Wer "Blood Simple" gesehen hat, weiß das dieser düstere und wunderbar inszenierte Thriller von 1984 als Vorlage und Inspiration für viele Filme diente. Einer der ersten Filme der Coen Brüder, der eine neue Ära des Independent Kinos begründete.
Die Geschichte spielt in der texanischen Provinz. Ein Barbesitzer, seine Frau, ihr Liebhaber und ein Privatdetektiv begeben sich auf eine mörderische Gradwanderung am Rande des Wahnsinns. Jede der vier Figuren verfolgt ihre eigenen Interessen, zieht jedoch aus dem Geschehen die falschen Schlussfolgerungen. Die Tatsachen erscheinen für jede Person im ersten Augenblick offensichtlich, was im weiteren Verlauf jedoch zu Missverständnissen, Verdächtigungen und fatalen Konsequenzen führt. Die Darsteller sind in einem paranoiden Spiel um Liebe, Geld und Eifersucht gefangen, das sich nicht mehr aufhalten lässt und in der unvermeidlichen Katastrophe endet.
Eine ähnliche Geschichte hat David Lynch als Vorlage für "Lost Highway" benutzt, nur mit dem Unterschied, dass sich alles im Kopf einer einzelnen Person abspielt.
Im Zustand völliger Gespanntheit und Konfusion fährt ein Mann nachts mit dem Auto auf einer Landstraße einer ungewissen Zukunft entgegen. Im Scheinwerferlicht sieht man nur die gelben Mittelstreifen. Dieses Bild findet man in "Lost Highway" und "Twin Peaks" wieder und ist eine Hommage an diesen Film der Coen Brüder.
Wie eigentlich immer bei den Coen Brüdern haben die Darsteller eine ganz besondere Tiefe und Persönlichkeit, die dem Film einen überrealistischen Eindruck verleihen. Die Einfachheit der Bilder und Darsteller stehen im klaren Gegensatz zur psychologischen Ebene, die den Zuschauer in ein Netz nicht vorhersehbarer Handlungen hineinzieht. Diese Art von Kino wurde später in "Fargo" fortgesetzt, dessen Hauptdarstellerin hier auch die Hauptrolle spielt.
Ein Mann begräbt in der Nacht eine Leiche, mitten auf einem Feld. Es ist bereits Morgengrauen. Der Wagen springt nicht an. Solche Situationen werden hier meisterhaft inszeniert und auf die Spitze getrieben.