...die es verstehen, auch ausschliesslich mit einer Streichholzsschachtel ausgestattet, songs aus dem Nichts zu zaubern, wie andere mit einem ganzen Orchester nicht. Bon Iver ist so ein Phänomen.
Seine Stärke ist der melancholische Minimalismus und der Umstand dabei auf die sweetness zu verzichten, die gerne den Eindruck von Kitsch hinterlässt.
Dieses Talent hat er bei dieser 4 Track EP nicht eingebüßt. Ob eine Blutbank der ideale Ort ist um eine Frau abzuschleppen, um mit ihr im Schnee anzuhängen, käme auf einen Versuch an. Die musikalische Untermalung für die Heimfahrt durch den Schnee hat er bereits mit dem ersten song geschaffen. Die "Blood Bank" muss, nebenbei erwähnt, so ziemlich der einzige Ort sein, an dem die Worte eines Musikers: "Gib mir ein A", nicht zwingend auf ihren vertrauten Sinn insistieren.
"Beach Baby" geht problemlos als hidden track des 2008 erschienenen Albums durch, welches ich bei mir im Archiv längst in der Abteilung Langzeitmotivation eingeordnet habe.
Auf "Babys" braucht er nicht mehr Tasten seines Synpianos als seine Gitarre Seiten hat. Wenn die EP "Babys" geheissen hätte, würde ich das auch nachvollziehen können. Der EP Titeltrack und dieser Titel wetteifern um die Gunst des Hörers.
"Woods" lebt von den verschiedenen Layern aus natürlichen und Effektstimmen. Die Assoziation mit Imogen Heap - "Hide and Seek" ist unausweichlich und wahrscheinlich auch beabsichtigt.
Für eine EP wäre die Haptikvariante von "Blood Bank" womöglich preislich zu optimistisch angesetzt, aber man hat ja mancherorts inzwischen die Qual der Wahl.
4 Sterne von meinen Seite, wie auch schon für "For Emma, forever ago".