Keine Frage, jeder, der die Vorgängeralben "Liberatio" und "In Medias Res" kennt, die ohne Zweifel mit vielen Kompromissen und Zugeständnissen produziert wurden und damit der Band einen zweifelhaften Ruf eingebracht haben, wird sehr verwundert sein über die Lobeshymnen, die die einschlägige Fachpresse anstimmt. Der Eingeweihte wird schmunzeln und fragen: "Habt ihr denn die EP "Evolution Principle" noch nicht gehört?"
"Bloodangel's Cry" ist die Fortsetzung dessen, was "Evolution Principle" verhieß. Geradlinieger Gothic Metal mit dominierenden Gitarren, einem Tempo, das einem den Atem zu nehmen scheint, dann wieder ruhig, erhaben, fast hymnenhaft ("The Night All Angels Cry")...
Nach dem ersten Hören, keine Frage, das Album erschließt sich dann längst noch nicht, entfuhr mir ein "Uff", so beeindruckt war ich. Zeit für den zweiten Durchlauf.
Jetzt erschlossen sich mir die Feinheiten. Die Arrangements, die Chöre, die Instrumentierung. Und vor allem die saubere, kristallklare Stimme von Ji-In, kann die Frau singen!
Drei Songs von "Evolution Principle" sind geschickt eingewebt, das Album erweckt daher auch eine gewisse Vertrautheit.
Keine Frage, ein klasse Album, ein wirklich erfolgreicher Neubeginn, vier Sterne dennoch nur, weil mir die Gitarren etwas zu überlastig sind, aber das ist mein ganz persönlicher Geschmack.