Eine experimentelle, musikalische Reise, oder ein abschreckendes "Anders-Sein Wollen"? - Hanne Hukkelbergs Musik polarisiert wie nie zuvor.
Die Jazz-Absolventin Hanne Hukkelberg und Ihre fünf Begleiter zogen sich für sieben Monate in Richtung Polarkreis zurück, und kommen nun mit ihrem Drittling " Blood From A Stone" zurück.
Behutsam eröffnet "Midnight Sun Dream" das Album. In sphärische Klänge wird der Hörer gehüllt und mit der verträumten Stimme Hanne Hukkelbergs macht sich schnell Entspannung breit. Man möchte dahinschwelgen und sich seinen eigenen Phantasien hingeben. Der sanfte Einstieg ist jedoch nicht von langer Dauer, denn gleich im Anschluss beginnt der Titeltrack mit gleichmäßigen, präsenten Drums.
"Blood From A Stone" überzeugt mit poppigen Klängen und einer gutmütigen Gesangsmelodie und bekommt schnell einen radiotauglichen Charakter. Ähnlich, aber nicht ganz so eindeutig, schiebt sich "Bandy Riddles" hinterher. Ein sehr kräftiger Titel, der durch ein zartes Auf und einem agressiven Ab besticht und sich gen Ende hin explosiv auslebt.
Weitere wirkliche Highlights hält das Album nicht mehr bereit. Zu unentspannt klingt das "Sich-Abheben-Wollen". Man bekommt das Gefühl, zu sehr dem Experimentellen ausgesetzt zu sein: Taktungleichmäßigkeiten, zu überladene Instrumenten-Arrangements, monotone Klang-Gleichheiten. Es wird immer langatmiger, durch Titel wie "No Mascara Tears", "No One But Yourself" oder "In Here/Out There", die einen fast schon monotonem Grundrhythmus folgen.
Ein letzter Ausreißer findet sich mit "Salt Of The Earth", der in der ersten Hälfte selbstvergessen vor sich hinzieht, um im Anschluss auszubrechen, und kurz später wieder ins Träumerische zu verfallen.
Das dritte Werk Hanne Hukkelbergs beginnt überzeugend, baut aber durch fehlende akustische Abwechslung schnell ab. Es mag eine durchdachte und ausgefeilte Idee dahinterstehen, jedoch schafft sie es mit ihrem stimmlichen Talent allein diese nicht umzusetzen.
Sebastian Wiczak