Sicherlich kann man von diesem Meisterwerk keinen großartigen Spannungsbogen erwarten, einfach daher weil er auf einer ganz anderen Schiene fährt, als ein Hollywoodfilm-Liebhaber es sich erhoffen würde. Der Film kommt gänzlich ohne große Action und Spezialeffekte aus, vielmehr lebt er von der Familiengeschichte eines nach Japan ausgewanderten Koreaners (brilliant gespielt von Takeshi Kitano), welche auf einer wahren Begebenheit beruht. Doch Obacht! Diese Familientragödie ist nichts für schwache Nerven!
Shun-Pei Kim möchte sich in Japan, wie viele andere Koreaner, eine neue Existenz aufbauen und ist dabei wahrlich unerbittlich. Obgleich er erfolgreich ist und über die Zeit nebenher zum (gnadenlosen) Geldverleiher wird, quält der Tyrann und aufs äußerst egozentrische Mensch seine Familie und läßt diese dadurch spüren, dass sie scheinbar gar nicht erwünscht in seinem Leben ist. Das Familienleben ist dabei von einschneidenden und nachhallenden Ereignissen gezeichnet, die, je weiter die Geschichte voranschreitet, immer nachdenklicher machen und einem die Kehle zuschnüren lassen, bis am Schluss das erwartete Ende für unseren Protagonisten bereitsteht. Jedoch in keinster Weise Befriedigung verschafft. Wie das Leben oftmals ist - gnadenlos, unfair und brutal - so ist "Blood & Bones". Nichts wird beschönigt, nichts passiert, weil der ein oder andere die Berechtigung dazu hat. Nein, es geschieht einfach. Kein Happy-End lässt uns am Ende dieses Filmes aufatmen, im Gegenteil... nur das wunderschöne Theme am Ende ("Until Dying Day") streichelt die Seele zum Trost und läßt uns in unserem Schweigen nicht alleine.
Wer Takeshi Kitano und asiatische Filmkultur mag, hat hier die Möglichkeit sich einen kleinen Schatz für die Sammlung zu holen!