Die Geschäfte des alternden Weinhändlers Alex gehen schlecht, seine Ehe ist im Eimer, mit seinem Sohn versteht er sich nicht besonders und er hat eine junge Geliebte, mit der er sich davonmachen will. Um das zu finanzieren, läßt er einen Bekannten, einen professionellen Dieb, ein Diamentencollier eines seiner Weinkunden stehlen - und dann geht alles drunter und drüber.
Das klingt erst mal gut, ist aber, wie ein anderer Rezensent hier bemerkt hat, etwas träge umgesetzt. Dazu kommt, daß der Film zwar ein paar gute Darsteller versammelt - neben Jack Nicholson Michael Caine(!) als Dieb Vic, Stephen Dorff als Sohn Jason, Judy Davis als Ehefrau Suzanne, Jennifer Lopez als Geliebte Gabby - sich dann aber nicht so richtig entscheiden kann, wer nun eigentlich die Hauptfigur ist. Eigentlich sollte es Nicholson sein, aber wenn er mit Caine zusammen agiert, konzentriert man sich automatisch auf den; in größeren Teilen des Films steht Dorff im Mittelpunkt der Geschichte und am Ende fühlt man mit Judy Davis. Nur Lopez, die 1995/96 noch nicht so berühmt war, bleibt eine echte Nebenrolle. Wenn der Film trotz allem sehenswert ist, dann wegen der Darsteller, und dieses Mal nicht in erster Linie wegen Nicholson. Caine ist genial, er haut alles raus, was er als Schauspieler drauf hat und spielt Nicholson an die Wand als tödlich lungenkrank hustender Vic, der nur noch einmal absahnen will, um sich den Tod an einem schönen Ort zu finanzieren. Stephen Dorff kann mehr als Vampire, JLo war damals noch eine ganz annehmbare Schauspielerin und Judy Davis beeindruckt ohne Eitelkeit mit gutem Handwerk. Interessant ist auch die Szenerie, das südliche Florida abseits der Touristenzonen, so nicht oft im Kino zu sehen.
Alles in allem nicht uninteressant, aber, Achtung, nicht unbedingt ein Film für Nicholson-Fans.