Jörg Fauser, der zu früh Gestorbene, hat die Texte geliefert - gut abgehangen in Hinterhofkneipen, Würstchenbuden, unter'm "einfachen Volk" eben - so erzählt er uns von gescheiterten Träumen, skurrilen Begebenheiten, der Dekadenz der Reichen und Schönen ... und der Liebe.
Die Vertonungen von Achim Reichel haben etwas Geniales. Als Rock'n Roller der ersten Stunde hat er sich den Gitarren-Twang der 50er Jahre-Beatbands bewahrt, der kommt hier gut rüber. So entsteht etwas Neues - und auch nie wieder so gut und geschlossen wie auf dieser Scheibe (ja, okay: später ist hier und da auch noch Schönes dabei), verschmilzt mit Fausers Sinnbildern zu einer originellen, manchmal sperrigen, irgendwie auch deutschen, ehrlichen Kreation - für mich einer der Höhepunkte deutscher Rockmusik, vermutlich auch wegen dieser unverwechselbaren, nicht imitierbaren Sperrigkeit. Dabei sind die Arrangements vielfältig; sphärisch "Der Schatten an der Wand", bluesig "Blues in Blond", rockig "In einer fremden Stadt". Und ja - "Der Spieler", einer von den beiden Megahits, der findet sich hier: "Es ist mitten im Winter, im tiefen Schnee" ... und so weiter. Klar: 17 fällt! Sogar zweimal, die Live-Aufnahme vom Spieler 2008 ist knackig und zeigt, dass Achim den Twang immer noch drauf hat. So klampft keiner in deutschen Landen. Dieser Stil ist derzeit völlig out, total uncool, aber absolut groovy. Also: kaufen!
Die Remasters klingen sauber, transparenter und dichter als die "alten" CD's, gute Arbeit.
Achim ist ja schon eine Ewigkeit unterwegs und hat uns hier was Echtes abgeliefert. Schön ... und: danke!
Komm in die Falle, Marie.