenbei eine Hommage an einen großen Philosophen, vor allem ist es ein Roman voll mitreißendem Sprachwitz, ein Roman über einen hochsympathischen Weltbenenner, dem das Unbenennbare in Gestalt eines umgänglichen Löwen begegnet.

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Produktinformation

Leseprobe Jetzt reinlesen [PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 5 (12. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422448
  • ISBN-13: 978-3518422441
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 141.145 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Enorme Sprachkunst, feiner Witz und metaphorische Vertracktheit  könnten den Roman zu einem Star des Herbstes werden lassen.«

(Matthias Waha Süddeutsche Zeitung )

»Sibylle Lewitscharoff taucht in die Sprache ein wie eine Schwimmerin in die farbenprächtige Unterwelt der Südsee. So leicht, so vielgestaltig und wortfreudig, sogar worterfinerisch sind zur Zeit nur wenige deutsche Schriftsteller … Sibylle Lewitscharoffs Roman ist eine Hommage an diesen fast verwirrend vielseitigen, genialen Denker, den sie bewundernd ent- und verrätselt. Aber die Schriftstellerin nähert sich seinem Denkgebäude gleichzeitig völlig unbefangen, mit einer so augenzwinkernden Heiterkeit, so einer zauberischen sprachlichen Leichtigkeit, dass man als Leser nicht weiß, was man mehr bewundern soll: ihre Bildung, ihre Intelligenz oder ihre wortschöpferische Kraft.«

(Jutta Duhm-Heitzmann WDR 5 )

»Sibylle Lewitscharoff hat das alte Bündnis von romantischem Roman und Philosophie glänzend erneuert.«

(Lothar Müller Süddeutsche Zeitung )

»So, wie der grandiose Stilist Blumenberg die Literatur und das Fabulieren umarmte, auf deren spezifischer Wahrheit er im Interesse umfassender menschlicher Selbsterkenntnis bestand, umarmt Lewitscharoff mit ihrem Sprachwitz die Philosophie.«

(Gregor Dotzauer Tagesspiegel )

»Man braucht sich in Blumenbergs Werk nicht auszukennen auch nicht in Platons. Man braucht ebenso wenig andere Philosophen zu erkennen, die im Roman umhergeistern. Man benötigt, um in den Genuss dieses blitzgescheiten, fantasieüppigen Romans zu kommen, allein die Bereitschaft, im abgesicherten Denkgebäude ein paar Fenster und Türen zu öffnen.«

(Silvia Hess Aargauer Zeitung )

»Ein großes, geglücktes Ausnahmebuch.«

(Der Spiegel )

»Blumenberg ist ein faszinierender Philosophenroman - im hoch literarischen Löwenpelz.«

(Jutta Person Cicero )

»Vor allem überzeugt diese Blumenberg-Fantasie durch die gewitzte, bildkräftige, präzis-prziöse Sprache, mit der Lewitscharoff ihren Rang als eine der stärksten Stilistinnen der deutschen Gegenwartsliteratur festigt.«

(Wolfgang Schneider Deutschlandradio Kultur )

»... und schon jetzt kann man sagen, dass sie in Berlin lebende Schriftstellerin damit einen der bedeutensten und wohl auch erfolgreichsten Romane in diessem herbst vorgelegt hat.«

(Gerrit Bartels Tagesspiegel )

»Sibylle Lewitscharoffs Blumenberg ist ein königliches Lesevergnügen.«

(Patrick Bahners Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Über den Autor

Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart als Tochter eines bulgarischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren, studierte Religionswissenschaften in Berlin, wo sie, nach längeren Aufenthalten in Buenos Aires und Paris, heute lebt. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Buchhalterin in einer Werbeagentur. Sie veröffentlichte Radiofeatures, Hörspiele und Essays. Für Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Es folgten die Romane Der Höfliche Harald (1999), Montgomery (2003) und Consummatus (2006). Der Roman Apostoloff wurde 2009 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Blumenberg (2011) stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien der Band Vom Guten, Wahren und Schönen, der die 2011 in Frankfurt und in Zürich gehaltenen Poetikvorlesungen versammelt. 2009 gestaltete Sibylle Lewitscharoff eine Ausstellung im Deutschen Literaturarchiv Marbach zum Thema »Der Dichter als Kind«; in ihren Papiertheater-Arbeiten befaßt sie sich mit Clemens Brentano, Johann Wolfgang Goethe, Gottfried Keller, Karl Philipp Moritz und Friedrich Schiller.

Sibylle Lewitscharoff ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Berliner Akademie der Künste.


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Kundenrezensionen

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59 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Löwe auf dem Teppich 20. September 2011
Von Sarah O. TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Sibylle Lewitscharoffs Roman "Blumenberg" beginnt im Mai 1982.
Eines Nachts - der Philosoph und Münsteraner Universitätsprofessor Blumenberg geht seiner allabendlichen Arbeitsroutine nach - liegt plötzlich ein Löwe mitten auf dem Teppich seines Arbeitszimmers. Nicht mehr der Jüngste, aber dennoch majestätisch und imposant, wird der Löwe ein ständiger Begleiter Blumenbergs, gibt ihm Kraft, besucht ihn jeden Abend in seinem Arbeitszimmer, fährt auf der Rückbank seines Autos mit und taucht in seiner Vorlesung zum Thema "Trost" auf. Keiner der Studenten kann den Löwen sehen, doch vier scheinen seine Anwesenheit zu spüren.
Isa, die junge Frau aus der ersten Reihe, die sich in einer an Besessenheit heranreichenden Verliebtheit in Phantasien mit ihrem Professor flüchtet, Gerhard, ihr Freund und der wohl begabteste Student Blumenbergs,durch den frühen Tod beider Eltern ein Waise, Richard, der von Südamerika träumt anstatt vom Abschluss seines Studiums und Hansi, ein Poet, den keiner versteht und fast alle für schwachsinnig halten.

Sibylle Lewitscharoff webt in ihrem Roman eine Geschichte um Blumenberg und diese vier Studenten. Schnell wird klar, dass jeder seine Probleme hat und einen Unterstützer wie den Löwen gebrauchen könnte. Der Philisoph Blumenberg ist in seinen biographischen Daten mit dem realen Philosophen Hans Blumenberg identisch, der Romanheld und auch seine Familienmitglieder lassen aber den Vornamen vermissen, die Handlung ist rein fiktiv.

Charmant und melodisch wirkte auf mich der Stil dieses Romans. Die Sprache ist mutig, nicht alltäglich und um keine Neuschöpfung verlegen. Hinzu kommt eine ordentliche Portion Witz, ein wenig Ernsthaftigkeit in den Schicksalen der Protagonisten und ein fulminantes, der Realität entgültig entflohenes Ende.

Sehr gelungen finde ich auch die Einschübe des "Erzählers", in welchen "er" auf sehr unterhaltsame Weise sein oft grausames Vorgehen mit seinen Figuren rechtfertigt oder seine Wissenslücken und dichterischen Freiheiten eingesteht.

Insgesamt ist "Blumenberg" besonders durch das intelligente Sprachtalent der Autorin für mich ein Roman, der in der heutigen Literatur seinesgleichen sucht.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von hjg
Format:Gebundene Ausgabe
Der Roman ist teilweise sprachlich furios geschrieben, mit überraschenden Bildern und Synästhesien, aber der lustlose Aufbau und die fehlende Spannung machen ihn mitunter zur mühsamen Kopfarbeit. Da ist jemand auf sein eigenes Können hereingefallen, da will jemand zu spürbar beeindrucken. Die Figuren wirken absolut gekünstelt, da kommt weder echtes Gefühl noch irgendeine Form von Aha-Erlebnis auf. Null Identifikationsmöglichkeit. Der Roman ist ein gekonntes, aber nutzloses Spiel, und man fragt sich nachher: Was wollte die Autorin mir als Leser damit übermitteln? Ich kann die begeisterten Reaktionen der professionellen Rezensenten überhaupt nicht nachvollziehen. Eine langweilige, gekünstelte Geschichte, von der am Ende nichts übrigbleibt.
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46 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen zu nah, zu fern 11. Oktober 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Sieben Jahre lang, bis zu seiner Emeritierung, habe ich nahezu jede Vorlesung Hans Blumenbergs (1920-1996) gehört - Blumenberg hielt zu meiner Zeit nur noch Vorlesungen, eine war als "Kolloquium" getarnt, das hieß, im Prinzip war es möglich, Fragen zu stellen, allerdings mußten sie mindestens eine Woche vorher schriftlich eingereicht werden. Ihre Beantwortung stand in den Sternen der kopernikanischen Welt, und manches Mal glomm sie auf und erlosch wie ein Meteor. Frage: "Wie ist Ihr Verhältnis zu Habermas?" Blumenberg: "Gut." Sprechstunden hielt er nur "nach Voranmeldung", und es brauchte Mut, sich voranzumelden. Dennoch, an einem dunklen Herbstabend des Jahres 1979 war ich in Blumenbergs Sprechstunde. Er empfahl mir Platon, riet entschieden von Aristoteles ab, band mein Fortkommen als Philosph aber daran, daß ich Kants "Kritik der reinen Vernunft" zu lesen habe. "Seite für Seite, auch die Fußnoten", dazu solle ich Notizen erstellen, diese "in einem Schuhkarton" sammeln und im folgenden Jahr mit ebendiesem Schuhkarton wieder bei ihm erscheinen. Das tat ich, zwei Jahre später. Blumenberg sah am Schuhkarton vorbei und empfahl mir als Anschlußlektüre Georg Simmels "Philosophie des Geldes". Ich las stattdessen Blumenbergs Schriften; heute steht alles, was zu Lebzeiten und nach seinem Tode von ihm und über ihn erschienen ist, hinter mir im Regal.
Und dann, aus solcher Nähe, einen Roman über ihn lesen, geschrieben von einer Autorin, die Hans Blumenberg womöglich gar nicht gekannt, nie gesehen, nie gehört hat? Ich habe ein paar Wochen lang gezögert, das Buch dann aber doch gekauft, aus Sammlertrieb, wie ich gestehe, um meine Blumenbergiana lückenlos zu lassen.
Konzeptionell ist "Blumenberg" kein guter Roman; die selbstreflexiven Autoreinschübe wirken unmotiviert, nach zwei Dritteln des Buches gehen Lewitscharoff die Ideen aus, der Rest ist zusammengestückt. Die Nebenfiguren bleiben weitgehend uninteressant, daß sie allesamt sterben, mag angehen, am Leben bleiben könnten sie auch. Vor allem aber: Lewitscharoff findet nicht den rechten Abstand. Minutiöse biographische Nähe auf der einen Seite, die sich Auskünften von Blumenbergs Tochter Bettina verdankt, erstaunliche Ferne zum Denker Blumenberg auf der anderen. Seine Philosophie, deren zentrale Stücke griffig genug sind - "Säkularisierung als Selbstbehauptung", "Arbeit am Mythos", "der Absolutismus der Wirklichkeit" -, tropft durch die Seiten wie dünner Kaffee durch einen Filter.
Und doch, trotz allem, habe ich das Buch gerne gelesen, weil Lewitscharoff klassisch schöne Prosa schreibt, und weil der Löwe da ist. Ein emblematischer Einfall, der selbst Blumenberg gefallen hätte (vgl. Hans Blumenberg, Löwen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2010).
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2.0 von 5 Sternen Gehirnte Formulierungen
Ja, sie hat Preise gewonnen, ja, sie ist eine große Schriftstellerin, ja, auch originell, aber: Nein, ich mag weder die Sprache, noch die Figuren. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Tagen von C. Singer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Verwirrung in der Gelehrtenstube
Literatur und Philosophie existieren ja nicht selten in symbiotischer Form, meist in Person eines geistigen Schöpfers, Dichter und Denker in einem, der alle beiden... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Borux43 veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Achtung: Anspruchsvoll!
Hans Blumenberg war ein deutscher Philosoph an den Universitäten in Hamburg, Gießen, Bochum und Münster, wo er 1985 emeritierte. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Th. Leibfried veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Weckt Lust auf das Original
Ob der Roman der Wirklichkeit des Münsteraner Philosophen Hans Blumenberg zumindest ein wenig entspricht, erschliesst sich jedenfalls dem (noch) zu wenig mit ihm vertrauten... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Majomie veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Blumenberg und vier seiner Studenten
Ich bin recht zwiespältig, was den Roman "Blumenberg" angeht. Sprachlich ist er hervorragend. Die Stellen, in denen Philosoph Blumenberg selbst im Zentrum der Handlung steht,... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Villette veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg
Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg
Ich benütze gerne Taschenbücher. Sie sind preisgünstiger und ich kann meine Notizen zu Studienzwecken gut und sinnvoll... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Elke Kaden veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Falsche Erwartung
Gemessen am wortreichen Lob des Buches im Feuilleton kam für mich doch leider nur ein mittelmäßiges Lesevergnügen heraus. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von hg hiss veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Phantastisch
Seit einiger Zeit wünsche ich mir einen Löwen an meine Seite. Schuld daran trägt Sibylle Lewitscharoff’s Roman „Blumenberg“. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Thomas Gebauer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Der Löwe bändigt die Angst beim Denken
Einen Roman nach einem Philosophen zu benennen, das ist gewagt, weil die Erwartung provoziert wird, dass die Gedanken dieses Philosophen nachgeschrieben werden. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Thomas Holtbernd veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Auf leisen Sohlen in sein Zimmer getreten
Der Philosoph Blumenberg, den die Autorin persönlich sehr verehrte , steht im Mittelpunkt des kleinen Romans über das "Wunder", dass ihm ein Löwe erschien. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Diethelm Thom veröffentlicht
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