Zwei Filme, wie sie unterschiedlicher eigentlich nicht sein können, obwohl der eine fast eine idente Kopie des anderen darstellt, auch in gewisser Weise eine reife Leistung.
Die erste DVD auf diesem Paket beinhaltet den 80er-Film, angereichert um etwas Bonusmaterial, alles in allem präsentiert sich das Ergebnis um etwa eine Viertelstunde länger als das Original. Manchmal handelt nur um einige Dialogfetzen, die ursprünglich der Schere zum Opfer fielen, dann wieder um ganze Szenen, die John Landis ursprünglich weggelassen hat, warum auch immer, vermutlich durfte der Film die zwei Stunden Grenze nicht so sehr überschreiten wie es es jetzt mit 142min tut. Wer den Film nicht in und auswendig kennt, spürt die neuen Szenen sehr einfach auf: einfach den Film auf Deutsch (und damit leider mono, statt 5.1 in Englisch) anschauen und auf die nicht nachsynchronisierten Teile warten. Wobei man darauf sicher liebend gerne verzichten hätte können, auch wenn man meistens beim Original bleiben wird, die deutsche Synchronisation ist an und für sich nicht schlecht, mit den Englischwortfetzen zwischendrin kann man von unbeschwertem Filmgenuß kaum sprechen.
Dafür kommt speziell die Musik im 5.1 sehr kraftvoll aus den Boxen, das macht wieder einiges wett.
Zum zweiten Film, Blues Brothers 2000. Naja, am besten wäre es, wenig Worte darüber zu verlieren. Was Akroyd da geritten hat, bleibt wohl sein Geheimnis. Ohne seinen verstorbenen Bruder will Elwood Blues die Band wieder reformieren, was vom Schema her ziemlich gleich abläuft wie schwache 20 Jahre zuvor, um mit einem neuen Sänger, einem ihm aufs Auge gedrückten Waisen und einem zum Blues zu bekehrenden schwarzen 'Halbbruder' einen Bandwettbewerb zu gewinnen. Zwar war die Grundstory beim ersten Teil auch nicht ein Genieblitz, aber wenigstens hatte alles einen Unerhaltungswert, diesmal versprüht alles einen Charme eines Klassentreffens der Pensionisten aus. Eine groß angelegte Reunionsfeier. Und weil man eben doch nicht alles vom ersten Teil abkupfern kann, gibt es als so ziemlich einzige Variante statt der Illinios Nazis nun die bösen Russen. Und der eigentlich wortkarge Elwood hält, obwohl fast zwanzig Jahre im Knast, Vorträge über Internet und die russische Seele, wußte aber nicht einmal, daß sein Bruder verstorben war, naja. Ach ja, zu Bruch geht natürlich auch einiges, diesmal erwischt es u.a. eine Stripbar. Und mehr Autos werden zu Schrott gefahren, in der vielleicht langweiligsten Szene der Filmgeschichte. Die Cops in Verfolgung, dann kracht es, und schon donnert von hinten einer rein, dann noch einer, dann noch einer, dann noch einer,.... Das geht rund eine Minute so, von einem Unterhaltungswert wie der Zerstörung des Einkaufszentrums im ersten Film keine Spur. Einzig positiv ist zu vermerken, daß die Musikuntermalung und vor allem der Bandwettbewerb kaum Wünsche offen läßt, da tummeln sich von B.B. King, Jimmie Vaughan, Isaac Hayes bis Eric Clapton fast alle, die man erwarten kann.
Fazit, BB würde, trotz des schweren Fauxpas mit der deutschen Spur, gerade noch 5 Sterne bekommen, zumal die Extras wie Making Of und Produktionsnotizen in Ordnung sind, BB 2000 eigentlich nur einen, aus musikalischen Gründen wird das aber wieder nach oben korrigiert, in Summe also irgendwo zwischen 3 und 4 Sternen. Sollte die Doppel-DVD günstig im Angebot sein, kann man trotz des schwachen zweiten Teils zuschlagen, ansonsten sollte man sich wirklich stark den ersten Teil sowie den Soundtrack für BB 2000 überlegen.