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4.0 von 5 Sternen
Macht man sich die Mühe ..., 1. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Blood Pressures (Audio CD)
... und versucht sich an einer Bilanz, welche die derzeitige Relevanz der Bands abbildet, die um die Jahrtausendwende glorreich und hoffnungsvoll zur Rettung des Indierocks aufgebrochen sind, so fällt diese, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht eben postiv aus. Coldplay, die Killers und die Kings Of Leon ans Stadion und den weichgespülten Massengeschmack verloren, Interpol, Maximo Park und BRMC ohne kreative Schubkraft, eher Nischenprodukte, den White Stripes und den Libertines mangelte es an Ausdauer oder Überlebenswillen. Nun mag das eine sehr vereinfachte Darstellung sein, doch angesichts der Tatsache, dass sich kürzlich auch noch die Strokes in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet haben und somit allein Arcade Fire der Spagat zwischen künstlerischem Anspruch und größtmöglicher Ansprache gelungen ist, kann man ermessen, wie groß die Sehnsucht nach der einen, der guten Nachricht, wie hoch die Erwartung an das neue Album der Kills ist.
In der Zweckgemeinschaft der Nullerbands waren Alison Mosshart und Jamie Hince seit jeher als enfant terribles verschrien, paßten nicht so recht dazu - zu sperrig, zu plakativ, zu viel Kalkül und zu viel Trotz. Zumindest letzteres erweist sich nun als willkommene Eigenart, denn auch bei der nunmehr vierten Platte lassen sich die beiden in ihrem Stil nicht beirren - "Blood Pressures" ist weder elektronisch aufgehübscht noch dem Formatfunk geopfert. Der Großteil des vorliegenden Materials ist herrlich kratziger, knochiger Bluesrock, sorgfältig geschreddert und gewohnt dunkel eingefärbt.
"Satellite" und "Heart Is A Beating Drum" poltern kraftvoll, das etwas gedrosselte "DNA" gefällt mit schönen Stop-and-Go-Riffs. Etwas versöhnlicher klingen die Kills bei "Baby Says" und der vergleichsweise schlichten Piano-Nummer "The Last Goodbye", da möchte einem fast warm um`s Herz werden. Das hält natürlich nicht lange an - Mosshart schüttelt einen mit ihrer beherzten und bissigen Beziehungslyrik kräftig durch (Damned If She Do), zuweilen gibt's auch einen ordentlichen Tritt von hinten (You Don't Own The Road), nie bösartig, immer kampfbereit. Weniger Gekreisch als bei ihrem Nebenprojekt Dead Weather, was den Songs aber eher gut tut. In Summe ein ordentliches Album, kompromißlos, unverdrossen, kein Grund also, weshalb einem um diese Band bange sein sollte.
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5.0 von 5 Sternen
Boah, eh!, 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Blood Pressures (Audio CD)
Knarzende Gitarre. Gute Stimme. Drum Machine. The Kills haben fertig.
Knallt aus den Boxen wie Dynamit. Wer braucht da noch Drogen?!
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5.0 von 5 Sternen
Wunderbar!!!, 24. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Blood Pressures (Audio CD)
Unter allen Indierock-Duos werden The Kills nicht nur zu DEN Veteranen (die erste Platte erschien bereits vor 9 Jahren!), sie zeigen sich momentan auch auf dem Höhepunkt und der Konkurrenz ganz spielend, was 'ne Harke ist. Jamie Hince und Alison Mosshart passen einfach wie der sprichwörtliche "A...sch auf Eimer" ;) Blood Pressures ist ganz klar das bisher beste Album, bereits der opener "Future Starts Slow" lässt einen vor Verzückung erschaudern.
Diese einmalige, knarzige Mischung aus stampfenden Blues, ein bisschen was von Punk und Elektro, angeschrägtem Gitarrensound und das Ganze kombiniert mit genialen Songs von Mr Hince und einer ebenso genialen Frontfrau Mrs Mosshart, welche übrigens eine gerade für Indierock-Verhältnisse aussergewöhnlich gute Sängerin ist, muss jeden Liebhaber von Alternative Sounds begeistern.
"Midnight boom" war ja auch schon sehr gut, aber das neue Album ist über die gesamte Spieldauer ein großer Wurf, es sind fast keine "Filler" drauf. Mit "Satellite", "DNA" und "Baby Says" möchte ich noch 3 weitere Anspieltipps herausstreichen. Wer das Glück hat, The Kills irgendwo auf Tour live zu sehen, sollte sich das nicht entgehen lassen. Die zwei bringen jedes Publikum zum Kochen, sogar im kühlen Hamburg hat das neulich sehr gut funktioniert :-)
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