Liest man den Namen Russ Meyer,so erwartet man erst einmal Actiontrash mit dickbusigen Damen,die alle Klamotten abgelegt haben. Zwar kommen auch diese Zutaten vereinzelt in "Blumen ohne Duft" vor,trotzdem ist der Film so ganz anders als viele andere Werke des umstrittenen Filmers. Für Russ Meyers Werke habe ich mich nie sonderlich interessiert,bis ich diesen Film sah. Schon die edle Opik der Aufmachung verspricht einen Inhalt,den die DVD dann tatsächlich auch zu bieten hat. Voll auf Sixties getrimmt erschien die DVD mit einem runden informativen Begleitbooklet,und enthält neben dem Hauptfilm aus dem Jahr 1970 noch eine zweite DVD mit massig Bonusmaterial.
Der Film selbst ist ein wilder Trip in den Zeitgeist der Sixties/Seventies,in dem die Darstellung von ausschweifenden Parties,freier Liebe,wilder Beatmusik,hübschen Frauen und verklemmten Spiessern so auf die Spitze getrieben wird,dass man heutzutage nicht mehr wissen kann,ob Meyer die damalige Zeit nur überspitzt darstellte oder parodierte. Sein Farbchoreografie ist dabei spitze,jedes Standbild des Films wäre eine Augenweide für sich. Zur Story: Eine dreiköpfige Frauenbeatband und ihr Manager reisen nach Los Angeles,weil Sängerin Kelly eine Erbschaft antreten möchte. Deren Tante Susan führt die vier in die ausschweifenden Parties der High Society ein,in denen sich das Liebeskarussel um die Bandmitglieder wild zu drehen beginnt und die Oberflächlichkeit regiert. Einige von ihnen werden am Ende bereuen,sich diesen hingegeben zu haben. Der Film ist mit seinen süßen Darstellerinnen,fantastischen Sets und knalligen Farben eine Wucht und hat darüber hinaus sogar noch mehr als eine Message zu bieten. Ein weiteres Highlight ist die tolle Musik,die ich mir jederzeit auf CD besorgen würde. Mit diesem Film hat Meyer jedenfalls ein Meisterwerk abgeliefert,und die Doppel-DVD wird diesem voll gerecht.