Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Baroness trägt diesmal blau, 19. Oktober 2009
Umrahmt von den atmosphärisch-träumerischen Instrumentalen "Bullhead's Psalm" und "Bullhead's Lament", die dasselbe musikalische Thema aufweisen, nimmt uns die "Blue Record" mit auf eine Reise. Eine Reise, die - anders als der Titel glauben machen mag - nicht ins Blaue geht. Die metallischen Klänge sind eingebettet in ein warm produziertes Klanggewand, das im ersten Moment fast etwas dumpf klingt. Nach mehrmaligem Hören gehört es einfach zum Charme der Platte. Die Rohheit des Vorgängers "Red Album" scheint dadurch etwas gemildert, die stark eingängigen Melodien, die nun komplett dominieren, tragen ebenfalls zu diesem Eindruck bei. Das heißt hingegen nicht, dass Baroness alles auf den Kopf gestellt hätten. Keineswegs.
Gleich die ersten Akkorde von "The Sweetest Curse" erinnern an die Mastodon-vertrauten Aspekte in der Musik des Quartetts aus Georgia, die dabei aber nie über die Härte schlagen. Eingängige, zweistimmige Gitarren sowie der tyische zweistimmige Gesang der beiden Gitarristen John Dyer Baizley und Pete Adams gestalten den Song sehr einprägsam. "Jake Leg" erinnert eindeutig an die rockigeren Klänge vom "Red Album" und bietet eine gute Laut-leise-Dynamik. Die Texte, obwohl auch hier eher kryptisch, können jederzeit mitreißen, auch wenn sie mehr von ihrer stimmlichen Rohheit als gesanglicher Filigranität leben.
Mit "Steel That Sleeps The Eye" bieten Baroness eine zweieinhalbminütige Ballade, die für Gänsehautatmosphäre sorgt und in "Swollen And Halo" überleitet, übrigens der längste Song des Albums. Und auch der beste. In keinem anderen Stück verbinden sich Metal und Rock, Melodie und Rhythmus, Melancholie und Wut so gut wie hier. Zugegeben, die musikalische Würze ist nicht neu erfunden, aber rundherum überzeugend dargeboten. Baroness leben definitiv von ihrer eigenen Atmosphäre, die sie meisterhaft zu kreieren im Stande sind. Augen zu und genießen, heißt das...
"O'er Hell And Hide" erinnert mich stellenweise an "Knights Of Cydonia" von Muse mit seinen gallopierenden Rhythmen und wabernden Gitarrenklängen. Ein kultiges Stück. Anleihen an The Smashing Pumpkins hingegen finden sich im Anfang von "The Gnashing", das dann doch in die Baroness-typische, leicht chaotische Rockraserei verfällt.
Als Höreindruck bleibt nach den letzten verklungenen Akkorden von "Blue Record", dass die Jungs aus den Staaten etwas Rundes, in sich Geschlossenes, nahezu Perfektes geschaffen haben. Dieser Eindruck wird ein weiteres Mal durch das geniale Artwork der CD und des Booklets gestützt, für das sich wieder John Dyer Baizley verantwortlich zeichnet.
Wer die Limited Edition ergattern kann, bekommt überdies eine zweite CD mit 35 Minuten Livematerial (Live at Roadburn 2009) dazu: "The Birthing", "Isak", "Rays On Pinion", "Wanderlust" sowie "Grad" - alle vom "Red Album". Die Aufnahmequalität weiß durch den gut rübergebrachten Livetouch zu überzeugen: wuchtig, roh, aber jederzeit differenziert genug. Und die zumeist mit ausgeklügelten Soundspielereien angereicherten Songs wissen live genauso mitzureißen wie auf der Originalplatte. Baroness-Fans sollten also gleich zur angereicherten Version der "Blue Record" greifen!
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Post Metal Adieu, 17. Oktober 2009
Blue Record sieht Fantastisch aus. Optisch ähnlich angelegt wie das Vorgängerwerk Red Album(Die Käfer tauschen gegen Fische) im Jugendstil gehalten macht es sich schon mal mit einem Ehrenplatz in jeder CD Sammlung beliebt.
Der musikalische Boden wechselt jedoch gegenüber dem Longplayer Erstling fort von Neurosis, den Melvins und Isis, hin zu weit mehr Led Zeppelin, Black Sabbath und the Who. Lange doomige Passagen sucht man hier vergebens, stattdessen dominiert kraftvoller Hard Rock alter Schule gepaart mit energischem Metal. Es klingt immer noch nach Baroness, immer noch wütend und frisch, jedoch weniger vertrackt.
So könnten Wolfmother vielleicht irgendwann einmal klingen wenn sie es schaffen könnten sich zu emanzipieren und einen Sänger aus dem Hardcore verpflichten würden. Post Metal kann man die Stücke allemal nicht mehr nennen, lange späherische Passagen sind dahin, extreme Wutausbrüche waren ohnehin eher selten. Stattdessen liefern Baroness ein grundsolides Hard Rock Album, das heute noch Sinn macht und vor 40 Jahren revolutionär gewesen wäre. Gut gespielt Handwerklich weit vorne, wäre mir dennoch etwas weniger Eingängigkeit zugunsten progressiverer und vor allem doomiger Musik lieber gewesen. Mir hat die Blaue zuviel Retro, zuviel Pathos und lange nicht die innovative Qualität der Roten, dazu schafft sie hier zu wenig, wo die rote den Spagat zwischen Hard Rock, Prog Rock, Sludge- und Post Metal schaffte, bleiben auf der blauen nur Hard- und Prog Rock mit einer herausragenden Stimme die mit ihrem eher im Hardcore üblichem Pendeln zwischen Brüllen und Singen durchweg die Qualität aller Stücke hebt.
Gut, ehrlich und kraftvoll ist Blue Record bekommt aber dennoch von mir nur 3 von 5. Für mehr reicht es leider nicht. Für Fans der alten Hard Rock Fraktion jedoch ein Pflichtkauf.
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