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Blumen der Finsternis [Taschenbuch]

Aharon Appelfeld , Mirjam Pressler
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. März 2010
Das Ende der Kindheit Der Zweite Weltkrieg hat seinen Höhepunkt erreicht. Tag für Tag werden Juden deportiert. Fieberhaft versuchen Eltern, für ihre Kinder ein Versteck zu finden. Der elfjährige Hugo wird zu einer Jugendfreundin der Mutter gebracht. Bei der Prostituierten Mariana verbringt er die nächsten anderthalb Jahre in einer Abstellkammer. Nacht für Nacht hört er die Stimmen fremder Männer. Bei Mariana lernt Hugo alles über die Grausamkeit des Lebens, aber auch über Verantwortung, Liebe und sogar Glück. Doch auch Mariana wird nicht immer für ihn da sein können. «Eines von Appelfelds eindrucksvollsten Büchern: ein ruhiger Abgesang auf das Verlorene und zugleich ein Hohelied auf das, was einem im Schmerz zufällt.» DIE ZEIT

Wird oft zusammen gekauft

Blumen der Finsternis + Geschichte eines Lebens + Elternland
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: rororo (1. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499253208
  • ISBN-13: 978-3499253201
  • Originaltitel: Pirchej ha-afela
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 176.515 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Aharon Appelfeld wurde 1932 in Czernowitz geboren. Nach Verfolgung und Krieg, die er im Ghetto, im Lager, dann in den ukrainischen Wäldern und als Küchenjunge der Roten Armee überlebte, kam er 1946 nach Palästina. In Israel wurde er später Professor für Literatur. Seine hochgelobten Romane und Erinnerungen sind in vielen Sprachen erschienen, auf Deutsch zuletzt «Bis der Tag anbricht», «Elternland» und «Blumen der Finsternis». Aharon Appelfeld, unter anderem Träger des Prix Médicis und des Nelly-Sachs-Preises, lebt in Jerusalem.

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5.0 von 5 Sternen "Wann sind die Tränen in mir erstarrt?" 27. Oktober 2008
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Wir vergessen manchmal, wozu wir leben. Dann glauben wir, Geld sei wichtig, fleischliche Liebe und Besitz seien wichtig, und das ist ein großer Fehler." Diese einfachen Worte gebraucht Haushälterin Sofia, als sie an einem Sonntag aus der Kirche zurückkommt und der Familie Mansfeld von der Predigt des Pfarrers erzählt. Wie wahr sich die drei Sätze noch behaupten sollten, ahnt der elfjährige Hugo nicht. Doch schon bald soll sich sein behütetes Leben verändern, weg von der offenherzigen Apothekerfamilie, hinein in die dunkle und muffige Abstellkammer einer Prostituierten.

Die Mansfelds sind Juden und Hugo wurde in eine Zeit hineingeboren, die mit unvorstellbarer Grausamkeit an die Auslöschung dieses Menschenschlages ging.
"Warum werden wir [...] bestraft? [...] Warum werden Juden [...] weggejagt?" fragt sich Hugo. Zu Hause hat man ihm darauf keine Antwort geben können. "Das ist ein Missverständnis.", meint seine Mutter. Er versucht zu verstehen, die Worte zu analysieren. Doch wie soll ein Elfjähriger verstehen, was heutzutage kaum in den Köpfen eines Erwachsenen verarbeitet werden kann.

Aharon Appelfeld wählt die Literatur. "Du erzählst und glaubst selbst nicht, dass dir das passiert ist.", schrieb der Autor in seinem Roman "Geschichte eines Lebens", "Das sind die schlimmsten Gefühle, die ich kenne." In der Bukowina, in Czernowitz, wo er geboren wurde, sprachen seine Eltern, assimilierte Juden, deutsch, seine Großeltern jiddisch, die Amtssprache war Rumänisch, die Umgangssprache Ukrainisch. Und dort ist auch sein neuer Roman "Die Blumen der Finsternis" angesiedelt. Doch gesprochen wird nur wenig.

Julia, Hugos Mutter, sucht für ihren Jungen ein sicheres Versteck, sie plant die Flucht. Die Lage im Ghetto wird von Tag zu Tag gefährlicher. Juden sind Freiwild. Täglich finden neue Deportationen statt. Sein Vater Hans ist bereits verschwunden - im Arbeitslager, sagt man. In einer Nacht- und Nebelaktion bringt sie ihren Sohn durch die Kanalisation aus der Stadt. In einem Nachbardorf wird er für lange Zeit Unterschlupf finden. Mariana - eine Prostituierte - versteckt ihn in der Abstellkammer ihres Zimmers im Freudenhaus, in dem sie Nacht für Nacht deutsche Soldaten empfängt. Die sorglose Kindheit hat ein Ende, bevor sie überhaupt erst richtig begonnen hat.

Hugo lernt, sich still und unauffällig zu verhalten. Sein Überleben hängt davon ab. Er lernt zu schweigen, lebt dafür in seinen Gedanken. "Hugo hatte seine Eltern ganz deutlich vor Augen. Die Vergangenheit, die sich vor ihm verbarg, zog die Hülle von sich und stand vor ihm, von Angesicht zu Angesicht. [...] Alles was ich sehe, will ich in meinem Herzen bewahren." Die Erinnerungen an seine Eltern halten ihn am Leben. Doch scheinen auch diese, durch die verdichtete Zeit in seiner kleinen Zelle, immer mehr zu verblassen.

Eine neue Realität gewinnt mehr und mehr die Oberhand. Geräusche bestimmen seine Wahrnehmung. Hugo passt sich dem Rhythmus Marianas an. Eine stetige Zuneigung, ja erotische Beziehung zu dieser einfachen, dem Alkohol verfallenen Frau, die ihm nicht nur belegte Brote und heiße Milch gibt, sondern ihn in kalten Nächten in ihr Bett holt, entsteht bei dem adoleszenten Knaben. Zwei Menschen, die sich nach Liebe und Zuneigung sehnen. Bis auch sie die reale, kalte Welt einholt.

Der zweiundsiebzigjährige Schriftsteller erklärt heute, dass er sich in seinen Romanen eine dem Traum und dem Märchen verwandte Ersatzwelt geschaffen habe, besteht aber gleichzeitig darauf, dass die Wörter nur Tarnung sind und die wahre Sprache das Schweigen ist. Aharon Appelfeld ist ein schüchterner Erzähler, der immerzu die verborgenen Erinnerungen in sich selbst sucht. Seine Sprache ist sehr einfach. Auch "Blumen der Finsternis" zeichnet ein nüchterner und subtiler Duktus aus, der mehr weglässt, als ausufernd zu sein. Der Autor will seine Lebensgeschichte nicht in "Kunst" verwandeln. Die deutsche Übersetzung durch die versierte Mirjam Pressler bewahrt diesen Stil geschickt.

"Manchmal habe ich das Gefühl, selber eine Märchenfigur zu sein.", sinniert Hugo in seiner Kammer, "Ich hoffe, es ist ein Märchen, das gut ausgeht." Kann so ein Trauma gut ausgehen?
Trotz allem ist keine Abrechung zwischen den Zeilen zu spüren, keine Anklage. Für Aharon Appelfeld ist Literatur Erinnerung.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Geschichte ausgeliefert 14. April 2009
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist eine seltsam berührende, eine unendlich traurige Geschichte, die Aharon Appelfeld erzählt. Es ist die Geschichte der Prostituierten Maraian und dem jungen Hugo Mansfelkd. Was heißt jung: Ein Kind ist Hugo noch. Beide sind sie jeweils auf ihre Weise den Folgen der Geschichte ausgeliefert.

Während Mariana sich an der Front als Prostituierte verdingt, muss sich Hugo als zwölfjähriges, jüdisches Kind vor den Nazi und ihren Schergen verstecken. Er findet Unterschlupf bei Mariana, in einer Abstellkammer des Freudenhauses.

Dieses ungleiche Paar findet nach und nach zueinander. Sie braucht den Trost, den wahre Zärtlichkeit und Liebe spendet; er bracuht - nachdem er die Eltern verloren hat - Geborgenheit, Zuspruch und Zuneigung. Beides finden sie, und so wird nach und nach eine Liebesbeziehung - geprägt von fast mütterlicher Hingabe und kindlicher Sexualität.

Und das trotz aller Gefahren, die beiden drohen. Mariana von der heranrückenden Front, Hugo von eventuellem Verrat der anderen Prostituierten.

Aharon Appelfeld hat in seiner ihm so wunderbar eigenen Art und Weise einen sehr eindringlichen Roman geschrieben. Er erzählt in der dritten Person, wahrt also so die Distanz zu seinen Personen und erreicht damit ein hohes Maß an Authentizität.

Vor allem die Schilderung des Jungen, der auf diese schreckliche Weise seine Kindheit, seine Unschuld verliert, auf diese Weise aber sehr schnell zu einem traurigen kleinen Erwachsenen wird. Er hat die Eltern verloren, seine jüdische Identität ist in Gefahr und sein leben; dafür gewinnt er Liebe und Zärtlichkeit, Hoffnung und eine Klugheit, ein Wissen, die aus der Not geboren wurden. Immer wieder lässt der Autor ihn seine Vergangenheit reflektieren und seine Zukunft phantasieren. So blühen sie - die "Blumen der Finsternis". Am Ende sind beide - Mariana und Hugo - auf der Flucht. Sie haben nur noch einander. Bis zum bitteren Ende.

Es ist ein leiser und ein großer Roman, der in jeder Zeile überzeugt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traurig 31. Juli 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Ein wunderbares Buch von Ahron Appelfeld über die Grausamkeiten des Krieges, die Tapferkeit der Bevölkerung und dem Unrecht an den Juden. Ein berührendes Buch voll mit Emotionen, Erfahrungen und Unvorstellbarkeiten. Ein wichtiges Buch voll mit Informationen über Angst, Glauben und grausamer Wirklichkeit. Über den Inhalt wurde schon geschrieben von mir gibt es nur ein: empfehlenswert!
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