Das Coverphoto der CD sollte man lieber ganz schnell vergessen. Wer das ausgesucht hat, versteht wohl überhaupt nichts von Marketing. Innen drin sind wunderbare Photos von Anjani und Leonard Cohen, der diese Platte co-produziert hat und die Songs zusammen mit Anjani geschrieben hat. Fans von Cohen werden ihre Stimme von den letzten beiden Cohen CDs kennen und lieben. Das wunderbar großzüge an dieser Platte ist, das Cohen im Hintergrund bleibt. Es gibt also keinen Song mit Cohen als Sänger. Aber das tut der Cd keinen Abbruch. Ist man erstmal bereit Anjanis Stimme wahrzunehmen, dann fehlt einem auch nicht mehr die Stimme von Leonard Cohen. Das heißt die Platte wächst, je öfter man sie hört. Also nicht so schnell aufgeben.
Die Platte bietet Stücke von angejazzten "Blue Alert", das den Anfang dieser CD bildet und leider auch nicht besonders glücklich plaziert ist und "No one after you" über countryartiges viel. Die wirklichen tollen Songs folgen aber sofort, das wunderbare "Innermost door", das wunderbar minimale "Golden Gate" oder auch die Version von "Nightingale" ohne Cohen (die andere Version war von Cohen selbst gesungen, ich glaube auf seiner letzten CD). Ich hätte nicht gedacht, dass man diesen Song noch besser singen kann.
Die schönsten Songs sind für mich das zärtliche "Mist", "Golden Gate", "No one after you", "Thanks for the dance" (das wieder so tolle Cohen Tracks wie "Take this waltz" im Gedächtnis des Hörers aufleben lassen. Klasse) und "Never got to love you".
Fazit: Ein großartige, altmodisch-melancholische Platte für Fans von Leonard Cohen. Hoffentlich beglückt uns der Meister bald wieder mit "his gift of a golden voice". Bis dahin ist man mit Anjani auch sehr gut bedient. Sollte man Jazziges nicht so sehr mögen, könnten vielleicht 2 von 10 Songs nicht sofort gefallen. Aber Alles in Allem eine wunderbare CD. Daher auch 5 Sterne.