Die Debut-CD von Keziah Jones will scheinbar gleichzeitig eine Definition für Blufunk sein. Und wenn Blufunk immer so ist, dann bin ich dafür, dass mehr Bands in diese Richtung gehen. Die Songs werden von Gitarre, Bass, Schlagzeug, etwas Bläsern, etwas Keyboards und manchmal auch von Streichern gespielt. Wie immer bei Musik, die den Namen Funk in sich trägt, ist der Groove dahinter wohl das Wichtigste. Und der ist hier wirklich perfekt. Keziah Jones ist kein perfekter Gitarrist, aber er ist ein perfekter Rhythmusgitarrist, was dem Groove sehr zu Gute kommt, da dem Hörer Eskapaden in die Welt der 64tel Läufe und Achteltriolen Arpeggios erspart bleiben. Doch auch der Rest der Band, also eigentlich Bass und Schlagzeug, ist vorzüglich besetzt und nachdem das Arrangement bis ins Kleinste durchdacht ist stellt sich der Groove sehr schnell ein. Die Texte hierbei sind oft gesellschaftskritisch und dann hauptsächlich gegen Rassismus gewandt. Doch auch klassische Themen wie Liebe und Sex fehlen nicht. Wichtig jedoch ist die Musik und der Ausdruck, mit dem der Gitarrist und Sänger die Songs ausführt. Seine Stimme ist dabei gar nicht allzu beeindruckend, aber was er mit ihr macht umso mehr. Er scheint dabei nicht nur seine Oberstimme absolut unter Kontrolle zu haben. Bemerkenswert ist auch, wie gut die Band live diese Musik spielen kann, vor allem wegen der Schwierigkeit so zu singen und sowas dabei zu spielen. Verblüffenderweise sind die Balladen nicht flach oder gar Ausschuss, wie man es bei Funk oft erwarten kann. Sie zeigen vielmehr wie viel Musikalität hinter dem Mann steckt. Einfache Arrangements, wie z.B. nur Stimme und Gitarre oder Stimme und Piano, die vollständig genügen, um alles zu sagen, was nötig ist. Dabei sind es hauptsächlich die Kompositionen und der gute Gesang, die die Tiefe der Balladen ausmachen. Insgesamt eine der besten Funk-CDs der letzten Jahre. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)