GLEICH NACH DEM AUSPACKEN
Ein erstes Problem, das auffällt, besteht darin, dass kein Netzteil für die Steckdose beiliegt. Es gibt lediglich eines für den Zigarettenanzünder im Auto, was bedeutet, dass ich schonmal keine Chance habe, mich zu Hause in Ruhe mit dem Teil zu beschäftigen. Hinzu kommt, dass die Bedienungsanleitung abgesehen von einer Kurzeinführung auf einem DINA5-Zettel, nur auf CD-Rom beiliegt. Ich kann das Zeug also entweder komplett ausdrucken oder mich bei laufendem Motor mit dem Laptop ins Auto setzen. Alternativ kann ich natürlich auch einfach losfahren bzw. habe das Glück mit Bluetooth-Technik und Sprachbedienung von Geräten nicht ganz unbewandert sein und zu schauen inwieweit ich klar komme. Bei mir trifft letzteres glücklicherweise zu, aber Leute, die wenig Erfahrung in diesen noch jungen Technologien mitbringen, könnten durchaus erstmal überfordert sein.
Es gibt zwei Möglichkeiten das Gerät im Auto zu befestigen: Entweder man bastelt es an die Sonnenblende oder man klebt es mit Halter vorn auf die Armaturen. Für die Anbringung an der Sonnenblende fehlt in meiner Verpackung ein Teil, weshalb nur die Option des Festklebens bliebe. Vorerst sehe ich allerdings davon ab und hab die Freisprecheinrichtung im Getränkehalter liegen.
Auf den ersten Blick macht das Bury einen solide verarbeiteten Eindruck. Der Rahmen um das Display ist schwarz gummiert, die übrigen Teile sind in mattem Silber gehalten, was sich gut ergänzt. Das Gerät hat ein gewisses Gewicht, was es wertig wirken lässt. Mit ein wenig Gewalt lässt es sich aufklappen, was den Blick auf die Lautsprecher an der hinteren Einheit freigibt.
Der Touchscreen selbst ist am Anfang mit einer farbigen Folie geschützt. Leider hinterlässt die beim Abziehen ein paar unschöne Rückstände. Aber wahrscheinlich ist genau dafür ein fest eingeschweißtes, feuchtes Tüchlein mit in der Verpackung, das riecht und aussieht wie ein Brillenputztuch und jegliche Flecken tadellos entfernt.
Das Display selbst ist sehr glatt und spiegelt leider sehr stark, was es bei Sonnenlicht schlecht ablesbar macht.
Der Touchscreen reagiert sehr gut, ein Feedback in Form eines Klicks oder gar einer Vibration wäre aber noch schön gewesen.
BEDIENUNGSANLEITUNG
Die Bedienungsanleitung liegt leider nur auf CD-ROM bei, leider eine heute häufige Krankheit bei elektronischen Geräten. Sie umfasst auf Deutsch überschaubare 25 Seiten und ist flüssig geschrieben sowie übersichtlich gestaltet. Ein Schwerpunkt der Beschreibung liegt bei der Sprachbedienung, für alle Menüs sind die möglichen Befehle einzeln aufgelistet.
Stattdessen ist dazu, dass und wo man das Mikrophon am sinnvollsten anbringt, kein Wort erwähnt und auch keiner Zeichnung. Nicht dass dies so schwierig wäre, aber Leute, die sich mit sowas weniger auskennen, könnten durchaus etwas verwirrt sein.
VERBINDUNG MIT DEM MOBILTELEFON
Die Bury Freisprecheinrichtung funktioniert via Bluetooth, das heißt man muss das Gerät mit einem Mobiltelefon koppeln. Eine bestehende Verbindung und damit natürlich auch ein bluetoothfähiges Handy ist Voraussetzung für die Nutzung des Bury. Die Kopplung hat mit meinem Nokia E65 sehr gut funktioniert. Das Bury wurde sofort gefunden und die Verbindung wurde beim ersten Versuch aufgebaut.
Ein umgekehrtes Suchen ist nicht möglich, das heißt das Bury kann nur vom Mobiltelefon aus gefunden werden, aber selbst nicht nach Geräten zur Kopplung suchen.
Was nicht ganz so einfach war, war die Übertragung des Telefonbuchs. Laut Bedienungsanleitung soll die von Anfang an automatisch erfolgen, das Gerät kam jedoch erst auf Knopfdruck auf die Idee sich das Telefonbuch des Handys einzuverleiben. Das hat beim dritten Versuch funktioniert, vorher hatte ich einen Abbruch und eine Fehlermeldung. Dann jedoch war die Übertragung in wenigen Minuten erledigt und man kann anschließend sofort jeglichen Eintrag aus dem Telefonbuch anwählen.
Wenn das Bury ausgeschaltet war und wieder eingeschaltet wird, sucht es sofort wieder nach dem vorher gekoppelten Telefon und verbindet sich dann schnell und automatisch. Außerdem sucht es nach Updates aus dem Telefonbuch. Diese Funktionen können alle auch ausgeschaltet werden. Man kann auch - wenn man öfters mit verschiedenen Geräten verbindet - ein Standardtelefon wählen, nach dem immer zuerst gesucht wird.
Das Bury speichert angeblich die Telefonbücher der Mobiltelefone, die bereits verbunden waren. Als ich mein Handy jedoch neu koppelte, musste ich auch das Telefonbuch neu übertragen.
Beim Verbinden muss am Mobiltelefon ein Passwort eingegeben werden, das man auch ändern kann.
Wissenswert ist noch, dass nicht mit jedem Mobiltelefon alle Funktionen des Bury genutzt werden können. Zum Beispiel funktioniert das Vorlesen von SMS oder die Konferenzschaltung nicht mit jedem Handy. Eine detaillierte Liste über die einzelnen nutzbaren Handys und deren Funktionen im einzelnen findet man auf der Bury Homepage.
OPTIK UND BEDIENUNG
Das Bury kann über den Touchscreen oder per Sprache bedient werden. Beides funktioniert sehr gut. Es gibt insgesamt wenige Menüs. Die Buttons sind immer sehr groß, Listen haben nie mehr als vier Einträge, so dass alles auch gut lesbar ist, wenn jemand von seinem Armaturenbrett etwas weiter weg sitzt. Die Menüs sind sehr simpel gestaltet, die meisten Buttons sind nur mit Text beschriftet. Wenn Icons verwendet wurden, sind diese unmissverständlich. Beides macht die Bedienung äußerst intuitiv und sehr schnell erlernbar. In der Kopfzeile ist immer beschrieben was das Bury gerade macht (verbinden, Telefon suchen...) oder in welchem Menü man sich gerade befindet.
Der Touchscreen reagiert immer prompt und ohne nervige Wartezeiten. Ganz witzig ist auch das Feature, dass sich der Bildschirm mitdreht, je nachdem wie rum man das Bury gerade hält.
Das Design der Benutzeroberfläche gefällt mir auch sehr gut. Wie bereits gesagt ist es gut bedienbar. Außerdem ist die Gestaltung dezent, die Menüs nicht überladen.
In den Einstellungen kann man zwischen vier Farbthemen wählen, was die Menüfarben leicht ändert. Es gibt blau, grün, rot und grau. Mit knalligen Farben wird aber generell nicht gearbeitet. Nachts kann man mit direktem Tastendruck im Hauptmenü oder auch automatisch auf eine stark abgedunkelte Version wechseln, damit das Display nicht blendet.
Die Menüs verfügen nie über mehr als vier Menüpunkte, die einfach untereinander angeordnet sind. Meistens ist das sehr gut, jedoch gibt es ein paar Menüs, wo diese unspektakuläre Anordnung etwas verwirrend ist. So gibt es während eines Telefonats noch ein Untermenü mit Optionen, wo man in den Privatmodus schalten kann oder einen Anruf auflegen bzw. ablehnen kann. Da es hier nicht wie sonst einen dicken roten Hörer zum Auflegen gibt, kommt man vor allem während der Fahrt schonmal schnell in Stress, wenn man nicht gleich erkennt wo man auflegt. Hier ist diese Funktion nicht allzu gut gelöst.
Zum Energie sparen gibt es einen konfigurierbaren Schlafmodus, mit dem nach 15, 30 oder 60 Sekunden das Display ausgeschaltet wird.
ANZEIGEN
Im Hauptscreen des Bury gibt es eine Randspalte mit verschiedenen allgemeinen Informationen:
- Ladezustand des Akkus der Freisprecheinrichtung
- Aktive Bluetooth-Verbindung
- Lautstärkeanzeige
- Verpasste Anrufe/ neue SMS
- Bluetooth Profil
- Ladezustand des Akkus des Mobiltelefons
- Signalstärke des Mobilfunknetztes
Abgesehen von den oberen drei Anzeigen und der des Profils (normalerweise Auto) scheinen die anderen - also alle, die sich direkt auf das verbundene Mobiltelefon beziehen - nicht besonders gut zu funktionieren. Der Akku meines Handys steht beim Bury immer auf leer, selbst wenn es gerade frisch aufgeladen ist. Genauso ist eine Signalstärke des Mobilfunknetzes praktisch nie vorhanden, selbst wenn das Handy volle Signalstärke anzeigt. Neue SMS werden auch nie angezeigt bei mir.
SPRACHBEDIENUNG
Der Bury CV 9040 kann komplett mit Sprache bedient werden. Zum Aktivieren der Spracheingabe gibt es eine Taste auf dem Display. Die gibt es aber nur auf der ersten Seite des Hauptmenüs. Eine Möglichkeit zur Aktivierung der Spracheingabe von einem anderen Menü aus habe ich nicht gefunden. Das dumme dabei ist, dass die Spracheingabe sich nach 8 Sekunden wieder deaktiviert sofern sie keinen sinnvollen Befehl erhält. Man kann zwar beispielsweise auch bei empfangenen Anrufen per Sprache delegieren, allerdings muss man diese Option erst in den Einstellungen aktivieren. Voreingestellt ist die manuelle Anrufannahme per Touchscreen. Eine direkte automatische Annahme von Gesprächen ist ebenfalls möglich.
Insgesamt funktioniert die Sprachbedienung sehr gut. Man kann jeden Befehl in jedem Menü auch per Sprache eingeben, kann Telefonnummern eingeben (wobei hier aber einzelne Ziffern genannt werden müssen) oder Namen aus dem Telefonbuch direkt nennen.
In den Einstellungen gibt es auch noch die Möglichkeit, die Spracheingabe zu trainieren. Man spricht dazu 20 Begriffe nach, was die Spracheingabe auf Dialekte oder Akzente einstimmen soll. Bei mir funktioniert es aber auch so ganz gut, wobei ich aber auch einigermaßen hochdeutsch rede.
Eine weitere Funktion in den Einstellungen für die Spracheingabe ist die Beschreibung.
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