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Die Blitze des Zeus. Tagebuchaufzeichnungen eines Schlaganfall- Patienten.
 
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Die Blitze des Zeus. Tagebuchaufzeichnungen eines Schlaganfall- Patienten. [Taschenbuch]

Eugen Baursch
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

SCHLAGANFALL MAGAZIN / Stiftung DEUTSCHE SCHLAGANFALL HILFE 2/99

Tagebuchaufzeichnungen eines Schlaganfall-Patienten ("Die Blitze des Zeus"/2. Auflage von Eugen Baursch)

Buchbesprechung von Mirko Filip

Sprache und Kommunikation sind die zentralen Instrumente unserer Zivilisation. Ohne das geschriebene und gesprochene Wort würde »unsere Welt« nicht mehr funktionieren. Was aber passiert, wenn ein Mensch schlagartig seine Sprache und somit den Kontakt zur Außenwelt verliert?

Als erfolgreicher Autor von Romanen, Novellen und Hörspielen hat Eugen Baursch sein ganzes Leben dem geschriebenen Wort gewidmet. Beim Verfassen einer neuen Kurzgeschichte erleidet er knapp 70-jährig einen schweren Schlaganfall mit rechtsseitiger Lähmung und Aphasie. Am Morgen nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus macht er die grausamste Feststellung seines Lebens: Er kann nicht mehr sprechen. Die Wörter und Begriffe stauen sich vor einem Gitter in seinem Hals. Seine Gedanken und Gefühle kann er plötzlich nicht mehr verbalisieren. Trotz seiner bedrohlichen und hoffnungslosen Situation beugt sich Eugen Baursch nicht der Sprachlosigkeit, sondern setzt alles daran, seinen Gesundheitszustand so schnell wie möglich zu stabilisieren. Schließlich war die Sprache sein Leben, sein Beruf, sein geliebtes Hobby. Mit ausgedachten Kreuzworträtseln und Wortspielen unterzieht sich Eugen Baursch einer schonungslosen »Selbsttherapie«. Immer wieder versucht er, sein Sprachverständnis zu reaktivieren und baut mit Hilfe einer Logopädin seinen Wortschatz langsam wieder auf. Bereits einen Monat nach der Akutbehandlung beginnt er schließlich damit, seine Gedanken und Gefühle in Form von Tagebuchaufzeichnungen niederzuschreiben. Alle Ängste, Fragen und Nöte, die ihn nach diesem einschneidenden Erlebnis beschäftigen, hält er in seiner aphasischen Sprache fest und beschreibt auf bisher unvergleichbare Art den Verlauf seiner Genesung. Mit Hilfe eines Computers und einer unendlichen Selbstdisziplin entstehen »Die Blitze des Zeus.«

Ein Erfahrungsbericht der besonderen Art

Bereits beim ersten Durchblättern fällt auf, daß man es hier mit einem ganz besonderen Erfahrungsbericht zu tun hat. Auf den jeweils linken Seiten des Buches findet der Leser die Tagebuchaufzeichnungen von Eugen Baursch, die er kurz nach Verlassen der Klinik nieder geschrieben hat. Im originalen »aphasischen« Wortlaut - unkorrigiert und ungekürzt - wird jeder der insgesamt zweiundzwanzig Krankenhaustage dokumentiert. Aufgrund der schweren Sprachstörung sind die Sätze oftmals lang, verschachtelt und ineinander verschränkt. Manche Satzteile sind verdoppelt und falsch kombiniert, die Grammatik und die Reihenfolge der einzelnen Silben sind fehlerhaft: »Ich suchte mein Wissen zu finden, wie ich hoffe das von damals nicht verloren war nicht.« Auf den rechten Buchseiten wird der Text etwa neun Monate nach dem Schlaganfall noch einmal vom Autor nacherzählt und kommentiert. Zu diesem Zeitpunkt ist sein Sprachvermögen wieder weitestgehend hergestellt und gesund. Die später verfaßten »Nachempfindungen« dienen einerseits dem besseren Verständnis (der Originaltext wirkt auf den sprachgesunden Menschen oftmals wie ein unverständliches Wort-Wirrwarr) andererseits unterstreichen sie sehr eindrucksvoll die rasante Genesung des Autors innerhalb kürzester Zeit. Darüber hinaus sind diverse Übungsblätter aus der Sprachtherapie und handgeschriebene Aufzeichnungen des Autors in den Text eingebunden. Sowohl die Originalaufzeichnungen, als auch die Therapie-Übungsbögen übernehmen eine sehr wichtige Funktion, die dieses Buch bisher einzigartig macht: Mit ihrer Hilfe gelingt es, dem Leser nicht nur die aphasische Sprache näher zu bringen, sondern ihn direkt mit den Nöten und Schwierigkeiten eines Aphasikers zu konfrontieren. Dadurch wird das Buch »Die Blitze des Zeus« nicht nur sehr eindringlich und direkt, sondern auch schmerzhaft und belastend. Das unbeschreibliche Dilemma, indem sich ein Autor »ohne Sprache« befindet, kann erst mit diesem schriftstellerischen und gestalterischen Kunstgriff greifbar gemacht werden.

In der Welt eines aphasiekranken Menschen

In diesem Zusammenhang hat Eugen Baursch nicht ganz Unrecht wenn er im Vorwort schreibt, sein Buch sei eine Zumutung für den Gesunden. Aber genau das ist das Geheimnis, das Fesselnde und Einzigartige seiner Tagebuchaufzeichnungen. Durch die unkorrigierte Wiedergabe seiner Gedanken ist es dem Leser zumindest ansatzweise möglich, sich in die Welt eines aphasiekranken Menschen zu versetzen und die Probleme und Ängste nachzuvollziehen. Durch die Identifikation mit der Krankheit, derer man sich als Leser kaum entziehen kann, erfährt man aber auch ebenso viel Freude und schöpft gemeinsam mit dem Autor neue Hoffnung für die Zukunft: Im zweiten Teil des Buches »Heimkehr in den Alltag« wird der Leser Zeuge, wie Eugen Baursch sein »neues Leben« bewundernswert meistert und auch in schwierigen Situationen nicht resigniert. Dieser Teil enthält auch keine »Nachempfindungen« mehr; der Leser ist nun auf sich gestellt und muß sich mit der aphasischen Sprache »gnadenlos« auseinandersetzen. Das Verstehen der Originalaufzeichnungen stellt kein Problem mehr dar, denn die sprachlichen Fortschritte des Autors sind zu diesem Zeitpunkt deutlich vorangeschritten. Nur noch einige sprachliche Unebenheiten lassen die schwere Krankheit vermuten. Abgesehen davon: »Eine Überarbeitung zu gutem Deutsch«, so Eugen Baursch »würde den Leser um dieses außergewöhnliche Lesevergnügen berauben.« Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um die zweite Auflage. Diese ist gegenüber der Ersterscheinung um einige kurze Kapitel ergänzt, die den weiteren Genesungsverlauf und das Leben viereinhalb Jahre nach dem Schlaganfall beinhalten. Hier bringt der Autor seine Fähigkeiten als Journalist und Romancier wieder voll zum Ausdruck. So passiert es an einigen Stellen im Text, daß sich der Leser ein Schmunzeln auf gar keinen Fall verkneifen kann - der Autor benutzt die Sprache wieder als Stilmittel, als »Spielzeug«. Nicht nur die letzten Seiten von »Die Blitze des Zeus« verdeutlichen den unvergleichbaren Ehrgeiz und die eindrucksvolle Willensleistung, mit denen Eugen Baursch den Weg vom totalen Sprachverlust zu einem sinnerfüllten Leben zurückfindet. Die Blitze des Zeus - ein Dokument von eindringlicher Echtheit, das sowohl für Fachleute und Sprachgesunde, als auch für Aphasiker ein großer Gewinn ist.

W. Scheuermann / dgs, Die Sprachheil-arbeit

Dieses Buch empfehlen wir ganz besonders! (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe, Rems-Murr e.V.)

Professor Dr. Huber (Uniklinik Aachen) empfiehlt dieses Buch Fachleuten, Sprachgesunden und Aphasikern gleichermaßen, denn jeder wird es auf seine Weise mit Gewinn lesen. Dieser Empfehlung schließe ich mich gerne an.

Bayerisches Sonntagsblatt

[ ... ] Ein eindringliches Buch, das sowohl Patienten als auch deren Angehörigen Mut machen sollte, ebenso wie der Autor den Kampf gegen die Folgen der Krankheit aufzunehmen.

Neue Bildpost

Ein eindringliches Dokument!

Kasseler Sonntagsblatt

[ ... ] Und herausgekommen ist eine ermutigende Lektüre für alle, die von ähnlichen Symptomen betroffen sind, und eine informative Schrift für Ärzte, Pfleger, Logopäden sowie Angehörige, die mit Aphasien zu tun haben.

Seniorengruss

[ ... ] So werden die Blitze des Zeus nicht nur zum authentischen Erfahrungsbericht, sondern auch zu einem Dokument einer beeindruckenden Willensleistung.

Kurzbeschreibung

Es handelt sich um die Tagebuchaufzeichnungen eines Schlaganfallpatienten, der hier den Weg von völliger Aphasie zurück zum normalen Sprachgebrauch beschreibt. Bereits im Krankenhaus begann der Autor mit Aufzeichnungen seines Schicksals. Diese Texte sind für Fachleute gut nachvollziehbar. Für die anderen, besonders für die Betroffenen und ihre Angehörigen, wurde 10 Monate später eine flüssige, lesbare Fassung erstellt, die jeweils auf den rechten Buchseiten neben der ursprünglichen Fassung (linke Buchseiten) zu lesen ist.
Anhand der jeweiligen Ausprägung der Aphasie läßt sich der Rehabilitationsverlauf gut nachvollziehen. Der erreichte und beschriebene Erfolg macht dieses Buch darüber hinaus zu einer echten 'Motivationsspritze' für Betroffene. Wir hoffen auch, mit diesem Buch einen Beitrag zu mehr Verständnis und Bewußtsein zu leisten und insbesondere das Umfeld von Aphasikern (Verwandte, Freunde, Nachbarn) über die tatsächlichen Umstände der Krankheit aufzuklären.
I n die Neuauflage wurden Fragmente aus dem Nachfolgetitel aufgenommen, den der Autor nicht mehr fertigstellen konnte. Er verstarb im Januar 1996, nach einem Treppensturz, im Krankenhaus. Die abgedruckten Passagen befassen sich unter anderem mit den Schwierigkeiten bei der Bewilligung der Reha-Maßnahmen, Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Rehabilitation, selbstkritische Analysen zu Aufwand & Erfolg ...

Der Verlag über das Buch

Eugen Baursch verstarb über siebzigjährig, nach einem Sturz von der Treppe, Anfang 1996 im Krankenhaus. Fragmente aus der von ihm bereits fertiggestellten Fortsetzung von "Die Blitze des Zeus" wurden in die 2. Auflage integriert.

Der Autor über sein Buch

Für den Leser

Dieses Buch ist eine Zumutung für den Gesunden. Wer will schon belästigt werden? Das Ungemach, die Pein und das Unglück eines Unbekannten, eines Fremden stört den Frieden seiner glücklichen Tage. Wenn es ein enger Verwandter, ein guter Bekannter wäre? Naja! Vielleicht! Eigentlich möcht' man selbst davon nichts wissen. Wenn es bei einem selbst um Leib und Leben geht, dann, ja dann versteht man plötzlich alles, die Zumutungen, die Belästigungen, die Störungen. Mit veränderten Augen sieht man die Welt verwandelt, obwohl alles gleich geblieben ist.

Deshalb wäre es für die Verständigung untereinander, zwischen 'Behinderten' und 'Nichtbehinderten', besonders erfreulich und manchmal auch notwendig, wenn auch Gesunde sich mit diesem Thema befassen, auseinandersetzen würden. Jeder kann der nächste sein, den dieses Schicksal ereilt.

E. Baursch

Umschlagtext

Die Blitze des Zeus 2. Auflage

Der Schriftsteller Eugen Baursch erlebt das Schicksal von Tausenden, nämlich das, ohne Anzeichen, plötzlich zum Todeskandidaten zu werden. Er wurde vom 'Schlag getroffen' und mit der Diagnose Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert.

Folge des Schlaganfalls waren Lähmungen an Hand und Fuß und der totale Sprachverlust.

Ein Schriftsteller ohne Sprache!

Was Herr Baursch des weiteren erlebte, schildert er auf anschauliche und faszinierende Art.

Dieses Buch zeigt allen, die in irgendeiner Form betroffen sind, daß man den Kampf gegen die Folgen des Schlaganfalls aufnehmen kann und muß, um wieder zu seinem ursprünglichen Leben zurückzufinden.

Der von Eugen Baursch dokumentierte Fall ist in dieser Form bislang einzigartig. Noch nie zuvor gelang einem Schlaganfallpatienten nach totalem Sprachverlust die fast vollständige Rehabilitation. Daß der Autor sofort mit seinen Aufzeichnungen begann ist nicht nur ein Glücksfall für die medizinische Fachwelt - sonst gäbe es dieses Buch nicht, das mittlerweile zum absoluten Muß für alle Logopäden geworden ist - sondern zeugt auch von seiner Überzeugung und dem festen Willen sein Schicksal zu besiegen. Diese zweite Auflage ist um 21 Seiten erweitert worden und enthält einen Anhang mit unkorrigierten Texten aus den Jahren 1993 bis 1995, in denen Eugen Baursch schildert, wie es nach Erscheinen seines Buches weiterging, und damit auch die Entwicklung seiner Sprache noch einmal dokumentiert.

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