'Blueprint' ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Charlotte Kerner aus dem Jahre 1999. Der unter dem Regisseur Rolf Schübel gedrehte Film, ist eine deutsche Produktion, welche 2003 mit einer Länge von 108 Minuten in den Kinos erschien. Inhaltlich wird das Thema Klonen auf einer zwischenmenschlichen Ebene thematisiert. Die Ereignisse spielen in naher Zukunft. Die Protagonisten, Iris und Siri Sellin, werden in der Doppel-hauptrolle von Franka Potente verkörpert.
Iris Sellin ist eine berühmte Pianistin. Als sie erfährt, dass sie an der unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose erkrankt ist, beschließt sie einen Klon von sich erstellen zu lassen. Sie befürchtet, dass ihre Fähigkeiten als Pianistin in Laufe der Krankheit verloren gehen, somit hat sie durch das Klonen die Chance, ihr Talent ihrem Klon zu vererben. Mit dieser Idee wendet sie sich an Dr. Mortimer G. Fischer (gespielt von Ulrich Thomsen). Dieser zeigt anfangs leichte Skepsis, lässt sich aber nach kurzer Zeit überreden. Iris Sellin gebärt ihr exaktes Abbild, Siri Sellin. Sie ist der erste menschliche Klon.
Das Buch und seine Verfilmung bieten den Ansatz einer fantastischen und bislang Utopischen Idee, welche für uns zur Realität werden könnte. Gerade wegen der realistischen Umstände ist es interessant, die Geschichte eines Klons zu sehen. Die Buchvorlage hat auch ein gewisses Spektrum an verständlichen, wissenschaftlichen Informationen, welche das Thema vertiefen, indem man etwas darüber lernt. Am meisten Wert wurde im Buch jedoch auf die zwischenmenschlichen Verhältnisse und dem Identitätskonflikt des Klons gelegt.
Leider ist es dem Film nicht gelungen, so authentisch wie seine Buchvorlage zu wirken. Und dass, obwohl der Film geradezu ein Klon des Buches zu sein scheint, denn er orientiert sich exakt an seiner Vorlage. Insgesamt wirkt es, als hätte man Absatz für Absatz verfilmt und dann zu einem Gesamtfilm zusammengeschnitten. Das Ergebnis: Die Handlung hat keinen Fluss. Zwar merkt man, dass die Szenen aufeinander aufbauen, aber dem Ganzen fehlt es an Ausstrahlung und Tiefe. Zudem wirken viele Szenen kitschig und dramatisch angeschwollen.
Die Musik stellt im Kontext der Geschichte eine wichtige Komponente dar. Musik war in Form von klassischen Klavierstücken direkt im Film integriert, da die Protagonisten Klavier spielen. Das Stück 'Tautropfen' war im Buch eines der wichtigsten Stücke, da es eine positive Bindung zwischen Iris und Siri beschrieben hat. Leider wurde es im Film von der 'A-Dur Sonate' von Mozart ersetzt. Das ist schade, aber verständlich, da man den 'Tautropfen' erst einmal komponieren müsste. Das Verhältnis zwischen der Lautstärke der Stimmen und der Musikinstrumente ist unangenehm stark. Im Kino mag es angebracht sein, wenn das Klavier plötzlich mit einer eindrucksvollen Lautstärke seine Präsenz einfordert. Das ist am Laptop jedoch nicht der Fall, weshalb mein Lautstärkeregler des Öfteren strapaziert werden musste.
Die farbliche Darstellung des Films wirkt realistisch, aber beinahe ein wenig trist. Auf eine optische Filmbearbeitung á la Hollywood wurde offensichtlich verzichtet. Man merkt am optischen Stil deutlich, dass der Film eine deutsche Produktion ist.
Inhaltlich musste ich bedauernd feststellen, dass der wissenschaftliche Aspekt kaum beachtet worden ist. Man kann von dem Film in Bezug auf Wissenschaftliche Fakten zum Thema 'Klonen' nicht wissenswertes Erfahren. Den Gefühlen der Protagonisten wurde dagegen mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Aber leider ist auch hier das Ergebnis deprimierend. Bei einigen dramatischen Szenen habe ich mich geradezu fremdgeschämt, da einige von ihnen künstlich wirken.
Es gibt einige Konflikte in dem Film, welche die Haupthandlung ausmacht. So gibt es den Mutter-Kind Konflikt zwischen Iris und Siri, den Identitätskonflikt von Siri und den Vater/Wissenschaftler- Konflikt von M. Fischer in Bezug auf Siri. Das sind deutlich interessantere Konflikte als in den meisten anderen Filmen zu finden sind. Der Konflikt von Fischer ist hierbei der dezenteste, er wirkt aber am authentischsten. Siris eigener Konflikt hätte mehr in den Vordergrund rücken sollen, denn er ist der wichtigste, da die Gefühle des Klon-Seins für den Zuschauer am interessantesten sind. Auch der Mutter-Kind Konflikt von Iris und Siri ist an sich interessant und nimmt einen großen Teil der Handlung in Anspruch, aber leider wurde er nicht ansprechend dargestellt.
Bevor ich ein endgültiges Resümee über den Film fälle, würde ich gerne noch einige positive Fakten über ihn nennen. Nur leider gibt es kaum etwas, was positiv anzumerken ist. Es ist nicht nur so, dass die Filmemacher eine gute Buchvorlage schlecht verfilmt haben, sondern es waren auch noch Deutsche, die diese Untat vorführt haben. Und leider habe ich deutschen Filmen und Serien gegenüber gewisse Vorurteile. Vor dem Schauen des Films wusste ich nicht einmal, dass es sich um eine deutsche Produktion handelt. Indem ich das aber schon innerhalb der ersten halben Stunde deutlich gemerkt habe, wurden meine Vorurteile mal wieder bestätigt. Lieblose optische Nachbearbeitungen, übertrieben dramatische Handlungen und schlechte Inszenierungen. An dieser Stelle muss noch einmal deutlich betont werden, dass meine Bewertungen rein subjektiver Natur sind, denn ich halte es für gut möglich, dass Liebhaber deutscher Filme Gefallen an 'Blueprint' finden könnten. Ebenso Menschen, die auf künstliche Drama-Szenen stehen.
Beschreibungen von dem Film hatten einen vielversprechenden Klang, jedoch wurden meine aufgebauten Erwartungen in jeder Hinsicht enttäuscht. Wie schon gesagt, kann man nicht jedem abraten diesen Film zu gucken. Es fällt mir trotzdem überaus schwer, diesen Film weiterzuempfehlen.