Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Optisch sehr solide, akustisch ein Ohrenschmaus mit sehr sensiblem Soundmastering.
Bild: Die Optik ist glatt und rauscharm. Die Schärfe wirkt in Totalen besser als in näheren Einstellungen, wo Konturen leicht unsauber scheinen. Das Bild ist stabil (00.07.15, Fahrt auf Pianistin), auch wenn vereinzelt ganz leichte Ruckler auftreten können (00.14.48, Pullback auf Anwesen). Der Kontrast ist hoch und sorgt für eine gesunde Plastizität, zeigt bei der selben Einstellung (Pullback) aber Überstrahlungen - messen wir den Film nicht an einer mißglückten Einstellung: Solides Gut.
Ton: Der Ton ist sensibel ausgefeilt und hantiert mit treffsicheren Feinheiten. Der Beethoven-Akkord bei 00.07.02 etwa läßt einen fast erschauern, so klar ist er gesetzt. Die Kulisse ist stets lebendig gezeichnet und die Musik wird klar akzetuiert dargeboten (00.31.50, Konzert). Bei sehr klarer Stimmabbildung eine Top-Mischung.
Extras: Zwei Kommentarspuren, Trailer, entfallene Szenen etc.: Das ist ein pralles Extra-Paket. In den Interviews gibt sich Frau Potente sehr undivenhaft und wirkt sympathisch. --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt:
'Das Drama einer Seele in zwei Körpern', ist das Thema von 'Blueprint': Die Geschichte des ersten geklonten Menschen - erzählt aus dessen Sicht. Mit 30 Jahren erhält die weltberühmte Pianistin Iris Sellin eine erschütternde Diagnose - sie leidet an Multiple Sklerose. Um ihre Kunst und außergewöhnliche Begabung über ihren nahenden Tod hinaus am Leben zu erhalten, beschließt sie, sich klonen zu lassen. Sie findet einen Gentechniker, der das Unmögliche möglich macht und damit zum 'technischen' Vater von ihrer Tochter Siri wird, die neun Monate später, aus einer Zelle ihrer Mutter gewachsen, zur Welt kommt. Früh zeigt sich, dass Siri nicht nur mit Iris' Aussehen, sondern wie erwartet mit deren Talent gesegnet ist. Noch im Kindesalter erfährt die Tochter, wer sie tatsächlich ist - und zerbricht mit dem Erwachsenwerden an der Realität. Siri verweigert sich ihrer Rolle, gibt das Klavierspielen auf, wandert nach Kanada aus. Hier zieht sie sich ganz in die Natur zurück, wo sie in stiller Einsamkeit vor sich hin lebt - und auf ihre Kindheit zurück blickt. Erst in deren letzten Stunden findet sie den Weg zu ihrer Mutter zurück und wird mit der Frage des Vergebenkönnens konfrontiert.
Eines schwierigen Stoffes haben sich Rolf Schübel und sein Drehbuchautor Claus Cornelius Fischer ('Boran') angenommen. Anders als der deutsche Leinwanderfolg 'Das Experiment', der sich bereits auf seine Weise mit der Manipulation von Menschen beschäftigte, entstand jedoch kein Thriller aus dem diskussionswürdigen Thema, sondern ein stilles Drama über menschliche Schicksale. Auf den moralischen Zeigefinger wollte Schübel verzichten, und so konzentriert er die viel diskutierten Konsequenzen des Klonens von Menschen auf die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer Tochter, die dadurch zerreißt, dass Letztere das Gefangensein in den Erwartungen ihres Vorbilds nicht mehr erträgt. Die Tragödie des Menschen, der kein Original, sondern die Blaupause ist, mimt Franka Potente in beiden Rollen - und meistert die Schwierigkeit (unterstützt von Maske und Special Effects), beiden dennoch ein eigenes Gesicht zu geben.
Schübel verstärkt das Schicksal mit dem Einsatz von Spiegelungen, lässt viele Szenen von der elegischen Pianomusik dominieren und stellt Konzertaufnahmen weite, offene Bilder der kanadischen Natur gegenüber, in denen der künstliche geschaffene Mensch seine Befreiung sucht. So gelingt ihm in stimmungsvollen Szenen ein nachdenklicher Blick auf ein Thema, das man eher in einem Suspense-Thriller erwarten würde, und bei dessen Umsetzung auf eine kritische Hinterfragung der geschilderten Situation weitgehend verzichtet wird. Womit 'Blueprint' zugleich mehr Fragen aufwirft, als beantwortet werden - doch ist auch dies angesichts der Relevanz der Problematik eine mögliche Herangehensweise, die beim Publikum anspruchsvoller deutscher Filme wie 'Gloomy Sunday' oder auch 'Bella Martha' Gehör finden sollte. cm.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
Aus medizinischer Sicht ist das Experiment ein Erfolg, doch für die Kopie der berühmten Mutter beginnt damit ein lebenslanger Kampf um die eigene Identität ...
Dramatisch, spannend, hochaktuell: Die Geschichte des ersten menschlichen Klons der Welt, nach dem preisgekrönten Bestseller von Charlotte Kerner. Inszeniert von Rolf Schübel ("Gloomy Sunday"), mit Franka Potente ("Lola Rennt") in einer spektakulären Doppelrolle als Mutter Iris und Tochter