"Mit Blumen heilen" ist eine der Pionierarbeiten der deutschsprachigen Bachblüten-Literatur und gehört nach den Originalschriften von Bach zum Besten was der mittlerweile reichlich gesättigte Markt zu bieten hat. Das Buch sieht die umstrittene Therapieform noch ganz in ihre spirituell-esoterische Tradition eingebettet - kaum zu glauben, daß der selbe Autor 7 Jahre später eine vollständig dem medizinisch-psychologischen, funktionalen Weltbild verhaftete Abhandlung zum Thema geschrieben hat ("Das neue Bach-Blüten-Buch").
"Mit Blumen heilen" beginnt mit einer ausführlichen Einleitung –'Der sanfte Weg zur Heilung. Grundsätzliche Gedanken'- Hier werden die Ideen Bachs dargestellt und mit einfachen aber wirksamen Symbolen erläutert. Wer hier als Leser in seinem Innersten ansprochen wird und die Stimmigkeit des Gesagten intuitiv erfaßt, hält das richtige Buch in seinen Händen. Wer eher mit 'Was ist das denn für ein komisches Geschwafel' reagiert, wird -momentan- auch aus dem Rest des Buches kaum etwas für sich ziehen können.
Kapitel 1 "Heile dich selbst" bringt - nach einem kurzen geschichtlichen Überblick und einigen Praxishinweisen - die ausführliche Beschreibung der einzelnen Blütenmitel, die in Form der persönlichen Ansprache geschrieben sind. Blome interpretiert die Originaltexte von Bach, die ja meist nur aus 2-3 Sätzen bestehen, sehr großzügig, wodurch eine gewisse Verwässerung eintritt - kein Wunder, daß so mancher Leser fast alle 38 Blüten als zutreffend empfindet. Es schließt sich ein Fragebogen an, der Einsteigern eine wertvolle Hilfe bei der Ermittlung der zutreffenden Blüten bieten kann.
Kapitel 2, "Die Blütenthrapie in der Praxis", ist eher für Therapeuten geschreben und bringt eine Wiederholung der Blütenbeschreibungen. Hier geht es darum, die Blütenprizipien eher bei anderen Menschen zu erkennen, als bei sich selbst. Durch den veränderten Blickwinkel ergeben sich wertvolle Ergänzungen und zusätzliche Erkenntnisse, das Verständnis der Blütenbilder wird vertieft. Ein Abschnitt "Spezielle Mittelkombinationen" versucht eine Zuordnung zwischen bestimmten Krankheitsbildern und Blütenbildern vorzunehmen – ein schwieriges, weil zu Mißverständnissen Anlaß gebendes Unterfangen, denn die Bach Blüten Therapie will ja gerade nicht die Krankheit sondern den Menschen behandeln. Blome löst dies sehr gut, indem er nur Anregungen gibt und jegliche -von den Verfechtern des 'wissenschaftlichen' Weltbildes so vehement geforderten- Verallgemeinerungen vermeidet (etwa: Migräne vorne rechts oben = Agrimony). Das Kapitel wird abgerundet durch einen sensibel geschriebenen Abschnitt über die Unterstützung bei der "Krebsbehandlung" und ein "Interview mit der Zeitschrift: Das Neue Zeitalter", in dem der Autor das Wesen der Bachblütentherapie in konzentrierter Form zusammenfaßt.
Das letzte Kapitel beschäftigt sich schließlich mit "Astrologie und Blütentherapie". Bach hat Zusammenhänge zwischen Blütenbildern und Urprinzipien des Tierkreises postuliert, selbst jedoch nie eine Zuordnung vorgenommen. Heute ist dies groß in Mode und es gibt wohl so viele Zuordnungen wie es Autoren dazu gibt. Blome bleibt hier bewußt an der Oberfläche - "Es sollen hier nur Einführungen in das astrologische System gegeben werden, um Ihnen die Problematik und die Möglichkeit anzudeuten". Darurch ist die Beschreibung der Zeichen ziemlich stereotyp geraten, was allerdings die offenkundigen Übereinstimmungen mit den Blütenbeschreibungen auch klarer hervortreten läßt. Als Anregung für eigene Nachforschungen ist das Kapitel hervorragend geeignet.
'Mit Blumen heilen' ist ein rundum empfehlenswerter Einstieg in die faszinierende Welt der Bachblüten; 'Besser' sind eigentlich nur die Originale.