Blood & Chocolate" ist die Geschichte der jungen Werwölfin Vivian, die als kleines Mädchen zusehen musste, wie ihre Familie grausam getötet wurde und als einzige überlebt hat. Seit jenem Vorfall lebt sie bei ihrer Tante in Rumänien und arbeitet in einem kleinen Pralinen- und Schokoladegeschäft. Vivian, stete Rebellin des Rudels findet sich zu Beginn der Geschichte noch mit ihrem Schicksal ab, aber mit zunehmendem Fortschreiten des Films, wehrt sie sich immer mehr und mehr, gegen die Konventionen ihrer Gesellschaft - sie ist als nächste Frau des Rudelführers - Gabriel - auserwählt. Dieser wählt alle 7 Jahre einen neue Frau und ist eigentlich ein guter Anführer, der sein stark dezimiertes Volk beschützen will. Die Werwölfe sind ein altes Volk, dass sich streng an alte Regeln und Bräuche hält und an die Erfüllung von Prophezeiungen glaubt. Doch Gabriel schlägt mit seinem Festhalten an den alten Regeln beizeiten über die Stränge.
Während Gabriel die Alte Welt" verkörpert, steht Vivian für eine neue Welt voller Hoffnung ein. Auch eine Prophezeiung besagt, dass Vivian ihr Volk einst zu neuer Hoffnung und Größe führen wird. Zuerst sträubt sie sich nur gegen eine Verbindung mit Gabriel, doch als sie den jungen und gewitzten Aidan - einen talentierten Comiczeichner kennenlernt, beginnt ein Wettlauf nicht nur gegen die Zeit, sondern auch um das eigenen Überleben. Denn die Wölfe sehen es nicht gerne, dass ihre zukünftige Königin mit einem ihrer größten Feinde - einem Menschen - anbandelt.
Während Aidan und Vivian sich immer näher kommen, entdeckt dieser langsam, dass mehr hinter der Geschichte der Werwölfe steckt, als angenommen. Und als es zu einer unglücklichen Begegnung zwischen Aidan und Vivians intrigantem Cousin Rafe kommt, entdeckt er die ganze Wahrheit. Wird es für ihn und Viviane eine Zukunft geben oder werden sie beide von Vivians Volk gejagt, bis es zu spät ist?
Der Film ist an und für sich nicht schlecht. Ich weiß auch gar nicht was die Leute haben, die meinen man würde gleich erkennen, dass er nicht auch Hollywood stammt. Na schön, Regie führte eine Deutsche Regisseurin - Na und?! Für mich hatte das keinerlei Auswirkung auf das Filmgeschehen. Aufmachung, Kulisse, Kostüme, Bild und Ton sind alles andere als schlecht. Die Geschichte an sich ist auch gut, aber man hätte vielleicht noch ein bisschen mehr heraus holen können. Allerdings ist es sicher schwer für solche Movies, mit Bücher des gleichen Genres mitzuhalten.
Auch die Schauspieler waren gut gewählt, obwohl die Damen der Gattung sicher weiblicher" hätten sein können. Ich weiß nicht wie ich es erklären soll, aber Leute die Laurell K. Hamiltons Anita Blake kennen oder auch die Karpatianer von Christine Feehan, wissen vielleicht was ich meine. In diesen Geschichten haben sowohl Männern als auch Frauen einen gewissen Charme, obwohl teilweise auch etwas Dunkles" in ihnen lungert. Hier hat mich auch gestört, dass nur wenige Charaktere hervorgearbeitet waren. Über den Rest des Rudels hat man nicht sehr viel erfahren. Ebenso wenig über die Gebräuche - abgesehen von der gemeinsamen Jagd, in der ersten Nacht des Vollmondes - und auch nur wenig über die Geschichte.
Außerdem mag ich Hugh Dancy beispielsweise in King Arthur" oder Ella - verflixt und zauberhaft" sehr gern, aber in einen solchen Film passt er m.E. nicht unbedingt für den menschlichen Nebenbuhler des Rudelführers, der wiederum toll von Olivier Martinez gespielt wird. Er hat schon einen gewissen jungenhaften Charme - aber eben jungenhaft! Für mich ist er wirklich nicht der Typ, der sich mit Waffen spickt und es (fast) furchtlos mit einer Meute auf Rache sinnender Werwölfe aufnimmt.
Und dann sind da noch kleinere oder auch größere Ungereimtheiten, die auch schon von anderen Rezensenten erwähnt wurden. So tragen z.B. alle zu Beginn der Jagd noch einen Teil ihrer Kleidung, wenn sie sich aber wieder vom Wolf in den Menschen zurückverwandeln, sind sie nackt. Dafür gibt es ja vielleicht eine Erklärung, aber die hätte ich dann schon gern im Film gehört/gesehen. Weiters werden Handlungsstränge gesponnen, die am Ende des Films nirgendwohin führen bzw. gar nicht bedacht werden.
Fazit: Alles in allem war der Film nicht schlecht, aber noch irgendwas, das ich einfach nicht benennen kann, hat mich gestört. Vielleicht waren auch einfach meine Erwartungen zu hoch, dass der Film ähnlich wie eben Bücher des Genres ist - nicht ganz 4 Sterne:)