geht Snoop auch auf seinem neuesten Album. Unter knapp 80 Minuten tut's der Top Dogg seit Jahren nicht mehr. Kein Wunder ; hatte er doch noch Material für ein komplett anderes Blue Carpet Treatment Album aufgenommen im Vorfeld dieses 2006er Albums. Also hatte er mindestens 36 klasse Songs aus denen er dann die richtige Mischung auswählen musste. Das ist ihm auch (fast) perfekt gelungen. Echte Ausfälle gibt es keine. Wenn ich auch einige der vorher im Netz aufgetauchten Trax lieber mag als einiges was hier gelandet ist. Sei's drum. Es geht ja um die hier vorliegenden 21 Trax. Die ersten 12 sind durchweg Hammer. Hardcore Lyrics, fetter Sound, dicke Beats, die richtig Druck machen, Bässe die einem durch Mark + Bein gehen und Star Gäste ohne Ende...Schon das 'Intrology' mit George Clinton ist ein Knaller, ebenso wie der wahnsinnig anturnende Beat von CRAZY , auf dem Nate Dogg mal wieder zeigt, warum er der King der Sing-Along Rap Songs ist. Er harmoniert hier wieder bestens mit Snoop Dogg. VATO der Knaller mit B. Real ist wohl einer der absoluten Höhepunkte des Albums. Direkt im Anschluss daran gibts was für die Lady's mit R.Kelly auf dem Beifahrer Sitz. Nicht 100% mein Fall, aber doch ein HIT. Geht also klar (auch wenn ich den Song gegen die B.I.G. / Fabolous Kollabo von der geleakten CD eintauschen würde) - Weiter gehts mit mehr Klasse Ware - Candy (Drippin' Like Water) ist mit der West Coast All Star Besetzung ebenfalls herausragend . Hier überzeugt besonders der clevere Beat und der 'Drippin' Like Water' Refrain.
'Get A Light' mit Damian Marley muss ich wohl noch ein paar mal hören, bis es sich mir wirklich erschliesst. Mit 'Gangbangin 101' ist der nächste Hardcore Hammer angesagt. Die Knast Story ist einfach so plastisch und glaubhaft geschildert und GAME's Gast Feature berührt einen richtig. Highlight ganz klar. 'Boss Life', der erste von 3 DR DRE Beats gefällt mir auch super. Selbst AKON macht hier ne Super Figur mit seinem leicht exotischen Style. LAX mit dem Sample von Puffy + Biggie am Anfang knallt ebenfall alles weg. Das ist Material, dass auch auf Doggy Style überzeugt hätte. Wahnsinn - ICE CUBE beweist hier auf's neue, das man wieder unbedingt mit ihm rechnen muss. '10 Lil' Crips' ist textlich wieder so was von ultra heftig, realistisch und auf den Punkt - Hip Hop Is Dead ? Mitnichten. In New York vielleicht, in Long Beach auf jeden Fall nicht... "Don't Give Them a Reason For a Killin' Spree" - Wie wahr ! Wie wichtig in diesem Zusammenhang der vorherige gemeinsame Track eines BLOODS (GAME) und eines CRIPS (Snoop) war, wird hier überdeutlich.
Das waren jetzt 12 HIT TRAX. Bis hier also alles paletti - Burner / 5 Sterne Meisterwerk etc.
Alles was jetzt noch kommt ist Zugabe. So wird Snoop das wohl auch sehen, und warum geizen , wenn man klotzen kannn ?
Also verzeih ich ihm die 2, 3 durchschnittlichen Trax wie Round Here, Bitch I Knew oder Like This. alles okay - klar aber eben nicht zwingend Classic Stuff. Der Mittelteil langweilt dadurch etwas. Und das hatte mich erst an der Qualität des ganzen Albums zweifeln lassen. Aber es handelt sich nur um die Ruhe vor dem Sturm, denn es wird noch ganz heftig ! Akon kommt nochmal mit seinem bisher besten Track "I Wanna Fuck You" ungeschminkt zur Sache.
Psst! ist ein ganz ausgeschlafener Tune mit klasse Produktion und guter Guest Appearance von Jamie Foxx. "Beat On You Pads" ist ein Durch Dreh Agitations Brett, dass im Bus der Football Mannschaft von Snoop's Söhnen vor jedem Spiel läuft. Das passt, wackelt und hat Luft. Denn JETZT kommt es ganz dick: Hier ist höchste Aufmerksamkeit gefordert .SNOOP DOGG & DR DRE gemeinsam mal wieder am Microphon mit der deepsten textlichen Perle der letzten Jahre. Auf IMAGINE fragen sie sich, was wohl in den USA los wäre, wenn es HipHop nicht geben würde : Kein Def Jam, kein Suge Knight mit Death Row, Snoop entrechtet und im Knast hin und her geschubst. Das ist super Stoff für einen Rap Track ! Die Streicher und dicken Sounds die hier aufgefahren werden passen dazu optimal. DER SONG DES JAHRES. Schlägt übrigens das Opern-geschwängerte Duett von Jay-Z + NaS auf 'Hip Hop Is Dead' in jeder Beziehung (textlich, Vortrag, Beat, Arrangement). Gegen Ende wird dem einzig wahren Gott gedankt. Passend dazu kommt die abschliessende Collaboration mit Stevie Wonder. Auf 'Conversation' zitieren Snoop und Stevie den Klassiker "Have A Talk With God" vom 'Songs In The Key Of Life" Doppel Album auf MOTOWN.
Das geniale Mastering von Brian "Big Bass" Gardner gibt dem ganzen noch den nötigen akustischen Feinschliff und fertig ist ein weiterer Meilenstein in Snoop's Karriere, der ohne Umwege an DOGGYSTYLE anknüpft. Schön, dass wir Fans der ersten Stunde, dass noch miterleben dürfen.