Didgeridoo und Blues-Mundharmonika? Australisches Outback und Cottonfields in Alabama? Passt das zusammen? Und ob! "Blue Cave" geht sogar noch weiter: Hakim Ludin, Percussion-Weltbürger aus Afghanistan, setzt rhythmische Akzente mit karibischen Congas und afrikanischer Djembe; Günter Müllers obertonreiche Bass-Flöte, die slowakische Fujara, tritt in einen Dialog mit einer thüringischen Waldzither; dazu Christoph John mit bluesigen Gitarrenriffs und seiner Dobro, der akustischen Bottleneck-Guitar. Und immer wieder Chris Kramer mit seiner Blues-Harp. Der Zuhörer streift durch Baumwollfelder am Ayer's Rock, fühlt die süße Schwerelosigkeit der Südsee, spürt den heißen Wüstensand auf seiner Haut oder wird in eine mystische, prähistorische Welt entführt. "Blue Cave" eignet sich weniger für die beschauliche Meditation. Die Musik ist kraftvoll, geht zuweilen gehörig in die Beine und verströmt den lebendigen Atem der Welt. Ein grenzüberschreitendes Road-Movie. WD