Lady Maud ist die letzte der Handymans, einer alteingesessenen Familie von kleinen Landadeligen und Brauereibesitzern. Blaubluetig, gut erzogen und eine Dame, oder, wir ihr Mann sagen wuerde, stoerrisch, eine Nervensaege und haesslich wie die Nacht. Lady Maud hat ein Problem: Langsam kommt sie in die Jahre, und es will sich kein Erbe einstellen, denn ihr Mann, Sir Giles Lynchwood, Parlamentmitglied, lebt seine abseitigen sexuallen Gelueste lieber mit einer Geliebten in London aus. Da bleibt nur die Scheidung. Aber um das Stammhaus derer zu Handyman nicht zu verlieren, muss sie ihrem Mann Ehebruch nachweisen koennen. Sir Giles hat ein Problem: Seine Frau will die Scheidung. Das alte Landhaus mit der aeltlichen Bewohnerin loszuwerden, ist eigentlich im Sinne des piekfeinen Heiratsschwindlers, waere da nicht die Wahrscheinlichkeit eines fuer seine Karriere unvorteilhaften Presseechos. Da neigt er eher zu orthodoxeren Mitteln und regt den Bau einer Autobahn quer ueber Handyman Hall an. Blott, der Gaertner, hat ein Problem: Seinen Herren kann er nicht leiden, vermutlich, weil ihn eine unerwiederte Liebe zur Dame des Hauses quaelt. Da kommt ihm die Gelegenheit, dieser zu helfen, jenem zu schaden gerade recht, und Blott traegt so auf seine eigene Weise zur Erhaltung von Handyman Hall und dem umliegenden Naturschutzgebiet bei.
Absurder Humor ist Tom Sharpes Metier, und mit /Blott on the Landscape/ hat er ein weiteres Meisterstueck abgeliefert. Mit seinem wundervoll britischen Understatement zieht er seine Personen durch die unglaublichsten Verwicklungen, durch Anhoerungen, Gerichtsverfahren und generalstabsmaessig organisierte Bauarbeiten, durch Schluepfriges und Brutales, aber nie Langweiliges oder Ernstes. Mein einziger Kritikpunkt ist sein leicht stereotypes Deutschenbild. Das Englisch ist gewaehlt, und die Saetze oft etwas laenglich, bis er zur ironischen Pointe kommt, aber sprachlich kein Problem fuer den geuebten Englischleser. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)