"Blue Jean Cop", oder im Original "Shakedown" ist ein ziemlich unterhaltsamer, weitestgehend ernsthafter und bodenständiger Großstadt-Thriller, der mit teilweise richtig gut inszenierten Actionszenen und jeder Menge Atmosphäre punktet. Regie führte James Glickenhaus, heute Wall Street-Broker und Sammler von seltenen Autos, der in den 80ern durch unabhängig unter eigenem Banner produzierten B-Actionern und Thrillern wie "The Exterminator" oder "The Protector" (Jackie Chans erste US-Hauptrolle) bekannt wurde.
Der Film handelt von Roland Dalton (Peter Weller, den meisten wohl bekannt durch "RoboCop"), einem New Yorker Strafverteidiger, der den Fall eines Drogendealers übernimmt, der einen Undercover-Cop in Notwehr erschossen haben soll. Unterstützt wird er dabei von Richie Marks (Sam Elliott), einem übercoolen "Blue Jean Cop", der verdeckt und unabhängig im Drogenmilieu ermittelt und nach eigenen Gesetzen lebt. Es stellt sich heraus, dass praktisch die komplette Polizei korrupt ist und sich die beiden auf eigene Faust durchschlagen müssen.
Der Film überrascht durch seine sichere und interessante Inszenierung und die Charaktere, die von Weller und dem wundervollen Elliott sehr gut gespielt werden. Die Einführung der Figuren ist großartig und augenzwinkernd: Sam Elliott wacht in einem Kino auf (bei dem gerade Glickenhaus "The Soldier" läuft) und putzt sich anschließend in der Kino-Toilette (dessen Stromkasten mit verschiedenen Drogerie-Artikeln ausgestattet ist) die Zähne.
Glickenhaus, der den Streifen auch geschrieben hat, weiß zu unterhalten und es gelingt ihm ein Film, der gewissermaßen in der Tradition von 80er-Buddyfilmen wie "Nur 48 Stunden" oder "Lethal Weapon" steht. Der Film wirkt bis auf wenige Ausnahmen hochwertig produziert und es entsteht eine sehr gelungene Atmosphäre, zum Teil durch die sehr gute Musik von Jonathan Elias, aber auch durch die Energie des heruntergekommenen und zwielichtigen New York City der 80er Jahre mit all seinen Pornokinos, Gangstern, korrupter Polizei und Drogendealern.
Auffällig sind die teils fulminanten, aber auch oft absurden Actionszenen, die wirklich oft aufwändig und mit verrückten Stunts umgesetzt sind. Man erhält z.B. eine Fußjagd durch einen Vergnügungspark, der auf einer Achterbahn endet und eine Schlussszene mit einem Learjet und einem Porsche, die man einfach gesehen haben muss, um sie zu glauben.
"Blue Jean Cop" ist auf jeden Fall ein grundsolider Action-Thriller, der allen Genrefans sehr ans Herz zu legen ist. Zudem ist die Qualität der DVD überraschen gut.