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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mystery im groben Korn., 27. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Blow Up (DVD)
Blow Up skizziert äußerst intensiv und authentisch das Szeneleben im Swinging London der 60er Jahre. In dieser von einer psychedelischen Jugendkultur beherrschten Welt lebt die Hauptfigur - ein Fotograf dessen Welt die der Bilder ist. Immer auf der Jagd nach dem ultimativen visuellen Eindruck durchstreift er seine Stadt, den Finger stets am Auslöser seiner Kamera. Was als Sittengemälde der damaligen Beatgeneration beginnt bekommt dann unvermittelt eine ganz andere Art von Entwicklung. Und das kann man hier wörtlich nehmen, denn beim Entwickeln und Studieren seiner letzten Schnappschüsse entdeckt der Fotograf im stark körnigen und unscharfen Hintergrund vermeintliche Szenen eines Attentats. Das Vergrößern der Abzüge soll in der Dunkelkammer Licht in den Sachverhalt bringen. Wasserbad und Emulsion als Entwicklungshelfer der Wahrheit. Der vage Verdacht scheint sich wenig später zu erhärten als eine in das vermutete Attentat verwickelte Dame auf- und alsbald mit den verräterischen Abzügen untertaucht. Von dieser unerwarteten Beweismittel-Sicherstellung erst recht zur Aufklärung der Umstände angestachelt recherchiert der Fotograf weiter bis zum so nicht erwarteten Finale. Was diese Inhaltsangabe nicht wiedergeben kann ist der Epoche machende und eine Epoche zeigende Stil des Films, der die 60er förmlich atmet. Und er baut in vielen Szenen, besonders jenen im Park, eine Suspense-Atmosphäre auf im Stile eines astreinen modernen Mystery-Thrillers wie The Sixt Sense oder The Others. Wenn der Fotograf durch den menschenleeren nächtlichen Park streift untermalt keine Musik die Szene. Eine unnatürlich wirkende Stille, noch akzentuiert von einem übermäßig lauten Blätterrauschen, baut eine Aura der Bedrohung auf. Und man wartet förmlich darauf, dass im nächsten Moment aus irgendeinem Busch ein Angreifer über den selbst ernannten Detektiv herfällt. Aber das Erwartete wird vom Unerwarteten abgelöst und genau das macht den Reiz von Blow Up aus. Ein wirklicher Klassiker und ein durchweg brillanter Film. Vor langer Zeit schon der Beginn meiner Leidenschaft für das Fotografieren. Und so ist Blow Up - neben Hitchcock's Fenster zum Hof und One Hour Photo mit Robin Williams - auch heute noch der Fotografenfilm schlechthin für mich.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schein und Wirklichkeit, 16. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Blow Up (DVD)
Ein Klassiker wegen seiner Genialität und ein Denkmal für eine vergangene Epoche. Durch Vergrößerungen (Blow up) entdeckt der Modefotograf (David Hemmings) eine Leiche im Gebüsch. Die ganz junge Vanessa Redgrave legte hier den Grundstein für ihre Weltkarriere. So freizügig wird sie sich nie wieder vor der Kamera zeigen, ebenso wie Jane Birkin. Außerdem erlebt man das farbenprächtige Swinging London der sechziger Jahre mit Beatkeller und angesagter Rockband. Es ist dieses grenzenlos lebbare Gefühl von Freizügigkeit, Spontaneität und Hedonismus. Aber im Grunde geht es Antonioni hier um die Darstellung von Schein und Wirklichkeit. Sieht man nur, was man will oder nur das wirklich Offensichtliche?! Die Antwort gibt das legendäre Tennis Match am Ende, das mit seiner Auflösung immer noch Raum für Diskussionen bietet.
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68 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klassiker aus den Swinging-Sixties!, 29. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Blow Up (DVD)
Der Filmkunstthriller "Blow Up" aus dem Jahr 1966 ist ein Meilenstein der Filmgeschichte! Kaum ein anderer Film schafft es, das Lebensgefühl der Sixties so treffend wiederzugeben: Freie Liebe, Hasch Partys und Beat Musik! Atmosphärisch ist und wird "Blow Up" wohl für immer unübertroffen bleiben, was sicherlich auch an den genialen Kameraeinstellungen liegt, die den Film inhaltlich perfekt unterstützen. Der Zuschauer begleitet einen Fotografen (gespielt von David Hemmings) für einen Tag und eine Nacht durch das Swinging-London des Jahres 1966. Alles beginnt an einem Morgen vor den Toren eines Asyls. Der hippe Szenefotograf hat die Nacht im Asyl zwischen Obdachlosen verbracht, um dort noch ein paar Fotos für einen Bildband zu knipsen, den er - wie später klar wird - bald veröffentlichen will. Von hier aus geht es weiter ins Fotostudio, wo sich der Fotograf mit mehr oder weniger intelligenten Models herumquälen muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Später wandert er ziellos durch einen Park, während er auf seine Bestellung aus einem Antiquitätenladen wartet. Durch Zufall beobachtet er dort ein Liebespaar, welches er natürlich sofort ablichtet, weil er meint, dass es das passende Motiv für das Ende seines Bildbandes sei. Später, beim Entwickeln der Negative im Fotostudio, meint er, auf den Bildern im Hintergrund einen Mord zu erkennen. Was folgt, ist eine nächtliche Odyssee durch London, nach deren Verlauf auch für den Zuschauer die gesamte menschliche Identität in Frage gestellt sein wird. Der Regisseur Michelangelo Antonioni spielt geschickt mit den Ängsten der Zuschauer. Besonders beeindruckt hat mich persönlich die starke Differenzierung in der Darstellung der Wahrnehmungssinne. In der Szene, in der der Fotograf abends noch einmal in den Park zurückkehrt, um dort nach der Leiche zu suchen, steht das hervorgehobene Rauschen der Blätter in starkem Kontrast zur eigentlichen Handlung und vermittelt einen Hauch von Ewigkeit neben all dem Vergänglichen. Weibliche Hauptrollen gibt es in "Blow Up" eigentlich keine, auch wenn Vanessa Redgrave und Sarah Miles neben David Hemmings genannt werden. In weiteren Nebenrollen sind die hübsche Verushka (Lieblingsmodell des Modeschöpfers Yves Saint Laurent) und die süße Jane Birkin (Muse des Chansonniers Serge Gainsbourgh) zu bewundern. Der coole Jazz-Soundtrack stammt von Herbie Hancock, die Beat Musik von The Yardbirds. "Blow Up" ist ein Film, den man mehrmals gesehen haben sollte!
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