Bloodflowers - Blutblumen. Prima Titel für ein Curealbum. Übrigens wohl das letzte für immer und ewig. Was uns bleibt sind 9 edle pure Curesongs . Keine albernen fröhlichen Singles wie Lovecats oder Friday, was wir nicht bedauern... Stattdessen der atmosphärisch dichteste Curesound aller Zeiten. Der typische alte Unterwassersound, hypnotisch, psychedelisch. Die Liedtexte klingen einfacher. Im Gegensatz zu Disintegration sucht man in Bloodflowers vergeblich nach jener lebendigen, morbiden, verdrehten und tieftieftraurigen Bildsprache. Macht aber auch nix. Die Sprache von Bloodflowers ist einfach, klar und direkt. Und manchmal komisch: In Loudest Sound beispielsweise geht es um den Tod einer Beziehung durch Langeweile "HE LOOKS UP AT THE SKY ... SHE LOOKS DOWN AT THE GROUND", wobei GROUND wie GRAVES gesungen wird. Kann man denn fertiger sein? Klasse. Überhaupt geht es in Bloodflowers um das Ende von Beziehungen. Das Ende von Liebe, Leben, Leidenschaft. Wobei die meisten Songs noch völlig optimistisch beginnen, nur um dann (man darf es aber sofort ahnen und wird nicht enttäuscht) in der völligen Katastrophe aufzublühen. Man kann sich bequem in seinen Sessel zurücklehnen und sich dann mit BLOODFLOWERS dem zuckersüßesten Selbstmitleid hingeben. Reuelos. Denn man ist auf der Erde um (aber auch wirklich ALLES) zu verlieren. Es gibt keine Hoffnung. Hurra! Danke, Robert Smith! Es war mal wieder Zeit dafür. Machen wir uns doch nichts vor! Besonders fein, ja geradezu perfide ist noch , das bei alledem nicht wirklich gelitten wird. Hier ist alles nur ein bißchen Selbstzerfleischung/-parodie, ein letzter verzweifelter lustiger Totentanz. Wenn wir schon alle dahinscheiden müssen (und wir müssen, mein Leser), so sollten wir es wenigstens voll auskosten. Bgeleitet von den traumhaftesten Melodien des Jahrhunderts. Nicht umsonst heißt die letzte Curetour dann auch Dream Tour. Bloodflowers, gekauft!