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Auf fast dokumentarische Art und Weise schildert Paul Greengrass die Ereignisse des 30. Januar 1972, an dem die Situation eskalierte und britische Soldaten schließlich das Feuer auf unbewaffnete Zivilisten eröffneten. Um dem Film noch mehr Einschlagskraft zu verleihen, bedient sich Greengrass der Produktionsmuster des Cinema Verité. Nur Handkameras werden hier eingesetzt, die nah am Geschehen sind, die sich durch das Chaos wackeln und dem Zuschauer das Gefühl geben, mittendrin zu sein. Der Film ist nicht nur eine sehr detailverliebte Aufarbeitung dieses schicksalshaften Tages, sondern auch ein Diskurs darüber, dass Soldaten zur Aufrechterhaltung der Ordnung in Städten nicht unbedingt bestens geeignet sind. "Bloody Sunday" zeigt, wie Situationen außer Kontrolle geraten können - und welchen Preis jene dafür zahlen müssen, die zwischen die Fronten geraten. Fazit: Aufwühlender, sehr realistisch dargestellter Film über eine Situation, die außer Kontrolle gerät.
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild hat Schwächen, viele davon sind aber offensichtlich als Stilmittel gewünscht. Der Ton ist im Deutschen besser zu verstehen. Das Bonusmaterial ist nicht allzu umfangreich.
Bild: Der Film setzt auf matte und kalte Farben. Er will realistisch wirken, geradeso wie ein Zeitdokument aus den 70er Jahren. Die Farben sind zwar kühl, aber in sich stimmig. Rauschen fällt in starkem Maße auf. Bei Nachtszenen ist das Grieseln jedoch noch etwas deutlicher vorhanden (00:05:10). Die Kompression arbeitet gut. Der Kontrast ist teils überzogen. Bei 00:35:16 stehen zwei Personen vor einem lichtdurchfluteten Fenster. Gesichter liegen im Dunkeln und sind darum schwer zu erkennen. Das Schärfeverhältnis ist etwas grob, doch auch hier kann man von einem gewünschten Stilmittel ausgehen.
Ton: Die deutsche Dialogspur ist sehr gut zu verstehen. Das gesprochene Wort wird durchwegs klar wiedergegeben. Beim Englischen hat man des öfteren eine sehr dumpfe Wiedergabe, so dass man das Gesprochene kaum verstehen kann. Dafür erscheint der Effekteinsatz im Englischen deutlich filigraner, wenn man etwa die Geräusche von Funkgeräten hört, während sich zwei Soldaten unterhalten. Als der blutige Sonntag eskaliert, ist die räumliche Darstellung weitläufig. Man hört Schüsse, Schreie, Panik und kann nachvollziehen, wie die Situation sein muss.
Extras: Neben dem Trailer gibt es eine kleine B-Roll, die Impressionen von den Dreharbeiten liefert. Außerdem hat man ein paar kurze Interviews mit dem Regisseur und dem Produzenten, wobei beide auch über die Bedeutung jenes geschichtsträchtigen Tages und die noch immer fortdauernde Aufarbeitung sprechen. --movieman.de
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Anfang 1972 plant die katholische Bürgerrechtsbewegung im englisch besetzten Nordirland regelmäßige friedliche Umzüge in der Kleinstadt Derry nach dem Vorbild der Protestmärsche der Schwarzen in Amerika. Das von IRA-Attentaten aufgeschreckte britische Militär untersagt alle Demos und zieht schon mal grimmige Fallschirmjäger zusammen, um für Ausschreitungen gewappnet zu sein, oder zur Not selbst solche zu provozieren. Nach Steinwürfen fliegt scharfe Munition, dreizehn Demonstranten finden den Tod.
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Vom Dokumentarfilm kommt Paul Greengrass, und wie einen Dokumentarfilm inszeniert er auch seine semifiktionalen Nachstellungen historischer Ausnahmesituation wie "United 93" oder diese bedrückende, authentisch anmutende Nachstellung jener Ereignisse, die zum berühmten Blutigen Sonntag und dem vorläufigen Höhepunkt eines seither um so erbitterter geführten Euro-Religionskrieges führten. Glänzend gespielt, hektisch montiert, mit dem Herz bei der irischen Sache, und ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären von Berlin.
Blickpunkt: Film
An einem Sonntag im Jahr 1972 werden bei einer eskalierenden Demonstration dreizehn nordirische Zivilisten von englischen Militärs getötet. Preisgekröntes Doku-Drama von Paul Greengrass ("Flug 93").
Synopsis
Derry, Nordirland 1972: Ohne Genehmigung beginnt eine Demonstration für Bürgerrechte ihren Marsch. Englische Fallschirmjäger überwachen den friedlichen Zug an diesem 30. Januar, als plötzlich erste Schüsse fallen - der Auftakt zu einem blutigen Massaker.
Als Blutsonntag erlangte die Tragödie Berühmtheit und ließ den Nordirland-Konflikt erneut aufflammen. Die irische Band U2 schrieb darüber das weltberühmte Lied "Sunday Bloody Sunday".