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Blumen für Polt: Kriminalroman
 
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Blumen für Polt: Kriminalroman [Gebundene Ausgabe]

Alfred Komarek
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (1. März 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852183219
  • ISBN-13: 978-3852183213
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,7 x 2,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.155.811 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alfred Komarek
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Nachtdienst von Gendarmerieinspektor Simon Polt gestaltet sich anders, als er es sich vorgestellt hatte. Zunächst nimmt ihn ein Verkehrsunfall mit Todesfolge in Anspruch, dann erreicht ihn die Nachricht vom Tode des geistig behinderten Willi, eines Außenseiters der Dorfgemeinschaft, der von einem Steilhang zu Tode gestürzt ist. Mit Willi hatte Polt so etwas wie eine Freundschaft verbunden, er mochte den friedfertigen freundlichen Menschen, den er vor ein paar Stunden noch lebend getroffen hatte und der ihm noch frisch gepflückte Wiesenblumen geschenkt hatte. Nun war Willi ausgerechnet an dem Lössabsturz zu Tode gekommen, vor dem er sich immer vorsehen wollte. Polt kann nicht so recht an einen Unfall glauben. Er hört sich um, dienstlich wie privat, stößt auf die Spur der rabaukenden und saufenden Frieb-Brüder und kommt einer Jugendbande auf die Schliche. Aber einen Mord will er zunächst noch niemandem zutrauen...

Auch in seinem zweiten Kriminalroman um Inspektor Simon Polt ist Alfred Komarek auf eindrucksvolle Weise die Beschreibung einer zerfallenden ehemals bäuerlich geprägten Welt gelungen, der Welt des Weinviertels an der Grenze zu Tschechien. "Kleine" Kriminalfälle des Alltags werden zum Gegenstand des Handlung, die durch ihre fast sinnlich wahrnehmbare Atmosphäre in Bann schlägt. Kauzige Figuren, eine unglaublich fein gewobene Liebesgeschichte, die sich auch durch den den zweiten Polt-Roman zieht, und die zurückhaltende, von tiefem Verständnis für die gewachsene dörfliche Gemeinschaft geprägte Ermittlungsarbeit Polts ergeben einen wunderschönen Roman ganz in der Tradition des großen Friedrich Glauser. --Ulrich Deurer

Pressestimmen

Schnörkellos und geradlinig erzählt Komarek von krummen Touren, von der Intoleranz und der latenten Bösartigkeit netter Leute, von dem faschistoiden, der Wahnidee der Rassenhygiene verpflichteten Gedankengut, dem so mancher rechtschaffene Bürger insgeheim anhängt und das dem Mörder die Hand führte. Er vesteht sich auf die Kunst, einen Fall scheinbar zu lösen und dann hinterrücks völlig neu aufzurollen. Und ganz nebenbei entwirft er das Panorama einer ländlichen Welt, die zum Untergang verurteilt scheint, einer Idylle, um die man fürchten muß und die zum Fürchten ist. Blumen für Polt von Alfred Komarek, eine kriminalistische Weinlese aus dem Weinviertel - trocken, aber süffig .... Ulrich Klenner, Bayerischer Rundfunk B5 "...zweifellos ist der schlag- und trinkfeste Polt, der andernorts als archaisch gelten müsste, hierorts der einzig wahre und brauchbare Gesetzeshüter." Ingeborg Sperl, Standard Album "Komarek ist nicht nur imstande die Landschaft und Bevölkerung des Weinviertels so zu schildern, dass der Leser sich räumlich und emotional in den Roman einleben kann, er dürfte auch engen Kontakt zu Menschen mit geistiger Behinderung, bzw. deren Umfeld gehabt haben - ansonsten wären Beschreibungen wie im Roman gebraucht, wohl kaum möglich." Ein Leser, Amazon "Dieser Kriminalroman lebt nicht nur vom Plot, sondern auch von den detaillierten Milieuschilderungen aus dem Weinviertel und den Charakterstudien der Dorfbewohner, die eigentlich ganz normale Menschen mit kleineren oder größeren Fehlern sind." egotrip.de "Polts Geheimnis ist die schräge Idylle, wo aus jedem Haustor ein Mörder in einem Autor mit abgelaufener Parkuhr flüchten kann. Dieser "Kommissar" hat schon mit seinem zweiten Fall einen unverwechselbaren Kosmos um sich aufgebaut!" Helmuth Schönauer, FF "Im Sog der Renaissance der Kriminalliteratur bietet die Mischung aus Krimi, der liebevollen bis satirischen Beschreibung der Dorfbewohner und die zarte Liebesbeziehung zwischen Polt und der Lehrerin Karin Walter wahren Lesespaß mit Lokalkolorit." Saskia, www.mediodrom.com "Auch Komareks zweiter Roman atmet die betörende Atmosphäre einer grenzländischen Welt, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Obwohl sich auch in "Blumen für Polt" neben einem spannenden und solide konstruierten Kriminalfall der Komarek-typische Humor findet, so ist dieser Roman doch um Grade lakonischer, schmuckloser, zuweilen gar unversöhnlicher. Der in Wien lebende Autor scherzt wie alle guten Krimi-Autoren dort nicht, wo es um das Leben geht." Robert Hültner, Abendzeitung

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Blumen für Polt" (detebe 23295 - Erstausgabe 2000) ist nach "Polt muß weinen" (detebe 23129 - Erstausgabe 1998) das zweite Buch Alfred Komareks mit Gendarmerie-Inspektor Polt. Das erste Buch wurde mittlerweile für das Fernsehen verfilmt und Alfred Komarek hat für es 1999 den Glauserpreis erhalten. "Blumen für Polt" bewegt sich im gleichen Milieu im österreichischen Weinviertel. Diesmal kommt Willi - ein geistig Behinderter - an einem Steilhang zu Tode. Polt kann nicht so recht an einen Unfall glauben und beginnt bedächtig nach Spuren zu suchen. Dabei lernt man sukzessive die Sonnen- und Schattenseiten der Bewohner des Wiesbachtals kennen. Insbesonders eine Kinderbande, die ihren Phantasien frönt, und ein tödlicher Verkehrsunfall mit einigen Ungereimtheiten bringen ihn jedoch zur Lösung des Falles. Mit dabei - wie auch schon im ersten Fall mit Gendarmerie-Inspektor Polt - auch die von ihm verehrte Lehrerin Karin Walter und die Rockerbande - diesmal das Gesetz und seine Hüter unterstützend. Und mit dabei das von Komarek so geschätzte Weinviertel mit seinen dörflichen Idyllen, den verlassenen Kellergassen, den verfallenden Preßhäusern und verwachsenen Hohlwegen. Weiters mit dabei der Weingenuß bei jeder Gelegenheit - wie auch anders im Weinviertel. Alles in allem ein interessanter Kriminalroman, der in einer liebenswerten Gegend spielt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Wolfgang Gonsch TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Spektakulär ist es immer noch nicht, das Leben im Weinviertel. Zwei Jahre ist es her, dass Polt beim Fall des mittels Gärgas umgebrachten Weinbauern Hahn weinen musste. Still ist es, ruhig und beschaulich geht es zu in der Region, die hauptsächlich von Weinbauern bewohnt ist und dass mal ein kleiner Autounfall passiert, kann natürlich auch hier vorkommen; und dass dabei mindestens einer der Beteiligten vorher einen kleinen Schluck Wein verkostet hat, versteht sich fast von selbst, denn meistens ist bei dieser allgegenwärtigen Sauferei sowieso mindest ein Kiewara mit von der Partie.

Höchst bedauerlich wenn dabei ein Mensch ums Leben kommt. Aber der Riedl Rudi, der hier unter die Räder kam, ist im ganzen Ort bekannt dafür, sich schon mal absichtlich vor ein Auto fallen zu lassen, um dann Schmerzensgeld kassieren zu können.

Am selben Abend wird aber noch ein weiterer Todesfall vermeldet. Willi, ein geistig Behinderter und vor allem Polts Freund, war über einen Lößabbruch gestürzt. Und weil ihm das äußerst seltsam vor kommt hört Gendarmerie-Inspektor Simon Polt nicht auf Fragen zu stellen und setzt sogar seine frisch geknüpfte Liebesbeziehung zu seiner Pädagogin aufs Spiel ...

Was Komarek hier erzählt, ist eigentlich eine ganz alltägliche Geschichte. Ein Autounfall, ein Sturz; traurig zwar, aber nichts, was auf andere Motive würde schließen lassen. Es braucht schon einen Simon Polt, um unter die Oberfläche zu kommen. Seine Verhörmethoden entsprechen mit Sicherheit nicht den gängigen Verfahrensweisen, aber irgendwann trägt dieses Zuhören, seine Beharrlichkeit dann auch Früchte: schon wieder gibt es ein neues, winziges Detail, das ihn weiter lockt!

Beschaulich erzählt Alfred Komarek, mit einer ungeheuren Liebe zum Detail, von den Gegenständen und von der Region, in der er seine Krimis angesiedelt hat.

Komarek schafft es, eine ganze Welt vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen. Es ist, als würden die Landschaft und der Erzählrhythmus eins sein: eine gelungene Symbiose, lesens- und empfehlenswert nicht nur für Leser, die sich für die Region interessieren oder Fans spannender Krimis sind, sondern auch authentische Milieu-Studien lieben.

Lassen Sie sich vom österreichischen Charme, von der Liebe zum Detail, von verfallenen Presshäusern, verwachsenen Hohlwegen und friedlichen Weinkellern verführen!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Alfred Komarek beschreibt in seinem Roman „Blumen für Polt“ den geistig behinderten Willi ohne medizinische Diagnosen – er wird hauptsächlich aufgrund seines Ausdrucks und seines Wirkens auf die im Roman dargestellte Landbevölkerung beschrieben. In Willi’s Anamnesebogen – würde er Klient in einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen sein – lautete der Begriff unter dem Punkt „Diagnose“, wohl „Oligophrenie“.

Im fiktiven Wiesbachtal, haben die Menschen – im landläufigen Milieu – durchaus übliche Begriffe für den behinderten Willi. So bezeichnen sie ihn als seelenloses Wesen, Idioten, oder Lebensunwürdigen – er stört das pseudoidyllische Bild der Gegend. Vom Besitzer der Riede „toter Hengst“, in der er sich so gerne aufhält und wo sich seine Lieblingsplätze zum Träumen befinden, wird er so recht und schlecht gemieden, von den Kindern des Ortes, denen er einen wichtigen, weil geheimen Treffpunkt – die Höhle im Lößabsturz unterhalb der Riede - aufgrund seiner Anwesenheit, streitig macht, wird er verlacht und verspottet. Gegen Ende des Romans stellt sich heraus, dass ihn sogar der eigene Vater für einen Kretin, mit verblödetem, unerträglichem Grinsen hält – er ist es auch, der ihn tötet. Willi’s Tod, wird als eine Verkettung unglücklicher Umstände beschrieben: Vom Weingartenbesitzer erschreckt, stolpert er über die absichtlich ausgesteckten Beine der ihn veralbernden Kinder – er stürzt den Lößabsturz hinunter – und überlebt! Sein Vater, der ihn schon nach der Geburt verstoßen hat, findet – und tötet – ihn!

Willi selbst wird als äußerst gutmütig, ruhig und etwas ängstlich den Menschen gegenüber, die ihm negativ gegenüber treten, beschrieben. Positive Erfahrungen macht er eigentlich nur mit Antonia Raab - die ihn als Findelkind bei sich aufnahm - bzw. mit Simon Polt, die sich als einzige Burgheimer mit ihm so beschäftigen, wie man es als Behindertenbetreuer eigentlich von allen Ansässigen erwarten würde. Raab und Polt sind auch diejenigen, die seine Züge eher als alterndes Kindergesicht, denn als zerfurchte Fratze bezeichnen.

Es handelt sich hier um einen Roman mit fiktiver Handlung – trotzdem beschreibt
ein Artikel, über - den zu diesem Zeitpunkt noch lebenden - Willi, in einer
Lokalzeitung ganz gut, wie Behinderte von ihrer Umwelt oft wahrgenommen
werden – für jeden sozial normaldenkenden Menschen erschütternd. Nach einigen
einleitenden Zeilen, steht geschrieben:

Willi hatte noch Glück. In den grausamen Wirren der Nachkriegszeit blieb sein kaum erwachtes Leben verschont. Von unbekannten Eltern gleichgültig und herzlos weggelegt, fand er Erbarmen. Es ist für ihn gesorgt. Doch kann der mit klarem Verstande gesegnete Betrachter bei diesem gedankenleer verdämmernden Leben von Glück schreiben? Mag sein, dass Willis Eltern längst gestorben sind, doch mit ihren Gebeinen liegt ihre Schuld nicht mit begraben. Aus dem Schweigen ihres unglückseligen Kindes tönt das Fanal bitterer Anklage und ungesühnter Schuld. Sein leeres Gesicht spiegelt die Fratze jener wieder, die ihn verantwortungslos gezeugt und allein gelassen haben. Waren sie womöglich wie er gewesen? Gedankenlos dem dumpfen Drängen tierischer Triebe folgend? Wir werden es wohl nie erfahren.

Komarek ist nicht nur imstande die Landschaft und Bevölkerung des Weinviertels so zu schildern, dass der Leser sich räumlich und emotional in den Roman einleben kann, er dürfte auch engen Kontakt zu Menschen mit geistiger Behinderung, bzw. deren Umfeld gehabt haben – ansonsten wären Beschreibungen wie im Roman gebraucht, wohl kaum möglich.

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