Nach dem kommerziell ebenfalls unglaublich erfolgreichen Album - Life - wollte Mick Hucknall eigentlich nie wieder ein Simply-Red-Album veröffentlichen. Warum, weiß eigentlich niemand. Musiker sind eben immer noch etwas Mysteriöses. So überraschte es mich nicht, dass knapp drei Jahre später bereits die nächste Scheibe in den Regalen der Plattenläden stand. Blue - heißt diese Scheibe, und sie hält, was sie verspricht. Blues, Pop & Soul vom Feinsten. Blaue Musik eben. Zwar hatte ich im ersten Moment das Gefühl, das etwas mit der CD nicht stimmte, da auf dem ersten Lied - Mellow my mind - (einem großartigen Neil Young Cover) so ein "Klicken" ertönte, wie wenn die Nadel eines Schallplattenspieler auf ein Staubkörnchen trifft, aber ich hatte mich ganz schnell damit abgefunden, dass dieses "Ticken" zu der Atmosphäre des Songs einfach dazugehört. Vielleicht wollte Mick damit auch einen nostalgischen Effekt erreichen, wer weiß.
Auf - Blue - nimmt uns Mick Hucknall wie gewohnt auf eine, wenn auch nicht mehr ganz so kommerzielle Reise durch viele unterschiedliche musikalische Stilrichtungen, und überrascht den Hörer dieses Mal sogar auch mit Reggae-, Mowtown und angenehmen Hip-Hip-Sounds und Beats. Des Weiteren gibt es auf - Blue - neben dem bereits erwähnten und großartigen Neil-Young-Cover - Mellow My Mind - auch zwei hervorragende und absolut hörenswerte Cover-Versionen von dem Hollies-Klassiker - The Air That I Breath - sowie mit - Night Nurse und Ghetto Girl - ebenfalls zwei Titel, die nicht aus der Feder von Hucknall stammen, und eine überarbeitete Version von Carolyn Franklyns Lied - Come Get Me Angel.
Die remasterte Version glänzt mit weiteren fünf Bonustiteln, und natürlich mit Micks unverwechselbarer Stimme.