Film:
Surfen. Das ist kein Sport, den man so nebenher macht, sondern eine Lebenseinstellung. Ich finde, der Film bringt das sehr gut rüber. Die Mädels leben für das Surfen. Alles andere ist nebensächlich und dient nur als Mittel zum Zweck. Arbeit braucht man nur, um das fürs Leben nötige Geld zu bekommen. Aber Surfen ist nun mal der Lebensmittelpunkt. Bevor die kleine Schwester zur Schule gebracht wird und vor der eigenen Arbeit wird morgens in aller Früh erstmal gesurft, weil die Wellen eben gerade sehr gut sind.
Da für einen Film noch etwas mehr Handlung gebraucht wird, trainiert Anne Marie (Kate Bosworth) für einen der größten und spektakulärsten Surfwettbewerbe, dem Pipe Masters auf Hawaii und muss dabei erstmal einen drei Jahre zurückliegenden schweren Surfunfall verarbeiten. Dass beim Masters eigentlich hauptsächlich Männer surfen, gibt dem ganzen noch ein Prise Geschlechterkampf. Aber Surfen ist wirklich ein sehr sexistischer Sport und Frauen in der Pipe werden auch im Real-Life nicht von allen Männern akzeptiert. Spätestens nach diesem Film sollte sich das jedoch geändert haben.
Dann wird noch eine kleine Liebesgeschichte eingewoben. Warum auch nicht bei dieser wirklich süßen Hauptdarstellerin. Zum Glück nichts Übertriebenes. Doch ehrlich gesagt finde ich Matthew Davis in seiner Rolle etwas fehlbesetzt. Irgendwie fällt es mir sehr schwer, ihm einen NFL-Profi, ja gar NFL-Star, abzunehmen. Das ist aber eigentlich auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich am Film habe.
Den Mädels merkt man an, dass sie einen riesen Spaß bei den Dreharbeiten hatten und sie spielen alle richtig gut. Ihre Sprüche kommen lustig und locker rüber. Auch die lokalen Surfer, die ja nun gar keine Ahnung vom Schauspielern haben, glänzen in ihren Nebenrollen.
Doch das beste am Film sind nicht etwa die zugegeben äußerst attraktiven Frauen in ihren Bikinis oder die mindestens genau so gut aussehenden männlichen Surfer - da reiht sich Six-Pack an Six-Pack -, sondern die Surfszenen. So soll es bei einem Surffilm auch sein. Sie sind phänomenal mit der Kamera eingefangen und beeindrucken nicht nur Surfer schwer. Dazu bietet der Film einen absolut passenden Soundtrack.
DVD:
Ha, genau so soll eine DVD sein.
Animiertes Menü in Deutsch oder Englisch. Naja, hier ist die Zweisprachigkeit eigentlich überflüssig.
Neben der deutschen hat der Film die englische Tonspur, die als Originaltonspur natürlich immer vorzuziehen ist. Also ich habe den Film noch nie auf Deutsch gesehen. Dazu ausblendbare Untertitel in beiden Sprachen. Das ist für mich eigentlich das absolute Minimum, das eine DVD bieten sollte. Doch selbst das haben leider bei weitem nicht alle DVDs.
Doch nun zu den Extras.
Es gibt gleich zwei (!) englischsprachige Kommentarspuren zum Film. Einmal die von den Hauptdarstellerinnen Kate, Michelle und Sanoe. Da gibt's viel Information zum Film. Dann noch die vom Regisseur, die noch mehr interessante Aspekte aufzuweisen hat. Und auch hier gibt es für beide Kommentarspuren ausblendbare UT in deutsch und englisch.
Und als hätte das nicht schon gereicht, um jeden DVD-Fan glücklich zu machen, gibt's noch mehr Extras.
Knappe 18 Minuten entfallene Szenen, wieder mit optionalem Kommentar des Regisseurs und optionalen zweisprachigen UT, auch für den Kommentar. Dann noch ein 15minütiges Making of. Nur englisch, aber wieder mit optionalen UT in deutsch oder englisch.
Sieben je etwa fünf minütige Filmchen, beste Wipeouts (das ist, wenn's einen Surfer so richtig übel vom Brett haut), beste Surfszenen Männlein/Weiblein, Filming of Blue Crush, Skateboardszenen, Blue Crush Promo mit kurzen Interviews, Surffashion. Und soweit da was gesprochen wird gibt's auch wieder eine zweisprachige UT Option. Zusätzlich werden noch einige wichtige Surfausdrücke erklärt. Den Abschluss bilden der Kinotrailer zu Blue Crush und das, in meinen Augen überflüssige, aber was soll's, Musikvideo von Lenny Kravitz zum Filmsong "If I Could Fall In Love".
Alles auf einer DVD. Mehr geht nicht und ist auch nicht nötig. Super gemacht und mir bleibt nur zu hoffen, dass andere Anbieter diesem glänzenden Beispiel folgen werden.
Ton: Solider 5.1 Sound, klasse in den Wellen. Und super Musik.
Bild: Nicht lupenrein, geht aber voll in Ordnung. (Also ich musste schon nach Artefakten suchen, gebe ich zu.)
Wertung:
Über den Film lässt sich sicher streiten. Zu seicht, dünne Handlung. Ich finde jedoch fast alles genau richtig. Hallo!? Es geht um's Surfen! Und genau das vermittelt der Film. Dazu versprüht er eine Menge Lebensfreude. Wer nach diesem Film nicht davon träumt, auf Hawaii ein Board unter den Füßen zu haben, der kann nur ein absoluter Sportmuffel sein oder panische Angst vor Wasser haben. Und dann noch die klasse Musik!
Die Bilder sind beeindruckend und eigentlich ist jeder Fernseher viel zu klein, um diesen Film wirklich zur Geltung zu bringen. Das schreit nach Beamer. Und dann noch die ganzen informativen Extras.
Also fünf Sterne, kaufen, sehen, träumen!