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Blindfisch. Brigitte-Edition Band 9
 
 
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Blindfisch. Brigitte-Edition Band 9 [Gebundene Ausgabe]

Jim Knipfel , Eike Schönfeld
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 310 Seiten
  • Verlag: Gruner + Jahr (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570195163
  • ISBN-13: 978-3570195161
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 12,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 434.578 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Rentinitis pigmentosa -- das klingt schlimm. Ist es auch: Es ist eine unheilbare Krankheit, die über Jahre hinweg zum schleichenden, aber doch unaufhaltsamen Erblinden führt. Rentinitis pigmentosa -- das klingt für den Icherzähler des Buches, den wir in diesem Fall ruhig mit dem Autor Jim Knipfel gleichsetzen dürfen, viel zu schlimm: Er hat diese Krankheit, doch was soll er mit solch bedeutungsschweren Begriffen um sich werfen: Jeder leidet unter irgendetwas, er erblindet halt langsam, kein Grund zur Wichtigtuerei -- er ist halt ein Blindfisch, was soll's?

Wer glaubt, sich durch ein weiteres dieser unzähligen (und oft unerträglichen) "Mit einer schweren Krankheit zurechtkommen"-Bücher quälen zu müssen, dessen Befürchtungen werden schnell zerstreut: Jim Knipfel erzählt zwar seine von der Kindheit bis etwa zum 35. Lebensjahr reichende Krankengeschichte, doch er tut dies ohne jedes Selbstmitleid -- ganz im Gegenteil: Sein Leben war schon immer solch ein Scherbenhaufen, dass ihn diese lächerliche Krankheit nun auch nicht mehr aus der Bahn zu werfen vermag und er über sie nur lachen kann. Und das tut er ausgiebig!

Wenn einem die ohnehin schon düstere Welt aufgrund einer Augenkrankheit von Tag zu Tag schwärzer erscheint, dann kann man ihr nur mit mindestens ebenso schwarzem Humor beikommen, so Knipfels Credo. Und so erzählt er mit einem unglaublichen Maß an Selbstironie und einer beneidenswerten "Welt, du kannst mich mal"-Attitüde die Geschichte seines Lebens -- vom heruntergekommenen, suizidgefährdeten und nur für und von Alkohol lebenden Jugendlichen im verschlafenen Mittelwesten der USA bis zum suizidgefährdeten und nur für und von Alkohol lebenden Fast-Blinden in New York. Dass ein Mensch, der seit Jahren alles nur noch verschwommen und mittlerweile fast gar nichts mehr sieht, einen solch scharfen Blick auf die Realität entwickeln konnte, ist phänomenal -- ein großartiges Buch, abschreckend und doch anziehend, grotesk und doch realistisch, zum Heulen und zum Lachen zugleich. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Es scheint, als sei dies ein tragisches Buch über den Autor, der über 30 Jahre hinweg unheilbar erblindet. Aber es ist eine satte Satire über die Absurditäten des Alltags, über Amerika - grandios geschrieben und irrsinnig komisch.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Auf dieses Buch wurde ich aufmerksam, als ich die Sendung Kulturzeit auf 3SAT sah. Dort wurde es von Elke Heidenreich vorgestellt und sie fand sehr lobende Worte für diesen Debütroman. Spätestens seit ihrem Urteil über American Psycho hat ihre Meinung für mich einiges an Gewicht und das war sicherlich ein Grund dafür, das ich dieses Buch gekauft habe. Ein weiterer Grund war außerdem die Tatsache, das ich erblinden für mich persönlich als den Supergau ansehen würde. Mit anderen Worten ausgedrückt: Blind zu werden ist tatsächlich so etwas wie meine größte Angst. Blindfisch ist ein autobiographischer Roman, und ich wollte einfach wissen, wie jemand damit umgeht dem dieses Schicksal bestimmt ist. Es ist die Geschichte des Autors selbst, um die es in diesem Buch geht. Jim Knipfel ist nicht von Anfang an blind, sondern er erfährt es erst relativ spät das er an der unheilbaren Krankheit Retinitis Pigmentosa leidet. In seiner Kindheit zeigen sich zwar schon Anzeichen einer Augenschwäche, diese werden aber nicht oder falsch diagnostiziert. Eigentlich spielt dies auch keine Rolle, da der Verlauf der Krankheit sowieso nicht zu stoppen ist. Er wächst in behüteten Verhältnissen auf und erlebt eine glückliche Kindheit, die in Ansätzen schon den Sarkasmus und den unbändigen Willen Knipfels offenbart. Später werden es diese Eigenschaften sein die die Säulen seines Überlebens bilden. Als wäre die drohende Blindheit allein nicht schon schwer genug, wird bei ihm eine weitere Krankheit diagnostiziert, die für seine vehementen Wutausbrüche verantwortlich ist und die er nur mit der ständigen Einnahme von Medikamenten unterdrücken kann.
Beim Lesen musste ich mir Angesichts des tiefschwarzen Humors der manchmal aufblitzt oder der mitunter heftigen Kritik am amerikanischen Gesundheitssystem immer wieder deutlich machen, das dies ein reales Schicksal und keine erfundene Geschichte ist. Umso erstaunlicher wie unsentimental Knipfel den sukzessiven Verlust seines Augenlichtes in Worte fasst. Selbst die Schilderungen über die Selbstmordversuche sind so analytisch, als würde er über irgendjemanden berichten und nicht über sich selbst.
Empfindsamen Zeitgenossen mag Knipfel Stil zu bösartig und scharf erscheinen, und sicher ist er für seine Umgebung nicht immer gerade ein Segen; dennoch bin ich der Meinung, das er das Recht hat, seinen Zorn auf sich, sein Schicksal und die Welt in jeder nur erdenklichen Art und Weise zu verfassen, solange er noch die Gelegenheit dazu hat. Dabei beweißt er echtes Talent zum Erzählen von Geschichten, denn hier sind es oft die eher unspektakulären Ereignisse die so packend geschildert werden, das man wirklich Mühe hat, mit dem Lesen aufzuhören. Natürlich ist die drohende Blindheit das zentrale Thema dieses Buches, aber Knipfels Leben bietet genug Facetten für zahlreiche Exkursionen in andere Welten, denn von der Krankheit mal abgesehen ist sein Leben auch sonst nicht so toll verlaufen.
Ich weiß nicht, ob mir das Buch eine Stütze oder Hilfe wäre, wenn ich von dieser Krankheit betroffen wäre, aber ich erkenne ein gutes Buch, wenn ich es vor mir sehe. Und dies ist ganz sicher eines. Für diesen Mann kann ich nur aufrichtige Hochachtung und Bewunderung empfinden und ich hoffe das er mit dem Schreiben weiter macht.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von helmut seeger TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Amerikaner sind ja an sich ein humorvolles Völkchen. Allerdings bekommt man das meist eher im Internet mit als in ihren Romanen. Knipfels Roman ist daher eine Überraschung. Ich habe seit dem "Fänger im Roggen" (und das ist Jahrzehnte her) keine vergleichbar lustigen und originellen Passagen in einem amerikanischen Roman gelesen.
Allerdings verläuft Knipfels Leben (der Autor versucht erst gar nicht zu vertuschen, dass es sich um eine Autobiografie handelt) schon früh außerhalb der gewohnten Bahnen. Schon als Kind mit Sehproblemen behaftet, mutiert er zum Außenseiter und endet schließlich am Rande der sozialen Verwahrlosung und Kleinkriminalität, bis er am Ende nach Alkoholexzessen und einer gescheiterten Ehe in New York seinen Rhythmus im Leben findet.
Die Sehbehinderung, die langsam zur Blindheit führt, bestimmt natürlich den Lebensweg, ist aber nicht die einzige Ursache. So hat der Autor auch noch unter psychischen Unbrechenbarkeiten bis hin zu Anfällen zu leiden, die auf Vernarbungen in jenem Teil des Gehirns zurückgehen, der Wut und Aggression kontrolliert.
Das alles zusammen führt, unterbrochen von mehreren Selbstmordversuchen über eine Musikkarriere in einer unsäglichen Band bis hin zum Museumswärter und endlich Journalisten und ist gespickt mit skurrilen Episoden zwischen Sarkasmus, Verzweiflung und Einsamkeit.
Bisweilen allerdings sind die Geschichten wie die Witze von Helge Schneider - sie haben keine Pointe. Das hört sich lustiger an als es ist.
Dennoch ist die Originalität des Humors dieses Autors in einer besonderen Extremsituation auf jeden Fall eine Entdeckung wert.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
vor der Krankheit, die sein wirres Leben noch viel finsterer machen wird. So oder anders könnte man die Geschichte des "Blindfisches" zusammenfassen; wenn, ja wenn nicht sein eigenes Wesen viel mehr im Vordergrund stehen würde als seine -spät erkannte- voranschreitende Erblindung.
Der Protagonist ist wohl nie das gewesen, was man ein Sonnenkind nennen könnte: von seiner Familie geliebt, aber häufig mißverstanden, von seinen Freunden und seiner Umwelt nicht als Kranker akzeptiert, da niemand von eben dieser weiß, nicht einmal er selbst, entwickelt sich der Blindfisch zu einem abgeklärten jungen Menschen mit einer einzigen Grundeinstellung. Wann immer das Leben wieder böse und gemein in sein Leben einschlägt und das tut es dank Laternenmasten und Hunden oft genug, lautet seine wahre Einsicht auf Flucht. Und so schildert der Autor -vielleicht sogar autobiographisch- die immer regelmäßig wiederkehrenden Selbstmordversuche verschiedenster Art, gepaart mit genau den darum kreisenden immerwährenden Gedanken um das Ableben.
Ja, der Hauptcharakter erblindet langsam. Das ist richtig. Aber als ob sein Leben damit nicht erschwert genug wäre, entwickelt er sich eben auch zum Sozialchaoten und zur individuell-intellektuellen Springmaus: er macht einfach alles, um nicht alt zu werden und sich auf Kosten des Mob zu amüsieren. Bis er dann doch "vernünftig" wird.

Dieses Buch ist eine Droge! Nachdem ich es überall verschlungen hatte, sei es im Bett, in der Badewanne oder bei der Arbeit, bleibt mir nur ein Resumée: Seit vielen vielen Büchern endlich eines, das vom ersten bis zum letzten Kapitel konstant unterhaltsam bleibt. Mit einer direkten "Ansage des Autors" als Einleitung, um Mitleid zu unterbinden und sachlich, das ist ihm ganz wichtig, eine Krankheit zu erklären, die einen Blinden unter Blinden wohl zur Rarietät werden läßt.
Bleibt zu hoffen, daß Jim Knipfel weiter lebt und vor allem weiter schreibt. Ganz ganz groß!

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Ich rate ab
Auch wenn ich hier deutlich in der Minderheit bin: Mir hat das Buch garnicht gefallen. Es ist weder lustig noch auch nur halbwegs realistisch. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Leseratte veröffentlicht
Hart aber herzlich
Jim Knipfel beschreibt sein bemerkenswertes Leben mit viel schwarzem Humor und ohne in Selbstmitleid zu schwelgen. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von AnnFlow veröffentlicht
realistischer Lappen!
Da eine Meinung eines Blinden verlangt wurde, misch ich mich hier mal ein.
ich leide an der selben Krankheit (zusätzlich an höchstgradiger Schwerhörigkeit)und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Dezember 2007 von C. Fischer
Hier lacht jemand dem Schicksal hämisch ins Gesicht
Jim Knipfel leidet an Retinitis pigmentosa, einer unheilbaren Augenkrankheit, die ihn langsam erblinden lässt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Februar 2007 von Rainer Leske
Zynische Keule
Der Umschlag des Buches verspricht eine humorvolle, sarkastische Abrechnung des Autors mit seiner Krankheit. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Januar 2007 von Hauke Stammer
Drama, Tragödie, aber ohne Sentiment.
Am Anfang fehlte mir etwas Geduld, da er wirklich gaga zu sein schien. Ein schleichend Erblindender schildert wie es ist langsam vom wilden Jungen, der gegen alles rebelliert, zum... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Januar 2006 von Co
Enttäuschend
Es hat mich ziemlich erschüttert, in was für einer kaltherzigen, gleichgültigen und brutalen Welt der Protagonist lebt, und zu beobachten, wie er zwangsläufig... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. August 2005 von Sissinghurst
die blinden sind die sehenden
In der Tat: das erblinden kommt annähernd ohne (selbst)mitleid rüber. stattdessen ironie, die im wesentllichen aus dem abbilden von wirklichkeit schöpft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. September 2004 von Jackienova
in dunklen zeiten, beginnt das auge zu sehen...
ein buch über die krankheit "retinitis pigmentosa", eine augenkrankheit, die das langsame erblinden zur folge hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Dezember 2002 von "cariadwyn"
Narrenfreiheit für Blinde??
Die wohl mit dem Autor identische Hauptfigur schildert ihr langsames Erblinden und schafft dabei ein Kunststück: Bei einer derart schlimmen Krankheit KEIN Mitleid beim Leser... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. März 2002 von Ralph Zaffrahn
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