Spektakulär ist es immer noch nicht, das Leben im Weinviertel. Zwei Jahre ist es her, dass Polt beim Fall des mittels Gärgas umgebrachten Weinbauern Hahn weinen musste. Still ist es, ruhig und beschaulich geht es zu in der Region, die hauptsächlich von Weinbauern bewohnt ist und dass mal ein kleiner Autounfall passiert, kann natürlich auch hier vorkommen; und dass dabei mindestens einer der Beteiligten vorher einen kleinen Schluck Wein verkostet hat, versteht sich fast von selbst, denn meistens ist bei dieser allgegenwärtigen Sauferei sowieso mindest ein Kiewara mit von der Partie.
Höchst bedauerlich wenn dabei ein Mensch ums Leben kommt. Aber der Riedl Rudi, der hier unter die Räder kam, ist im ganzen Ort bekannt dafür, sich schon mal absichtlich vor ein Auto fallen zu lassen, um dann Schmerzensgeld kassieren zu können.
Am selben Abend wird aber noch ein weiterer Todesfall vermeldet. Willi, ein geistig Behinderter und vor allem Polts Freund, war über einen Lößabbruch gestürzt. Und weil ihm das äußerst seltsam vor kommt hört Gendarmerie-Inspektor Simon Polt nicht auf Fragen zu stellen und setzt sogar seine frisch geknüpfte Liebesbeziehung zu seiner Pädagogin aufs Spiel ...
Was Komarek hier erzählt, ist eigentlich eine ganz alltägliche Geschichte. Ein Autounfall, ein Sturz; traurig zwar, aber nichts, was auf andere Motive würde schließen lassen. Es braucht schon einen Simon Polt, um unter die Oberfläche zu kommen. Seine Verhörmethoden entsprechen mit Sicherheit nicht den gängigen Verfahrensweisen, aber irgendwann trägt dieses Zuhören, seine Beharrlichkeit dann auch Früchte: schon wieder gibt es ein neues, winziges Detail, das ihn weiter lockt!
Beschaulich erzählt Alfred Komarek, mit einer ungeheuren Liebe zum Detail, von den Gegenständen und von der Region, in der er seine Krimis angesiedelt hat.
Komarek schafft es, eine ganze Welt vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen. Es ist, als würden die Landschaft und der Erzählrhythmus eins sein: eine gelungene Symbiose, lesens- und empfehlenswert nicht nur für Leser, die sich für die Region interessieren oder Fans spannender Krimis sind, sondern auch authentische Milieu-Studien lieben.
Lassen Sie sich vom österreichischen Charme, von der Liebe zum Detail, von verfallenen Presshäusern, verwachsenen Hohlwegen und friedlichen Weinkellern verführen!