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Das adaptive Unbewusste versteht es hervorragend, die Umwelt einzuschätzen, Menschen vor Gefahren zu warnen, Ziele zu setzen und Handlungen in intelligenter und effizienter Weise einzuleiten. Doch unsere Kultur hat uns die Überzeugung in die Köpfe gepresst, nur überlegte, bewusste Urteile, die auf möglichst vielen Informationen basieren, vertrauen zu dürfen: Erst denken, dann handeln. Eile mit Weile. Der Schein trügt. Falsch, sagt Malcolm Gladwell. Derlei Phrasen sind ebenso abgedroschen wie unzutreffend und irreführend. Wir müssen lernen, wieder unserem adaptivem Unbewussten zu vertrauen. Denn es führt uns weitaus zuverlässiger in die richtige Richtung als unser aufklärerisch durchdrungener Rationalismus.
Malcolm Gladwall seziert für uns die Funktionsmechanismen des adaptiven Unbewussten. Mit einer Fülle von Beispielen aus der Psychologie, mit Dutzenden Geschichten von Studien, die der Macht der Intuition auf die Spur kommen wollen, breitet der Redakteur des New Yorker für uns den Teppich aus, über den wir nur langsam schreiten müssen, um den Wert der Blink-Momente zu begreifen und wieder für unser Leben zu entdecken.
Ein Buch voller Aha-Effekte. Wer dieses Buch gelesen, nein genussvoll heruntergeschmökert hat, wird sehr viel bewusster durchs Leben gehen und aufmerksamer der Macht der Intuition und ihrer Fehltritte lauschen. Entgegen den Versprechungen des Verlagstextes jedoch liefert der Autor des Bestsellers The Tipping Point mit diesem zuweilen etwas redundanten Werk keinen Ratgeber. Das Handwerkszeug, um die Blinks im Alltag besser nutzen zu können, wird sich der Leser selbst erarbeiten müssen. Aber es ist Gladwells Verdienst, auf wunderbar unterhaltsame Weise den Blick geschärft zu haben. --Anja Dilk
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
113 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Faszinierendes Thema, unfertiges Buch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Blink!: Die Macht des Moments (Gebundene Ausgabe)
Ach, diese Amis! Sie erzählen und erzählen und erzählen – oft sehr gut, aber meistens lang und breit – und, husch!, ist das Buch zuende, und man hätte noch so viele Fragen gehabt, die aber offen bleiben. Und wenn man zurückblättert, findet man die wenigen grundsätzlichen Aussagen vor lauter Geschichten kaum wieder. Da aber, laut Nachwort, so viele kompetente Leute das Manuskript vorab gelesen haben, muss es wohl so gewollt sein – ich bin als deutscher Leser wahrscheinlich zu anspruchsvoll...Aber nun im Ernst: Dieses Buch verfolgt drei Ziele (S. 20f): Es will helfen, 1. zu begreifen, wie effektiv der "erste Blick" sein kann; 2. unterscheiden zu lernen, wann wir unseren Instinkten vertrauen dürfen und wann nicht; 3. zu begreifen, dass wir unsere Spontanurteile verfeinern und für uns nutzen können. Das erste Ziel wird zu 100 Prozent erreicht. Dieser Teil überzeugt sehr und ist ein Lesegenuss. Bei Ziel 2 und 3 gibt es einige hilfreiche Ansätze, hier wirkt das Buch aber leider oberflächlich, bzw. unfertig – was sehr schade ist: "Blink!" lebt, wie schon erwähnt, im Wesentlichen von seinen faszinierenden Geschichten und Forschungsberichten, und das macht es lesenswert: Es sind in der Tat für den Durchschnittsleser einige wertvolle neue Erkenntnisse dabei, manche geradezu frappierend. Und Gladwell versteht sein Handwerk als (erzählender) Schreiber und Didakt sehr gut. Allerdings machen diese Erzählteile mindestens 85% des Buches aus und leiden an zu großer Ausführlichkeit. Das führte bei mir irgendwann zu Ermüdung. Ich erwartete wenigstens gegen Ende noch etwas mehr Schlussfolgerungen vom Autor selbst, aber nein: Noch eine Story und noch eine... Hat er denn selbst so wenig zu sagen? Ein Mehr an Tiefe, Systematik und Anwendung hätte dem Buch gut angestanden. Vieles riecht zwar sehr nach Praxis – aber wenn es darum geht, die gewonnenen Erkenntnisse als Leser auf das eigene Leben anzuwenden, bleibt dieser ziemlich allein. Die Übertragung gelingt nur teilweise – eben deshalb, weil die Verarbeitung all der Beispiele nur im Ansatz stattfindet. Das Thema ist großartig, aber es ist nicht wirklich ein Sachbuch daraus geworden, sondern eher eine thematisch geordnete Stoffsammlung mit wenigen eigenen Gedanken des Autors. Das ist zu wenig. Trotzdem lohnt sich der Kauf, sofern es ein lockerer Ersteinstieg ins Thema mit Unterhaltungselementen sein soll. Weil das Thema eigentlich jeden Menschen betrifft, flüssig zu lesen und auf seine leichte Weise informativ ist, eignet sich dieses Buch auch gut als Geschenk. Gefreut hat mich der gut zusammengestellte Anhang mit einigen Literaturhinweisen zu den Kapiteln – (wenigstens) hier findet sich die Möglichkeit zur Vertiefung. Insgesamt aber wären mehr als drei Sterne geschmeichelt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Stärken und Schwächen des ersten Eindrucks,
Von Heike Thormann "kreativesdenken.com" (Warendorf, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Blink!: Die Macht des Moments (Taschenbuch)
Ach, diese Verlage! möchte man einen anderen Rezensenten aufgreifen. Sie schreiben und schreiben - und scheinen ihre eigenen Bücher nicht gelesen zu haben. ;-) So auch bei "Blink" von Malcolm Gladwell.Wer dem Verlagstext folgt, erwartet ein Buch, das das hohe Lied der Intuition und Spontanentscheidungen singt und das dem Leser zeigt, wie er dieses lernen kann. Was der Autor aber schreiben wollte, war ein Buch, das die Bedeutung des ersten Eindrucks an sich zeigt (vgl. Danksagung) - in seiner Effektivität wie auch in seinen Fehlern und Schwächen (vgl. S. 20). Und das ist Gladwell auch gelungen. Mit einer Fülle von Beispielen, anschaulich, lebendig, flüssig und leicht zu lesen. Ganz im Stile amerikanischer erzählender Sachtext- und Reportagetradition. Wer allerdings ein "gewusst wie" oder einen Ratgeber sucht, der ist hier verkehrt. Beides, Hintergründe für Stärken wie Schwächen des ersten Eindrucks, muss man sich weitgehend selbst aus den Beispielen erarbeiten. Also etwa die Methode des Scheibchenschneidens, die den ersten Blick so effektiv werden lässt, wie auch die unbewussten Assoziationen, die - kontextabhängig - immer wieder für Fehlurteile sorgen. Schade auch das etwas abrupte Ende und die fehlende Zusammenfassung des Ganzen. Dennoch: 4 Sterne, weil der Autor nichts für die Verlagsankündigung kann und weil er es verstanden hat, auf unterhaltsame Weise für das Thema zu sensibilisieren, die "Macht des Moments" in all ihrer Widersprüchlichkeit zu zeigen. Wer seine eigenen Reaktionen besser verstehen und lenken will, findet hier einen guten Einstieg. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
41 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Reich belohnter Fahnenträger,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Blink!: Die Macht des Moments (Gebundene Ausgabe)
Laut einer Schätzung des Trendmagazins Fast Company soll der amerikanische Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalist Malcolm Gladwell bis zu 40'000 Dollar pro Auftritt bekommen. So nachzulesen in einem der unzähligen PR-Artikel, die zum Erscheinungspunkt seines zweiten Buches erschienen. Ein bewunderswerter Marketingerfolg, alle Achtung. Denn so revolutionär, neu und aussergewöhnlich ist weder „Tipping point" noch „Blink!" Seinen Erfolg erklärt Gladwell ironischerweise in „Tipping point" gleich selber: Ein kleiner Eingriff, eine winzige Änderung kann zu monumentalen Auswirkungen führen. Als Gladwell diese keineswegs neue Erkenntnis mit Geschichten garnierte, an die wir gerne glauben, die uns faszinieren und meist eher belustigen als zu Tode erschrecken, breitete sich sein Buch überraschend zu einer Epidemie aus. Ein Glückstreffer. Und die soll man nutzen. Malcolm Gladwell packt die Chance, indem er dem formalen Rezept treu bleibt, aber den Inhalt ändert. Auch in „Blink!" ist die These schnell erklärt: In Sekunden getroffene, intuitive Entscheidungen sind oft richtiger als solche, die durch das Sammeln, Auswerten, und Berücksichtigen vieler Informationen zustande kommen. Wir kennen das alle. „Malcolm Gladwell erklärt uns die Macht dieser Blink-Momente, zeigt, was passiert, wenn wir in Bruchteilen von Sekunden Entscheidungen treffen und wie wir diese verborgene Intelligenz trainieren und bewusster nutzen können." So steht es auf dem Buch. Das Schwergewicht legt Gladwell allerdings ganz klar auf das Erzählen von Geschichten. Wer einen Trainingsplan, Regeln oder Lehrsätze mit Übungen sucht, wird bei Gladwell nicht fündig. Was das Buch wertvoll macht, ist nicht der versprochene Trainingsteil. Den muss sich der Leser weitgehend aus dem Gelesenen selber zusammenbasteln. Den Verdienstorden erhält Gladwell dafür, dass er mit seinem Bestseller zum schnelleren Ableben des Homo Oeconomicus beiträgt. Wer schon länger nicht mehr daran glaubt, dass der Mensch ein rationales Wesen ist, erfährt bei Gladwell nicht viel Neues. Er wundert sich vielmehr, weshalb Gladwell die Neurologen um Rat fragt, wenn es um die Erklärung der Blink-Macht geht, aber nicht, wenn er auf den Widerstand gegen die Macht des Unbewussten zu sprechen kommt. Gladwell faszinieren verständlicherweise die Experimente von John Gottman, der nach 15minütiger Beobachtung eines Paares mit 90prozentiger Wahrscheinlichkeit sagen kann, ob das Paar in 15 Jahren noch verheiratet ist. Doch die Wundergabe ist ein Geheimnis, das schon längst gelüftet wurde: Aufmerksamkeit lässt sich lernen. Wer sich so intensiv mit den nonverbalen Zeichen menschlicher Kommunikation beschäftigt wie Gottmann oder der Emotionsforscher Paul Ekman, kann die Mikrosignale besser wahrnehmen und einordnen. Und wer riesige Datenmengen in verarbeitbare Scheibchen schneidet sowie in den passenden Kontext setzt, erzielt mit intuitiven Entscheiden eine höhere Trefferquote als die ewig lang Nachdenkenden. Malcolm Gladwell dürfen alle dankbar sein, die dank seiner Hilfe ihren Glauben an den unvernünftigen Menschen leichter verbreiten können. Wer solch breite Breschen in alte Denkmodelle schlägt, darf sich Ehrenorden an die Brust stecken, auch in Dollarscheinen. Das wird ihn locker darüber hinwegtrösten, dass ich ihm die fünf Sterne vorenthalte, weil mir der Inhalt allzu dick verpackt ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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