Die erste, reine Blues-CD von Joe Bonamassa, ohne dass dieser das volle Brett seiner vorausgegangenen Blues-Rock-Trio-Format-Aufnahmen à la Cream oder Gov't Mule zurück nimmt. Der Mann mit Jahrgang 1977 ist ein Alleskönner auf der Gitarre, er hat eine gepresst-verhaltene, aber interessante Stimme und huldigt mit dieser Aufnahme einigen seiner Vorbilder, von B.B. King und John Lee Hooker über Buddy Guy und Elmore James, bis zu Freddie King und Albert Collins. Joe Bonamassa beherrscht Boogie, ultra-coolen Shuffle, Slow Blues, Rocking Blues und andere Stile technisch perfekt, kann auch Akustisches zum besten geben und er spielt obendrein eine heulende Slide. Drei Stücke sind von ihm. Trotz Abwechslungsreichtum und Könnerschaft, gebe ich der CD nur vier Sterne, weil der Mann noch Potential hat und vielleicht manchmal seinen ganz persönlichen Ausdruck noch nicht gefunden hat; die Klampfen und die Verstärker hat er jedenfalls im Griff, der Rest muss aus den Fingern kommen. Über ein Plagiat oder Epigone ist Joe Bonamassa aber längst hinaus.