Am Jazz scheiden sich immer wieder die Geister. Für die einen nervtötende Katzenmusik, für die anderen höchster Kunstgenuss. Eine ganz besondere Stellung in der Geschichte des Jazz kommt dem kleinen Label
Blue Note Records (The finest in Jazz since 1939) zu. Viele Jazzgrößen arbeiteten mit Blue Note: Lou Donaldson, Jimmy Smith,
Andrew Hill, Thelonious Monk, Bud Powell, Grant Green, Herbie Hancock, Hank Mobley, Blue Mitchell, Lee Morgan, Stanley Turrentine, Joe Henderson, Art Blakey und Horace Silver... Die Musik vieler dieser Jazzer wurde weithin bekannter durch Samples in Rapsongs von
De La Soul, den Beastie Boys, Cypress Hill oder Gang Starr.
Die Berliner Juden Alfred Lion und Frank Wolff sind hierzulande zwei zu unrecht Vergessene. Die beiden Buddies emigrierten in den 1930er Jahren in die USA und gründeten in New York City ein Jazzlabel, dem sie den stimmigen Namen Blue Note Records gaben. Das Duo Wolf und Löwe prägte durch seine Musikauswahl und die Gestaltung der Plattenhüllen das gesamte Genre, der Toningenieur Rudy Van Gelder sorgte für den perfekten Sound. Alles weitere erfährt man durch Julian Benedikts Film.
Man kann Julian Benedikt für diese musikhistorische Spurensuche nicht genug danken! Gerade noch rechtzeitig holte er viele der Wegbegleiter von damals vor die Kamera, denn inzwischen sind einige verstorben. Es ist eine Freude den alten Herren beim Schwelgen in ihren Erinnerungen zuzusehen. Wer "Blue Note - A Story of Modern Jazz" anschaut, sieht wie ich alle fünf Sterne.