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Das ist jedoch falsch. Die ersten fünf Lieder auf dem Album - im Gegensatz zu den weiteren acht Titeln keine Remixversionen von Songs seines 95er Albums "HIStory" - sind keineswegs neue Kompositionen, mit denen sich Jackson auf der Höhe der Zeit zeigt oder zeigen will. Es handelt sich dabei nämlich um Titel, die Jackson teilweise schon mehrere Jahre vor Erscheinen von "Blood ..." geschrieben und aufgenommen hatte. Der Song "Blood On The Dance Floor" sollte beispielsweise ursprünglich schon 1991 auf dem Album "Dangerous" erscheinen. Man kann also nicht mit Recht behaupten, diese Lieder würden "den Michael Jackson des Jahres 1997" zum Ausdruck bringen.
Dieses Remixalbum ist außerdem ein Werk, das der künstlerischen Philosophie Jacksons total widerspricht. Normalerweise arbeitet er bis zur Perfektion an seinen Alben, bis er dem Ergebnis (fast) zufrieden sein kann. Das Album "Blood ..." entspricht natürlich überhaupt nicht dieser Arbeitsweise. Jackson hatte eigentlich vor, seine bisher unveröffentlichten Songs als Maxi-CD, als eine Art Mini-Album, zu veröffentlichen. Die Entscheidung, das ganze mit einigen Remixtiteln zu einem "richtigen" Album aufzublasen, um bessere Verkaufsergebnisse zu erzielen, traf die Platternfirma. Jackson dürfte von dieser Idee gar nicht begeistert gewesen sein.
Musikalisch gesehen ist das Album "Blood ..." natürlich kein Meisterwerk. Egal, wie gut ein Remix auch sein mag, die Qualität des Originals wird er niemals haben. Die ersten fünf Songs brauchen sich aber vor Jacksons früheren Werken nicht zu verstecken. "Blood On The Dance Floor" ist ein Song, der sofort ins Ohr geht - ein richtiger "Ohrwurm". "Morphine" ist ein beeindruckendes Stück über die Höhen und Tiefen im Leben eines Drogen- bzw. Schmerzmittelsüchtigen. Die Strophen sind stets laut, abgehackt und schmerzerfüllt herausgeschrien und schildern die Qualen, die betroffene Personen durchleiden. In der Mitte des Stückes gibt es jedoch eine ruhige, wie von selbst dahin fließende Passage, die die Glücksgefühle und das Wegdriften des Geistes des Süchtigen beschreibt. Auch der Song "Ghosts" ist hervorragend gelungen: Das Stück besitzt eine eingängige Melodie und ist mit zahlreichen Soundeffekten gespickt.
Trotz der teilweise langweiligen Remixtitel ist "Blood On The Dance Floor - HIStory In The Mix" ein empfehlenswertes Album. Auf jeden Fall sollte man aber die "HIStory"-Originalsongs kennen, bevor man sich deren Remixes "antut".
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