Relaxte "Weltmusik" mit Hard Rockvibes, Latinofeeling und einem amerikanischen Hard Rock Sänger waren sicherlich harter Stoff für das Pathos erwartende Böhse Onkelz Publikum und kommerziell sicherlich nicht so erfolgreich für deren Ex-Gitarristen. Mir hat aber Matt "Gonzo" Roehrs neuer Stil gut gefallen! Doch der bodenständige Musiker der Frankfurter Kultband macht nun mit "Blitz und Donner" den Rückschritt zum alten Bandsound. Flotte, deutschsprachige Songs mit rauem Grölgesang und voller Sozialkritik. Lediglich das verspieltere Gitarrenspiel und ein paar Ausflüge in andere Regionen lassen Gonzos neue Ergüsse von alten Songs unterscheiden. Aber auch wenn ich nicht zu den Fans der Frankfurter vier gehöre, deren Lieder waren eher Ohrwürmer und packender als all das, was Gonzo (Gesang, Gitarre, Bass) mit Hilfe von Gastmusikern wie Drummer Michael Ehré (Firewind), Ferdy Doernberg nebst (Axel Rudi Pell) Gattin zu Stande bringt. Auf Tour geht er mit diesen Liedern und alten Onkelz Songs natürlich auch, man will ja nicht den Covertrupps seine eigenen Lieder überlassen, oder? Der W spielt die Stücke ja auch nicht mehr. An sich hat der Gonzo sicherlich genug verdient und verdient sicherlich immer noch an Merch-und CD-Verkäufen. Ebenso an den gefühlten 3.000.000 Coverbands die fürs Nachspielen ja auch Geld indirekt berappen (GEMA). Ich glaube dem Herrn Roehr fehlen einfach die großen Bühnen und der eigene Sound! Auch wenn das textlich manchmal sehr gewollt klingt und vom Gesang nur solide ist. "Blitz & Donner" klingt manchmal als würde ein Santana Fan eine Onkelz Coverband starten. Das hier Originale am Start sind, ist sicherlich ein Kaufgrund, aber besser macht es diese durchschnittliche Musik damit nicht. Der sympathischste Onkel bleibt der Herr Roehr für mich trotzdem.