Mit dem nimmermüden Ex-Screeming Trees-Sänger Mark Lanegan ist mittlerweile fast jedes Jahr zu rechnen. Neben seinen zahlreichen Gastauftritten als Musiker und Sänger bei den famosen Queens Of The Stone Age oder auch bei den Twilight Singers, waren es zuletzt seine Kollaboration mit Isobel Campbell und ganz besonders das fantastische, düster-schwere Album "Saturnalia", des Projektes The Gutter Twins, dass er mit Greg Dulli gegründet hatte. Da gerieten seine Soleaktivitäten schon fast etwas in Vergessenheit, denn Lanegan letztes Soloalbum "Bubblegum" erschien 2004. Der erste Eindruck von "Blues Funeral" täuscht nicht: Lanegan greift den Faden von "Bubblegum" ohne große Mühe wieder auf und spinnt ihn auch weiter. Wurden seine nicht sonderlich variantenreiche- aber trotzdem beeindruckende Grummelstimme und die dunkle Atmosphäre auf dem Vorgänger durch eine breit gefächerte Stilpallette aus Rock, Blues und Folk aufgelockert, so wirkt auf dem neuen Werk alles näher beieinander, schlicht homogener. Bis auf die rockig voran-peitschende Eröffnung "The Gravedigger`s Song" und dem gewöhnungsdürftigen Elektro-Indie-Dance-Irgendwas "Ode To Sad Disco" bewegen sich die Songs in eher vertrauten Gefilde. "Bleeding Muddy Water", "St. Louis Elegy" oder "Phantasmagoria Blues" leben alle von der gleichen melancholischen Trägheit und ihrer schon fast verbitterten Atmosphäre, die schon von "Bubblegum" bekannt- und durchaus erwünscht ist. "Riot In My House" und "Quiver Syndrome" sind dagegen keine schlechten- aber etwas Kreis-förmige Rocker. Gelegentlich werden die Songs von "Blues Funeral" auch von kleinen, elektronischen Spielerein unterfüttert, die angenehm vor sich hinplätschern, ohne wirklich zu bereichern. Mit "Blues Funeral" legt Mark Lanegan wieder ein starkes Album vor, auf dem er sich allerdings die ein- oder andere unnötige Länge gönnt und wenig Neues traut.