"Wie war das damals?", werden uns unsere Kinder einmal fragen, und wie gut, dass man dann den Bildband "Die große Flut" zur Hand nehmen kann, um die Erinnerung an eine der größten Nachkriegskatastrophen in Deutschland zurückzuholen - sich erinnern, nicht um voyeuristisch zu sein, sondern damit Zeitgeschehen nicht in Vergessenheit gerät!
Eingangs widmet sich das umfangreiche Buch in dem auffälligen Hochformat, das in einer Non-Profit-Aktion mit Unterstützung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und "Focus Online" entstand, den historischen Fluten, erinnert unter anderem an das Oder-Hochwasser im Juli 1997. Das Kapitel "Das Erbe der Jahrhunderte" beschäftigt sich zudem mit Kultur und Natur an den Ufern der Elbe, und zeigt, welche Kunstschätze, Baudenkmäler und landschaftlichen Schönheiten in der Elbregion zu finden sind. Auch ein Abstecher in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wiedervereinigung wird in dem Buch "Die große Flut" nicht vergessen.
Das Jahrhunderthochwasser, das im August 2002 die Elbe und ihre Nebenflüsse in bis dahin nicht gekanntem Ausmaß weit über die Ufer treten ließ, zerstörte mit unvorstellbarer Kraft ganze Ortschaften. Das Kapitel "Chronologie einer Tragödie" dokumentiert einfühlsam Verzweiflung und Leid aber auch Hoffnung und Hilfsbereitschaft. Es ist ein Denkmal nicht nur für die Opfer der Katastrophe, sondern für jeden, der auf irgendeine Weise geholfen hat. Ob Feuerwehr und Bundeswehr, Hilfsorganisationen und Freiwillige, ihnen gebührt ein ehrendes Andenken an beachtenswerte Solidarität und ein unermüdliches Engagement, das zwischen West und Ost trotz deutscher Wiedervereinigung vor den Rekordfluten nicht vorstellbar gewesen wäre. Als das Wasser zurückwich, war die Katastrophe längst nicht vorbei: Erst jetzt zeigten sich die Schäden in vollem Ausmaß, wurde deutlich, was die "Sintflut" alles angerichtet hatte. Trotz aller Aufräumarbeiten und finanziellen Unterstützung wird man die Schäden vermutlich noch in Jahren sehen können, die die Schneise der Flutwelle hinterließ.
"Die große Flut" ist vermutlich das einzige Buch, das sich nicht nur mit dem Jahrhunderthochwasser an sich beschäftigt, sondern nebenbei an die Historie und Kultur, vor allem aber an den Wiederaufbau danach denkt. 3,00 Euro von jedem verkauften Buch gehen an die Fluthilfe der Diakonie, ein weiterer Teil der Erlöse wird zum Wiederaufbau der Literaturversorgung in den betroffenen Gebieten gespendet.
Noch heute: Lesen und helfen Sie!
(c) Steffani Lehmann von Literaturtipp.com